Wien (OTS) – Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die
Beschäftigten der
Werbung und Marktkommunikation Wien konnte auch in der vierten
Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt werden. Das aktuelle Angebot
der Wirtschaftskammer sieht trotz der relevanten Inflationsrate von
3,2% lediglich eine durchschnittliche Erhöhung der Mindestgehälter um
1,6% vor, eine Erhöhung der IST-Gehälter wird gänzlich
ausgeschlossen. Für die Gewerkschaft GPA ist das inakzeptabel.
„Das aktuelle Angebot entspricht weder der wirtschaftlichen
Realität der Branche noch der Leistung der Beschäftigten. Gerade in
einer Branche, die zentral von der Innovationskraft und Kreativität
der Beschäftigten abhängt und in der viele über hohe Arbeitsbelastung
berichten, ist das absolut unverständlich“, betont Leonhard Göser,
Verhandlungsleiter der Gewerkschaft GPA.
„Uns ist bewusst, dass die wirtschaftliche Lage derzeit für
niemanden einfach ist. Doch das betrifft die Beschäftigten, die die
Teuerung jeden Tag spüren genauso wie die Unternehmen selbst. Hier
wird nicht versucht, einen Kompromiss zu erreichen oder die
tatsächliche Branchenlage abzubilden, sondern schlicht blind nach
Lohnzurückhaltung gerufen“, bemerkt Göser weiter.
Das aktuelle Angebot sei nicht nur weit von den Erwartungen der
Beschäftigten, sondern auch von Abschlüssen in vergleichbaren
Branchen entfernt. Seitens der Gewerkschaft starten deshalb nun
Betriebsversammlungen, in denen die Beschäftigten über den aktuellen
Verhandlungsstand informiert und über weitere Maßnahmen beraten wird:
„Wenn von Anfang an jeglicher Spielraum bei der Erhöhung der
Gehälter, aber auch bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen,
ausgeschlossen wird, hat das wenig mit ernsthaften Verhandlungen zu
tun. Wir sind weiterhin gesprächsbereit, aber es liegt an den
Unternehmern zu einem realistischen und sozialpartnerschaftlichen
Angebot zurückzukehren“, betont Göser abschließend.