Deutsche in Führungspositionen gern gesehen

28.02.2007|Kategorien: Recht & Politik|

Produkte und Fachkräfte aus der Bundesrepublik genießen weltweit hohes Ansehen – als Urlaubsziel ist Deutschland weiterhin keine Top-Adresse

München, 27. Februar 2007 – Der sportliche Glanz, den die heimischen Fußballer in den deutschen Stadien im Sommer verbreitet haben, wurde von den Handballern vor kurzem mit dem WM-Titel nochmals kräftig aufpoliert, nur: "Wie steht es um den Glanz der Marke Deutschland?" Ist das fast-weltmeisterliche Image der Nation wieder auf dem absteigenden Ast oder genießt das Land weltweit weiterhin einen hervorragenden Ruf, der nur noch vom Image Großbritanniens übertroffen wird?

Der neue Anholt Nation Brands Index (NBI), eine weltweite Umfrage, in der Länder in sechs verschiedenen Kriterien verglichen werden, führt Deutschland wie bereits im Quartal zuvor auf Platz zwei hinter Großbritannien und noch vor Kanada. GMI (Global Market Insite, Inc.), Anbieter von Online-Marktforschungslösungen, befragte dazu vom 22. bis zum 29. Dezember über 25.000 Menschen aus 35 Ländern.

Musterdisziplin der Nation ist die wieder erstarkende Wirtschaft, was auch vom Ausland wahrgenommen wird. Vor allem deutsche Exporte erfreuen sich großer Beliebtheit, denn bei Waren aus der Bundesrepublik haben die Befragten weltweit am häufigsten das Gefühl, ein zuverlässiges und gutes Produkt in der Hand zu haben. Hier liegen die Deutschen noch vor den Japanern, Briten und US-Amerikanern auf Platz eins. Immerhin auf dem dritten Platz landet die deutsche Industrie bei der Frage nach der innovativsten und modernsten Wirtschaft. Hier belegen Japan und die USA die vorderen Ränge. China, unlängst in der Diskussion wegen Plagiaten und Verstößen gegen das Copyright, belegt immerhin Platz fünf vor Frankreich und Kanada.

Einen ebenso guten Ruf genießt Deutschland als Sportnation. Hinter den USA und noch vor Russland liegt die Bundesrepublik in der Einschätzung der Befragten an zweiter Position. Fußballweltmeister Italien rangiert hinter China an achter Stelle und musste zumindest in der Umfrage auch Vizeweltmeister Frankreich an sich vorbeiziehen lassen.

Die deutsche Bevölkerung selbst hat in den Sommermonaten viel Schweiß vergossen, um das Image als "Gastgeberland" auf Vordermann zu bringen. Im Anholt Nation Brands Index schafft es das Land dennoch nur mit Mühe unter die Top 20. Kanada, Australien und Spanien geben offensichtlich ihren Besuchern besonders erfolgreich das Gefühl, willkommen zu sein. Wenn schon nicht als Gastgeber, dann zumindest als Arbeitnehmer sind die Deutschen weltweit heiß begehrt. Wichtige Positionen innerhalb eines Unternehmens würden die Umfrageteilnehmer am liebsten mit deutschen Arbeitnehmern besetzen. Briten, Kanadier und selbst die Schweizer rangieren so hinter den deutschen Arbeitskräften.

Neben den deutschen Arbeitnehmern genießt auch das deutsche Bildungssystem – allen heimischen Unkenrufen zum Trotz – weltweit noch einen sehr guten Ruf. Innerhalb des Anholt Nation Brands Index rangiert die Bundesrepublik als viertpopulärster Standort für Studium und Ausbildung. Nur die Ausbildungsstätten in Großbritannien, den USA und Kanada haben ein besseres Image.

Trotz der starken Wirtschaft und des angesehenen Bildungssystems gehört Deutschland nicht zu den beliebtesten Zuwanderungsländern. Auf Rang sechs liegend ist es noch ein weiter Weg zu Ländern wie Kanada, der Schweiz und Großbritannien. Allerdings liegt die Bundesrepublik vor den USA, die es nur auf den 8. Platz schaffen. Nicht nur als Zuwanderungs-, sondern auch als Urlaubsland gibt es noch Luft nach oben. Vor allem das Image der deutschen Natur und Landschaft (Rang 28) verhagelt Deutschland in der Rubrik "Tourismus" die Bilanz. Die Schönheit und die Bedeutung historischer Denkmäler und Bauten wird zwar weltweit recht hoch eingeschätzt, aber dennoch schafft es das Land in der Rubrik "Tourismus" nur auf den 12. Platz.

Simon Anholt, Regierungsberater und Erfinder des NBI, ist gespannt auf die weitere Entwicklung des Image und der Marke Deutschland. "Die Fußball-WM hatte definitiv einen starken Einfluss auf das Image Deutschlands. Der WM-Effekt wird allerdings immer stärker nachlassen. Der Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft beispielsweise bietet nun eine neue Chance – aber auch Risiken – das Image der Bundesrepublik zu festigen oder sogar noch weiter zu verbessern. Die Nahost-Friedenspolitik oder auch die Umweltpolitik der Bundesregierung kann Einfluss auf den Ruf der Marke Deutschland haben, denn sie wird sich in den kommenden Monaten besonders häufig in den internationalen Medien wiederfinden."

Eine Kurzzusammenfassung des Q4 2006 NBI Reports steht unter www.nationbrandindex.com zum Download zur Verfügung.

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