Brüssel/Wien (OTS) – Gestern Abend gab es beim Gipfel der Staats- und
Regierungschef:innen
in Brüssel keine Mehrheit für den EU-Mercosur-Pakt. Die
Umweltschutzorganisation Greenpeace wertet das als wichtigen Erfolg.
Denn der Handelspakt würde zu massiver zusätzlicher Zerstörung von
einzigartigen Lebensräumen wie dem Amazonas führen und Landwirt:innen
einem ruinösen Preiskampf aussetzen. Greenpeace fordert jetzt ein
vollständiges Aus für den umweltschädlichen EU-Mercosur-Pakt.

Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace:
“Der EU-Mercosur-Pakt wäre eine Hiobsbotschaft für Klima, Umwelt und
die österreichische Landwirtschaft. EU-Mercosur würde den Handel mit
umweltschädlichen Produkten wie gefährlichen Pestiziden und
Rindfleisch aus Waldzerstörung fördern. Auch die Lebensmittel-Importe
aus Südamerika würden deutlich zunehmen. Doch weder unsere Umwelt
noch unsere Landwirtschaft dürfen am Altar des Freihandels geopfert
werden.”

Selbst die Europäische Kommission rechnet mit einem nur äußerst
geringen zusätzlichen Wirtschaftswachstum von 0,05 Prozent bis 2040
durch den EU-Mercosur-Pakt. Demgegenüber steht die massive
zusätzliche Zerstörung von einzigartigen Lebensräumen wie dem
Amazonas, unter anderem durch die Ausweitung der
Rindfleischproduktion. Schon jetzt gehen 90 Prozent der Zerstörung
des Amazonas-Regenwaldes seit 1970 auf die Rinderzucht zurück.

Gleichzeitig würden Bäuerinnen und Bauern in Österreich in einen
ruinösen und unfairen Preiskampf gezwungen. Denn mit dem EU-Mercosur-
Pakt würden künftig jährlich große zusätzliche Mengen an
Agrarprodukten auf den europäischen Markt gelangen: 99.000 Tonnen
Rindfleisch, 180.000 Tonnen Hühnerfleisch, 190.000 Tonnen Zucker,
650.000 Tonnen aus Zuckerrohr gewonnenes Ethanol, 1.000.000 Tonnen
Mais sowie 45.000 Tonnen Honig. Diese Agrarprodukte werden in
Südamerika mit deutlich niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards
hergestellt als in der Europäischen Union.