Die DNA-Analyse in der Bestimmung des Geschlechtes

04.08.2008|Kategorien: Gesundheit & Medizin|

Die Gesellschaft kennt zwei Geschlechter, Mann und Frau; die Biologie des Menschen ist jedoch nicht ganz so starr in den uns bekannten Kategorien verhaftet. Nicht nur in der griechischen Mythologie gibt es die Figur des Hermaphroditus, der als Zwitter geboren wurde und nachdem heute in der Natur doppelgeschlechtliche Wesen benannt sind. Verstärkt nennt man heute auch Menschen mit nicht eindeutigen anatomischen Geschlechtsmerkmalen Hermaphroditen (Intersexualität) – ein Phänomen, das spätestens mit dem Roman „Middlesex“ von Jeffrey Eugenides mehr Aufmerksamkeit gefunden hat.
Erstaunlicherweise haben die gerade stattfindenden Vorbereitungen zu den olympischen Spielen in China das Thema der nicht eindeutigen Geschlechtlichkeit wieder in die Nachrichten gebracht. Weibliche Athleten müssen damit rechnen nicht nur eine Reihe von Doping-Tests zu durchlaufen, sondern auch einen Geschlechtstest. Ursprünglich wurden Geschlechtstest bei Olympischen Spielen eingesetzt, um zu verhindern, daß Männer als Frauen in den sportlichen Wettbewerb traten und damit einen unfairen Vorteil ausspielten.
Die erste Athletin der Geschichte, die den Geschlechtstest nicht bestand (eine frühe Form des Chromosomentests) war 1967 Ewa Kłobukowska, die nicht mit den für das weibliche Geschlecht üblichen zwei X-Chromosen geboren wurde (XX), sondern deren Genotyp XXY war. Noch 1985 wurde Maria José Martínez Patino – wie Ewa Kłobukowska fast 20 Jahr zuvor – disqualifiziert, da ihr Genotyp XY war, obwohl sie äußerlich eine Frau war. Heute weiß man, daß Maria José Martínez Patino unter der sog. Androgenresistenz litt, die während der embryonalen Entwicklung dazu führt, daß sich ein Embryo trotz des männlichen Chromosomensatzes XY zu einem äußerlich weiblichen Baby entwickelt.
Mit der PCR-Methode, wie sie auch Grundlage für die DNA-Analyse zum Zwecke der Abstammungstest oder Vaterschaftstest ist, kann man die Gene der X und Y Chromosome genauer untersuchen und Gendefekte, unter denen die Betroffenen gegebenenfalls leiden, identifizieren.
Aber auch die neuesten Methoden der Wissenschaft können nicht verhindern, daß die Geschlechtsvorstellungen unserer Gesellschaft, und damit auch unserer Sportfunktionäre, noch immer in den zwei Klassen „Mann“ und „Frau“ verhaftet sind und es auch mit den vorliegenden DNA- und Gentestergebnissen keine Hilfestellung gibt, was letztlich verbindlich einen Mann oder eine Frau definiert.

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Michael Jung

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