Wien (OTS) – Das erst kürzlich beschlossene ElWG ist noch nicht
einmal in Kraft,
nun soll die sogenannte Marktprämienverordnung in Begutachtung gehen.
Durch das ElWG wurden jedoch massive Veränderungen beschlossen, die
darin noch keine Beachtung finden: Die Verordnung ist also bereits
veraltet, bevor sie veröffentlicht wird. Das schafft für die
Erneuerbaren-Branche und das Förder-System für Energie-Unabhängigkeit
und regionale Wertschöpfung maximale Unsicherheit und Weihnachts-
Unfrieden. Begleitet wird das Werk von mehreren hundert Seiten an
veralteten Gutachten, die in der Nacht-und-Nebel-Aktion wohl
untergehen sollen.

Wien, 23.12.25: Da das ElWG zunächst noch sehr unsicher war und
damit viele Grundlagen für die Festlegung der Erneuerbaren-Förderung,
wurde bereits im Herbst in einer Vierparteieneinigung und einer
Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes beschlossen, Klarheit für
das nächste Jahr zu schaffen: klare Auktionstermine und
Rahmenbedingungen. „Es herrschte im Grunde Planungssicherheit für den
weiteren Ausbau und die Projekte, jetzt verursacht man erneut
maximale Verunsicherung. Die Änderungen, die das beschlossene, aber
noch nicht in Kraft getretene ElWG bringt, finden sich in der
Begutachtung noch nicht wieder. Die Rahmenbedingungen ändern sich
also voraussichtlich drei Mal innerhalb weniger Monate . Diese
Unsicherheit wird ohne Not geschaffen und ist unverständlich.
Österreich braucht Stabilität und Verlässlichkeit. Ebenso die
saubere, sichere und heimische Energieerzeugung. Das ist auch unser
dringender Appell an die Regierung: Arbeiten wir zusammen an einer
guten heimischen Energieversorgung für Österreich, nicht
gegeneinander”, so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer.

Kein fachlicher Austausch & fragwürdige Grundlage
Trotz erheblicher Bedenken von Seiten vieler Energieexpert:innen gab
es auch dazu bislang keinen fachlichen Austausch. „Wir ersuchen die
Regierung mit großem Nachdruck um mehr Sorgfalt und darum, den Kurs
künftig in ein maßvolleres Vorgehen zu lenken“, betont Maringer und
erklärt: „Momentan sieht es nicht danach aus: Trotz einhelliger
Kritik an der Notwendigkeit der Verordnung selbst und den dafür
vorhandenen Grundlagen, scheint man das jetzt ohne großes Echo rund
um die Feiertage durchpeitschen zu wollen. Einmal mehr ändern sich
die Rahmenbedingungen auf fachlich fragwürdiger Grundlage – die sich
im neuen Jahr dann erst recht noch einmal ändern müssen. Wir stehen
bereit und betonen erneut den Willen an der gemeinsamen Arbeit.“

Handlungsdruck lässt Volumina voll ausschöpfen
Die Ausschreibe-Volumina wurden im Jahr 2025 ausgeschöpft wie nie
zuvor. Das liegt nicht zuletzt an der enormen Unsicherheit ob
erratischer Änderungen und unsicherer Rahmenbedingungen. Diese
Unsicherheit treibt vor allem Kosten und setzt Menschen und heimische
Unternehmen unnötig unter Druck

Die Kraft der Regionen braucht klare Regeln
Regionale Betriebe, die bereit stehen einen enormen Beitrag für
Österreichs Versorgungssicherheit und Energie-Unabhängigkeit mit
heimischer Energie zu leisten, brauchen Investitions- und
Planungssicherheit. 214 Windräder bzw. 1.200 MW an Energie-Leistung
sind aktuell in vielen Regionen des Landes fertig genehmigt. Das
entspräche der Versorgung von 925.000 Haushalten (3,2 TWh Strom) oder
dem gesamten Stromverbrauch Vorarlbergs. Das ist ein sofortiger
konkreter Beitrag, um den kommenden, von der EU-beschlossenen
Ausstieg aus russischem Gas abzufedern. Der Befreiungsschlag für
echte Energie-Unabhängigkeit aus dem Inland gegen den nächsten
Gaswinter – mit vielen Vorteilen für Österreichs Regionen darf nicht
verschleppt werden.

Über die IG Windkraft
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der österreichischen
Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon heute rund 2,75
Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem und günstigem
Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage befürworten 83 %
der Österreicher:innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft
repräsentiert rund 180 in den Regionen verankerte, meist
mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
der Energieform – von der Herstellung über die Planung und Errichtung
bis hin zu Betrieb und Wartung. Die österreichische Windbranche
beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im
Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch
Milliarden-Investitionen stärkt sie den heimischen
Wirtschaftsstandort.