Wien (OTS) – Nach dem bewaffneten Angriff auf die von der Albanischen
Kultusgemeinde der IGGÖ betriebene Moschee in Hollabrunn, bei dem auf
den Eingangsbereich der Moschee geschossen wurde, nimmt die
Albanische Kultusgemeinde öffentlich Stellung.

Der gezielte Beschuss eines Gebetshauses stellt einen schweren
Angriff auf die öffentliche Sicherheit und die Grundprinzipien des
demokratischen Rechtsstaates dar. Gewalt gegen religiöse
Einrichtungen darf weder relativiert noch als isolierter Vorfall
behandelt werden. Sie berührt zentrale Fragen des gesellschaftlichen
Friedens und der inneren Sicherheit.

Besonders besorgniserregend ist der öffentliche Umgang mit diesem
Vorfall in sozialen Medien. Die Vielzahl an hasserfüllten und
verharmlosenden Kommentaren in sozialen Medien ist alarmierend. Wenn
solch ein bewaffneter Angriff auf ein Gebetshaus relativiert oder
gerechtfertigt wird, zeigt dies eine gefährliche Verschiebung
gesellschaftlicher Maßstäbe. Eine solche Normalisierung von Hass und
Gewalt stellt eine ernsthafte Bedrohung für den gesellschaftlichen
Zusammenhalt dar und verlangt klare politische und gesellschaftliche
Verantwortung. Dieser Entwicklung muss entschieden entgegengetreten
werden. Religiöse Einrichtungen müssen Orte der Sicherheit sein.
Friedlich betende Menschen dürfen nicht in Sorge leben, ob ihre
Gebetshäuser geschützt sind. Der Schutz dieser Orte und der dort
versammelten Menschen ist eine staatliche Kernaufgabe.

Die Albanische Kultusgemeinde der IGGÖ vertraut auf die laufenden
Ermittlungen der Sicherheitsbehörden und dankt für das rasche
Einschreiten. Zugleich unterstreicht sie die Bedeutung einer
konsequenten Prävention gegen Hass, Gewalt und Radikalisierung-
unabhängig davon, gegen wen sie sich richten.

Österreich steht für Religionsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Grundwerte müssen gerade in
angespannten Zeiten sichtbar geschützt und verteidigt werden.