Wien (OTS) – Weihnachten: ein Fest für die Familie – die
besinnlichste Zeit des
Jahres – oft auch die stressigste und jene, mit dem höchsten
Konfliktpotenzial: „Nicht immer läuft alles wie gewünscht und nicht
selten endet der Weihnachtsabend mit Stress, Diskussionen und
Streit“, erklärt Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams bei Rat
auf Draht. In den Weihnachtsferien sind daher Streit mit Eltern,
Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern, Frust und Enttäuschung
über ein nicht so gelungenes Weihnachtsfest, Einsamkeit,
Überforderung, Erschöpfung, Unzufriedenheit mit den
Weihnachtsgeschenken – und bei getrenntlebenden Elternteilen – oft
der Wunsch wieder eine Familie zu sein, die häufigsten Anliegen rund
um das frohe Fest, mit welchen sich Kinder und Jugendliche an die
Notrufnummer 147 wenden.
Auch Eltern haben rund um Weihnachten und zum Jahresende
Redebedarf. In der Weihnachtszeit sind viele Eltern überlastet.
Sowohl beruflich wie privat ist der Terminkalender voll und der
Mental Load steigt. Viele Eltern gehen über Ihre Belastungsgrenze. In
den Beratungen auf elternseite.at, dem Beratungsangebot für Eltern
und Bezugspersonen, geht es viel um Selbstfürsorge und die eigenen
Grenzen.
Damit das Weihnachtsfest beschaulich abläuft, hier ein paar
Tipps:
Planung ist die halbe Miete
Konflikte lassen sich bereits mit der richtigen Planung vermeiden.
Häufig treffen unterschiedliche Vorstellungen über den Ablauf
aufeinander. Besprechen Sie vorab, wie das Weihnachtsfest verlaufen
soll. Jedes Familienmitglied sollte seine Vorstellungen offen äußern
können. Meist lässt sich ein Kompromiss finden.
Teamwork
In vielen Familien bleibt die ganze Vorbereitung an einer Person
hängen, meistens an der Mutter (Stichwort Mental Load). Verteilen Sie
die Aufgaben innerhalb der Familie, kochen oder dekorieren Sie z.B.
gemeinsam.
Das Hirn auslüften
Gönnen Sie sich frische Luft, um sich von dem Weihnachtsstress zu
entspannen. Besonders Kinder profitieren von einem Spaziergang.
Perfektionismus ade
Weihnachten ist ein Familienfest. Schrauben Sie den eigenen
Perfektionismus herunter und konzentrieren Sie sich auf das Machbare.
Es muss nicht alles perfekt sein. Die Wohnung muss nicht blitzsauber
sein und es geht auch ohne Fünf-Gänge-Menü. Viel wichtiger ist,
gemeinsam Zeit zu verbringen.
Kein Dresscode unterm Weihnachtsbaum
Sehen Sie von Kleidervorschriften für den Weihnachtsabend ab. Jedes
Familienmitglied sollte selbst bestimmen dürfen, was gemütlich-
feierlich ist. Auch die Jogginghose für die Jüngsten sollte kein
Problem sein.
Heikle Themen vermeiden
Themen, wo Konflikte innerhalb der Familien vorprogrammiert scheinen,
sollten zu Weihnachten vermieden werden. Ohne Feiertagsstress lässt
es sich entspannter reden. Sollte es dennoch zu Diskussionen kommen,
üben Sie sich in Toleranz und lassen Sie dem/der anderen seine/ihre
Sichtweise.
Mit Traditionen brechen
Warum nicht mit alten Traditionen brechen? Vielleicht muss der Baum
heuer nicht riesig und in Gold gehüllt sein. Wie wäre es, einmal in
der Familie zu Wichteln und sich nicht mit vielen Geschenken zu
überhäufen? Alles ist erlaubt, wenn sich alle Familienmitglieder
einig sind.
Stille Nacht – aber bei uns laufen die Telefone heiß
Wie jedes Jahr rechnet Rat auf Draht auch heuer wieder mit einem
verstärkten Beratungsbedarf rund um Weihnachten. Sollte es zu
Konflikten kommen: Die Notrufnummer 147 ist für Kinder und
Jugendliche auch an den Feiertagen rund um die Uhr, kostenlos und
anonym, erreichbar. Eltern und Bezugspersonen können auf der
Elternseite bis zum 23. Dezember Online-Videoberatungstermine buchen,
im neuen Jahr ist das Angebot wieder ab dem 5. Jänner 2026 Jänner
verfügbar.
Der neue Rat auf Draht Club – jetzt Mitglied werden und
unterstützen unter: www.rataufdraht.club