Zurück
Wirtschaft

Dolmetscher in Aufruhr: SAVD kürzt Honorare trotz Inflation!

12. August 2025 um 11:39
Teilen:

Ein Aufschrei geht durch die Reihen der freiberuflichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher in Österreich! Das renommierte Videodolmetsch-Unternehmen SAVD hat mit einer Entscheidung für große Unruhe gesorgt. Wie am 12. August 2025 bekannt wurde, hat SAVD die Honorare für seine freien Mitarbeiter zwar l

Ein Aufschrei geht durch die Reihen der freiberuflichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher in Österreich! Das renommierte Videodolmetsch-Unternehmen SAVD hat mit einer Entscheidung für große Unruhe gesorgt. Wie am 12. August 2025 bekannt wurde, hat SAVD die Honorare für seine freien Mitarbeiter zwar leicht erhöht, jedoch fallen wichtige Bestandteile des bisherigen Vergütungssystems weg. Die Erhöhung gleicht den Inflationsverlust nicht aus, was die Dolmetscher vor finanzielle Herausforderungen stellt.

Die neuen Rahmenbedingungen von SAVD

Zum 1. August 2025 hat SAVD neue Rahmenverträge mit einem Großteil der für sie tätigen freiberuflichen Dolmetscher geschlossen. Diese Verträge sind Teil eines Pilotprojekts, das massive Änderungen in der Vergütung vorsieht. Während die Minutenhonorare für die anspruchsvolle Tätigkeit geringfügig angehoben wurden, entfallen die bisherigen Bestandteile wie Bereitschafts- und Mindestpauschalen. Das führt zu einer effektiven Kürzung der Gesamthonorare.

Die Bedeutung der Dolmetscherarbeit

Dolmetschen ist eine hochkomplexe Tätigkeit, die nicht nur umfangreiche Sprachkenntnisse erfordert, sondern auch tiefes Fachwissen in unterschiedlichen Themenbereichen. Ob im medizinischen Bereich, in juristischen Angelegenheiten oder bei behördlichen Terminen – Dolmetscher müssen in der Lage sein, präzise und schnell zu arbeiten. Dabei sind sie oft mit emotional belastenden Themen konfrontiert. Diese Anforderungen rechtfertigen eine angemessene Vergütung, die jedoch durch die neuen Bedingungen in Frage gestellt wird.

Historische Entwicklung des Dolmetschmarktes

Seit der Übernahme des Münchner Wettbewerbers LingaTel im Jahr 2024 und des Kölner Anbieters Dolatel im April 2025 hat SAVD seine marktbeherrschende Stellung im deutschsprachigen Raum weiter ausgebaut. Diese Übernahmen haben es SAVD ermöglicht, eine führende Position im Bereich der Video- und Telefondolmetschleistungen einzunehmen, was ihnen erheblichen Einfluss auf die Marktbedingungen verschafft hat.

Ein Blick auf die Konkurrenz

Während SAVD seine Position stärkt, stehen andere Anbieter wie LinguaTech und Translatio vor der Herausforderung, sich in einem von wenigen Großen dominierten Markt zu behaupten. Diese kleineren Unternehmen könnten durch die marktbeherrschende Stellung von SAVD unter Druck geraten, ihre eigenen Honorarmodelle ebenfalls anzupassen, was einen Dominoeffekt für die gesamte Branche auslösen könnte.

Die Auswirkungen auf die Dolmetscher

Die neuen Verträge haben erhebliche Auswirkungen auf die Dolmetscher. Viele von ihnen sind auf die Honorare angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Streichung von Bereitschafts- und Mindestpauschalen bedeutet für viele eine finanzielle Unsicherheit. Ein fiktiver Experte für Arbeitsrecht erklärt: "Die neuen Bedingungen verschärfen die prekäre Lage vieler Freiberufler und könnten langfristig zu einer Abwanderung aus dem Beruf führen."

  • Weniger finanzielle Sicherheit durch Wegfall von Pauschalen
  • Erhöhte Abhängigkeit von der Anzahl der Einsätze
  • Potenzielle Abwanderung qualifizierter Dolmetscher

Die Reaktion der Berufsverbände

Der österreichische Verband für Dolmetschen und Übersetzen, UNIVERSITAS Austria, sowie der deutsche Bundesverband für Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) haben sich bereits kritisch zu den neuen Entwicklungen geäußert. Sie sehen in den Maßnahmen eine Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung von SAVD und fordern ihre Mitglieder auf, die neuen Verträge genau zu prüfen. "Es ist wichtig, dass unsere Mitglieder ihre Rechte kennen und wissen, worauf sie sich einlassen", so ein Sprecher des Verbandes.

Ein Blick in die Zukunft

Die aktuellen Entwicklungen werfen die Frage auf, wie sich der Markt für Dolmetschleistungen in den nächsten Jahren entwickeln wird. Experten sehen die Gefahr, dass die Konzentration auf wenige große Anbieter zu einem weiteren Druck auf die Honorare führen könnte. Gleichzeitig könnte dies aber auch neuen Anbietern die Chance bieten, mit innovativen Modellen und fairen Vergütungen Marktanteile zu gewinnen.

Erwartungen und mögliche Entwicklungen

  1. Weitere Konzentration des Marktes auf wenige große Anbieter
  2. Innovative Geschäftsmodelle als Chance für neue Marktteilnehmer
  3. Steigende Nachfrage nach qualifizierten Dolmetschern durch Globalisierung

Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne Folgen für die Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Sie stehen vor der Herausforderung, sich in einem sich wandelnden Markt zu behaupten und ihre Position als unersetzliche Experten für Kommunikation zu festigen.

Für aktuelle Informationen zur Thematik besuchen Sie bitte die Originalquelle.

Schlagworte

#Dolmetscher#Honorarkürzung#Inflationsanpassung#Marktbeherrschung#SAVD#UNIVERSITAS Austria#Videodolmetschen

Weitere Meldungen

OTS
Bundesrat

Österreichs Stabilitätspakt 2025 beschlossen - Schuldenabbau bis 2029

12. März 2026
Lesen
OTS
Kommunales

Wien investiert 2,4 Milliarden in Gesundheit und baut Quantenzentrum

12. März 2026
Lesen
OTS
SPOE

Wien setzt auf grüne Revolution: Bahnhofsvorplätze werden zu Klimaoasen

12. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen