Die Nachricht schlug ein wie ein Blitz: Faber-Castell, der weltweit renommierte Hersteller von Schreibwaren, hat angekündigt, seine globale Strategie 'ONE Faber-Castell' schneller als geplant umzusetzen. Dies bedeutet nicht nur eine beschleunigte Transformation, sondern auch die Schließung des öster
Die Nachricht schlug ein wie ein Blitz: Faber-Castell, der weltweit renommierte Hersteller von Schreibwaren, hat angekündigt, seine globale Strategie 'ONE Faber-Castell' schneller als geplant umzusetzen. Dies bedeutet nicht nur eine beschleunigte Transformation, sondern auch die Schließung des österreichischen Zweigwerks in Engelhartszell im Jahr 2026. Doch was steckt wirklich hinter dieser Entscheidung und welche Auswirkungen hat sie auf die Mitarbeiter und die Region?
Faber-Castell verfolgt mit der Strategie 'ONE Faber-Castell' das Ziel, durch Effizienz- und Synergiemaßnahmen die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dies umfasst die Implementierung von Maßnahmen an verschiedenen Produktionsstandorten weltweit. Doch was bedeutet das konkret? Effizienzmaßnahmen zielen darauf ab, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken, während Synergiemaßnahmen darauf abzielen, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen oder Standorten zu verbessern, um Ressourcen optimal zu nutzen.
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Faber-Castell trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein leichtes Umsatzwachstum von 0,3 %, währungsbereinigt. Doch negative Wechselkursentwicklungen führten zu einem Rückgang des Gruppenumsatzes um 2,7 % auf 601,8 Millionen Euro. Die Profitabilität blieb unter dem Vorjahresniveau. Diese wirtschaftlichen Herausforderungen, gepaart mit der sich verschärfenden politischen Lage und der globalen Konsumzurückhaltung, erfordern eine schnellere Umsetzung der Strategie, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eine der ersten Maßnahmen im Zuge der beschleunigten Strategie ist die Schließung des Zweigwerks in Engelhartszell, das auf die Produktion von Textlinern spezialisiert ist. Die Nachfrage nach diesen Produkten ist stark rückläufig, was die Entscheidung zur Schließung beeinflusst hat. 41 Mitarbeiter sind von dieser Entscheidung betroffen. Faber-Castell hat versichert, dass allen betroffenen Mitarbeitern durch Qualifizierungsmaßnahmen oder sozialverträgliche Regelungen faire Perspektiven geboten werden.
Die Schließung des Werks in Engelhartszell ist ein harter Schlag für die Region. Arbeitsplätze gehen verloren, was sich negativ auf die lokale Wirtschaft auswirken kann. Doch Faber-Castell betont seine soziale Verantwortung und plant, die Auswirkungen durch Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen abzumildern. Die Produktionsanlagen werden nach Lima, Peru, verlagert, was die internationale Ausrichtung des Unternehmens unterstreicht.
Trotz der Herausforderungen sieht Faber-Castell Wachstumspotential in den Bereichen Kreativität und Kosmetik. Kreativität ist ein zentraler Markenwert des Unternehmens und spielt in Zeiten technologischer Veränderungen durch Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. Faber-Castell möchte weiterhin ein lebenslanger Begleiter für künstlerisches Schaffen sein. Auch die Kosmetikbranche soll unter neuer Leitung weiter ausgebaut werden. Dr. Franco Lucá, ein erfahrener Branchenexperte, hat am 1. Oktober 2025 die Geschäftsführung übernommen.
Die beschleunigte Umsetzung der Strategie 'ONE Faber-Castell' könnte das Unternehmen langfristig stärken. Durch die Konsolidierung von Standorten und die Schaffung globaler Kompetenzzentren wird Faber-Castell seine Ressourcen effizienter nutzen können. Dies könnte in Zukunft zu einer stärkeren Marktposition und höheren Profitabilität führen.
Die Transformation von Faber-Castell ist ein notwendiger Schritt, um den Herausforderungen der globalen Wirtschaft zu begegnen. Die Schließung des Werks in Engelhartszell ist schmerzhaft, aber notwendig, um die langfristigen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die Mitarbeiter und die Region müssen sich auf Veränderungen einstellen, doch Faber-Castell hat versichert, dass es faire Lösungen für die Betroffenen geben wird. Die Zukunft des Unternehmens sieht trotz der aktuellen Herausforderungen vielversprechend aus.