Ein revolutionärer Blick auf das alte Wien erwartet die Besucher der neuen Sonderausstellung im Wien Museum. Unter dem Titel „Eisenbeton. Anatomie einer Metropole“ wird die faszinierende Geschichte der Stadt um 1900 enthüllt, die bisher im Schatten ihrer glanzvollen Fassaden verborgen lag.Die unsich
Ein revolutionärer Blick auf das alte Wien erwartet die Besucher der neuen Sonderausstellung im Wien Museum. Unter dem Titel „Eisenbeton. Anatomie einer Metropole“ wird die faszinierende Geschichte der Stadt um 1900 enthüllt, die bisher im Schatten ihrer glanzvollen Fassaden verborgen lag.
Die Ausstellung entführt ihre Besucher in eine Zeit, in der Eisenbeton begann, die Architektur der Großstädte weltweit zu revolutionieren. In Wien, der Kulturmetropole, die für ihre prunkvollen Gebäude bekannt ist, enthüllte der Einsatz von Eisenbeton eine ganz neue Dimension des Bauens. Diese Technologie ermöglichte es, multifunktionale Gebäude zu errichten, die das moderne urbane Leben in der Stadt prägten.
Der Wandel, den der Eisenbeton in Wien mit sich brachte, war beispiellos. Von den massiven Gewölben des Wienflusses bis zu den Decken der Stadtbahn – die innovative Nutzung dieses Baustoffs veränderte das Stadtbild nachhaltig. Die Ausstellung zeigt, wie ambitionierte Ingenieure und Architekten, viele aus dem jüdischen Bürgertum, Wien zu einem Zentrum des modernen Bauens machten.
Kuratorin Eva-Maria Orosz beschreibt eindrucksvoll, wie die Eisenbetonbauten um 1900 Raum für eine neue städtische Lebensweise schufen. In einem einzigen Gebäude fanden sich Theater, Kinos, Geschäfte, Cafés, Büros und Wohnungen - eine Vision, die sich bis heute in den urbanen Strukturen der Stadt widerspiegelt.
Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die architektonischen Meisterwerke, sondern auch die Menschen, die hinter diesen Projekten standen. Andreas Nierhaus, einer der Kuratoren, hebt die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der frühen Eisenbetonbauten hervor, die auch 130 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Faszination verloren haben.
Mit Modellen, Plänen, Fotografien und sogar originalen Ausstattungsstücken bringt die Ausstellung berühmte und weniger bekannte Bauwerke wie das Zacherlhaus und das Looshaus zum Leben. Diese Zeitreise zeigt, wie der Baustoff Beton, der heute oft kritisch gesehen wird, einst als bahnbrechende Technologie gefeiert wurde.
Die Ausstellung basiert auf dem Forschungsprojekt „Anatomie einer Metropole“ unter der Leitung von Otto Kapfinger. Die dazugehörige Publikation erscheint bei Birkhäuser und wird am 10. Juni im Wien Museum präsentiert.
Die Ausstellung „Eisenbeton. Anatomie einer Metropole“ läuft vom 22. Mai bis 28. September 2025 im Wien Museum am Karlsplatz 8, 1040 Wien. Ein Muss für alle, die die verborgenen Geschichten der Kaiserstadt entdecken wollen!