Neue Generation von Rheumamedikamenten: Small Molecules

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Veröffentlicht am: 02.06.2017 10:01
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal Pressefeuer) - Für Menschen, die an der entzündlichen und schmerzhaften Gelenkskrankheit Rheumatoide Arthritis leiden, gibt es neue Medikamente: Die sogenannten "kleinen Moleküle" können als erstes Medikament die Entzündungsprozesse bereits in den Zellen blockieren. „Die Umsetzung ist einfach, eine Tablette am Tag genügt und die Wirkung ist sehr effektiv“, erklärt Dr. Thomas Schwingenschlögl, Internist und einer der führenden Rheumaexperten Österreichs.

In Österreich leben ca. 70.000 bis 80.000 Patienten, die an der besonders schmerzhaften Form, dem so genannten entzündlichen Rheuma (Rheumatoide Arthritis) leiden. Frauen sind von dieser Erkrankung wesentlich häufiger betroffen als Männer. Bei der rheumatoiden Arthritis lösen Botenstoffe in den Immunzellen eine Kettenreaktion aus. Daraufhin lässt der Zellkern entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten. In der Folge entsteht die gefürchtete Entzündung.

Wie wirken „Small Molecules“

Die Wirkstoffe in den Small Molecules sind so klein, dass sie durch die Zellwände in die Immunzellen eindringen können. Dort blockieren sie die ausufernden Ketten-reaktionen. Die Immunzellen werden nicht mehr übermäßig aktiviert, die Entzündung geht zurück und damit auch die Schmerzen.

Früherkennung wichtig

Neben der Medikation ist das Stadium, in dem eine rheumatische Erkrankung diagnostiziert wird, sehr entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf. Wissenschaftler sprechen von einem „therapeutischen Fenster“ innerhalb der ersten drei Monate nach Ausbruch einer Gelenksentzündung. Gerade bei der rheumatoiden Arthritis sind die ersten Symptome der Erkrankung oft sehr schwierig zu deuten. „Viele Betroffene erwachen eines Morgens, wie aus heiterem Himmel, mit stark geschwollenen und schmerzenden Gelenken. Wird Rheuma nicht oder zu spät behandelt ist das nicht nur sehr schmerzhaft, es drohen auch bleibende Schäden an Gelenken, Knorpeln oder Knochen“, erklärt der Rheumatologe.

Um die wichtige Früherkennung für PatientInnen zu erleichtern erklärt Dr. Thomas Schwingenschlögl in anschaulichen Kurzvideos die wichtigsten Fakten. Die Patienteninformationen sind abrufbar unter www.rheuma-tv.at.


Wissenschaftliche Hintergrundinformation:

Unter „Small Molecules“ versteht man eine Gruppe neuer Medikamente mit kleiner Molekülmasse, die oral eingenommen werden können. Im Gegensatz zu den bisherigen Biologika, die als Infusion oder subcutan verabreicht werden und nur einzelne Botenstoffe (Zytokine) oder ganze Zellpopulationen des Immunsystems angreifen, um die rheumatischen Entzündungen zu stoppen, wirken die Small Molecules in den Zellen auf verschiedene Informationswege gleichzeitig. Mit diesen Arzneien können auf einmal sehr viele Zytokine blockiert werden.

Der erste bei uns zugelassene Vertreter dieser neuen Medikamente ist „Apremilast (Otezla®)“ zur Behandlung der Psoriasis (PsO) und der Psoriasisarthritis (PsA) mit guter Wirkung auf Haut und Gelenke. Tofacitinib (in der Schweiz und USA bereits seit 2012 erhältlich) und Baricitinib (Oluminant®), beides JAK-Inhibitoren zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA), sind seit Kurzem auch in Österreich zugelassen.
Januskinasen (=JAK) sind spezielle Enzyme, die bei der Entstehung und beim Fortschreiten von Gelenksentzündungen eine große Rolle spielen.

Pressekontakt:

Dr. Thomas Schwingenschlögl
Reisenbauerring 5/1/5
A-2351 Wiener Neudorf
02236 / 865 910 - 0
gesundheit@dr-schwingenschloegl.at
www.rheuma-tv.at

Firmenportrait:

Dr. Thomas Schwingenschlögl ist Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Ernährungsmediziner sowie Autor des Fachbuches „Diagnose Rheuma – Leben ohne Schmerz“. Dieses sehr praxisbezogene Buch soll dazu beitragen, das Thema Rheuma verständlicher zu machen und einen Überblick über neue Therapieformen zu vermitteln.

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