Am 13. November 2025 präsentiert die zeb-Studie ein Bild von den aktuellen Erwartungen österreichischer Unternehmen an ihre Banken. Die Studie zeigt, dass Firmenkunden zunehmend mehr Branchen-Know-how und digitale Nähe von ihren Finanzinstituten verlangen. Diese Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt
Am 13. November 2025 präsentiert die zeb-Studie ein Bild von den aktuellen Erwartungen österreichischer Unternehmen an ihre Banken. Die Studie zeigt, dass Firmenkunden zunehmend mehr Branchen-Know-how und digitale Nähe von ihren Finanzinstituten verlangen. Diese Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die wirtschaftliche Lage im D-A-CH-Raum angespannt bleibt. Obwohl 2025 ein leichtes BIP-Wachstum von 0,3 Prozent für Österreich prognostiziert wird, steigt die Zahl der Firmeninsolvenzen weiter an, was die Bankenlandschaft vor neue Herausforderungen stellt.
Die wirtschaftliche Situation in Österreich und seinen Nachbarländern ist geprägt von Unsicherheiten und einem schwachen Wachstum. Nach den Rezessionen der Jahre 2023 und 2024 erholt sich die Wirtschaft nur langsam. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) erwartet für 2025 ein Wachstum von lediglich 0,3 Prozent. Parallel dazu steigt die Zahl der Firmeninsolvenzen: Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete der Kreditschutzverband einen Anstieg um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklungen führen zu einer gedämpften Investitionsdynamik und einem schwachen Kreditwachstum.
Die zeb-Studie hebt hervor, dass Branchenwissen für Banken ein entscheidender Differenzierungsfaktor wird. Bereits jeder zweite Firmenkunde wünscht sich von seiner Bank mehr spezifisches Know-how und maßgeschneiderte Beratung. Dies bietet insbesondere regionalen Banken eine Chance, ihre Marktposition zu stärken. Dr. Michaela Schneider von zeb Austria betont, dass Banken, die ihre Kunden verstehen und als Sparringspartner agieren, das Vertrauen und die Bindung langfristig erhöhen können.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass österreichische Banken in puncto Branchen-Know-how und Digitalisierung noch Nachholbedarf haben. Während in der Schweiz bereits 60 Prozent der Firmenkunden mit der digitalen Infrastruktur ihrer Banken zufrieden sind, liegt dieser Wert in Österreich nur bei 62 Prozent. Deutsche Banken hingegen punkten mit einem höheren Grad an individualisierten Beratungsleistungen, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Regionalbanken konnten im ersten Quartal 2025 ihre Anteile am Kreditmarkt leicht erhöhen, während große Aktienbanken Anteile verloren. Dieser Erfolg ist auf Faktoren wie Kundennähe, Betreuungskontinuität und schnelle Entscheidungen vor Ort zurückzuführen. Regionalbanken erfüllen zudem die gängigen digitalen Mindeststandards, was in Zukunft noch wichtiger wird, da der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) die Benchmark stetig anhebt. Dr. Bernd Liesenkötter von zeb betont, dass die Integration von KI und digitalen Standards entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Banken sein wird.
Obwohl 68 Prozent der befragten Unternehmen mit der Beratung und Erreichbarkeit ihrer Hausbanken zufrieden sind, wünschen sich viele mehr digitale Lösungen. Besonders wichtig sind elektronische Kontoauszugsverarbeitung und die Möglichkeit eines digitalen Dokumentenuploads. Der automatische Austausch mit Buchhaltungssoftware wird bereits von 38 Prozent der Unternehmen genutzt. Banken sind daher gefordert, mehr KI-Schnittstellen und automatisierte Prozesse anzubieten.
Die zeb-Studie identifiziert drei Haupttreiber für die zukünftige Relevanz von Banken: das anspruchsvolle Wirtschaftsumfeld, hohe Kundenerwartungen und die Digitalisierung. Banken müssen sich als kompetente Sparringspartner mit echter Branchen- und Geschäftsmodell-Expertise positionieren. Die Bank von morgen wird kein physischer Ort mehr sein, sondern ein digitaler Service, der nahtlos in den Geschäftsalltag der Unternehmen integriert ist. Digitale Services, Embedded Finance und KI-Lösungen werden sich in Unternehmensprozesse einfügen müssen, um relevant zu bleiben.
Die zeb-Firmenkundenstudie, die seit 20 Jahren durchgeführt wird, zeigt, dass Veränderung notwendig ist, um den steigenden Erwartungen der Firmenkunden gerecht zu werden. Die Digitalisierung bietet hier Chancen, die es zu nutzen gilt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
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