esyoil-Heizöl-News: Bei der Preisbildung wackelt der Schwanz mit dem Hund.

Veröffentlicht von: esyoil GmbH
Veröffentlicht am: 15.03.2007 10:48
Rubrik: Umwelt & Energie


(Presseportal Pressefeuer) - Lüneburg, 15.03.2007. Der Ölpreis tendiert weiterhin seitwärts. Die gestern veröffentlichten US-Bestandsdaten ändern daran nichts. Heute steht die Ausstoßpolitik der OPEC auf dem Programm. Die Ölminister treffen sich in Wien. Auch dieses Ereignis sollte ohne Einfluss auf den Preis bleiben. Die klassische Beziehungskette der Preisbildung, Ölpreis bestimmt Konjunktur, hat sich umgekehrt. Die US-Konjunktur bestimmt momentan den Ölpreis. Und die wird skeptisch gesehen. Das zeigt sich nicht zuletzt am nachgebenden Dollar.

Die Vorräte sind stark rückläufig. Die Aussage ist bullisch. Sie stammt von der IEA (Internationale Energie Agentur). Bezogen auf die US-Bestände könnte sie allerdings überinterpretiert werden. Die Lage ist nicht dramatisch. Der jüngste Rückgang verläuft bisher in den Grenzen der Normalität. Er vollzieht sich seit Ende Januar und hat eine fünfprozentige Abnahme beschert. Vor einem Jahr verlief eine Rückgangsphase steiler. In der Zwischenzeit pendelten die Vorräte ein weiteres Mal um fünf Prozent. Insgesamt ist die US-Vorratslage seit einem Jahr relativ stabil. Davor gab es zwei wesentliche Phasen des Bestandsaufbaus, zwischen September 2004 und Juli 2005 sowie Oktober 2005 und März 2006. Von einer dramatisch geringen Bevorratung konnte man im Jahr 2003 sprechen.

Anlass zur Sorge bietet allerdings die US-Raffineriesituation. Die Anlagen weisen zu hohe Ausfälle auf. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Dadurch kommt es vereinzelt zu Produktengpässen und zu einer Benzinpreisrallye. Dass eine solche Rallye beim Heizölpreis ausblieb, ist dem warmen Winter zu verdanken.

Die gestern präsentierten Lagerdaten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) waren auf Grund ihrer Divergenz wieder einmal schwer zu interpretieren. Prinzipiell bestätigten sie die Raffinerieschwäche. Folgende Zahlen wurden gemeldet:

Rohöl: +1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,2 (DOE) bzw. ein Aufbau von 1,6 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit kann sich nicht von den schwachen 86 Prozent lösen.

Dass die Ölpreise gestern kaum von den Bestandsdaten beeinflusst wurden, lag in erster Linie an der Diskussion über den US-Immobilienmarkt. Hier platzt gerade eine Blase, die die Konjunktur erheblich in Mitleidenschaft ziehen könnte. Mit einer rückläufigen US-Konjunktur verbinden Spekulanten eine rückläufige Ölnachfrage und einen rückläufigen Ölpreis. Die Lage ist undurchsichtig. Hellseher sind derzeit gefragt, weil Fachleute keine vertrauensvollen Aussagen produzieren.

Die OPEC wird heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Festhalten am gegenwärtigen Quoten- und Ausstoßplan verkünden. Außer einem kurzen Rucken am Preis dürfte der Einfluss des Kartells bescheiden bleiben. Das war er zuletzt und das wird er in naher Zukunft sein.

Der Einfluss des Atomstreits mit dem Iran steht auf Warten. Die Lage ist typisch. Teheran zieht das Programm durch. Bush drängt auf Ausweitung der Sanktionen. Die restlichen involvierten Staaten denken nach. Untypisch ist allenfalls, dass der iranische Präsident Ahmadinedschad schweigt.

Gasöl ist heute Morgen teurer als gestern. Die Tonne kostet 530,50 Dollar. Große Preisbewegungen sind unwahrscheinlich. Seitwärts ist das Gebot der Stunde.

Unsere Heizölpreise tendieren seitwärts. Das deckt sich mit den Erwartungen. Etwas Preisrückgang könnte über die Dollar-Euro-Parität kommen. Die uneinschätzbare US-Konjunkturentwicklung bietet Potenzial für außergewöhnliche Währungsbewegungen. So niedrige Heizölpreise wie im Januar sind derzeit nicht zu erwarten.


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