Am 13. November 2025 wurde in Wien die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft GPA und den Arbeitgebern des österreichischen Handels nach neun Stunden ergebnislos beendet. Die Verhandlungen betrafen 430.000 Angestellte und 20.000 Lehrlinge im Handel. Die Arbeitgeberseite bot eine Gehaltse
Am 13. November 2025 wurde in Wien die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft GPA und den Arbeitgebern des österreichischen Handels nach neun Stunden ergebnislos beendet. Die Verhandlungen betrafen 430.000 Angestellte und 20.000 Lehrlinge im Handel. Die Arbeitgeberseite bot eine Gehaltserhöhung von 2,25% an, was von der Gewerkschaft als unzureichend abgelehnt wurde. In der nächsten Woche sind Betriebsversammlungen in ganz Österreich geplant, um die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen zu informieren und die nächsten Schritte zu besprechen.
Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft GPA sind ein jährliches Ritual, das die Lohn- und Arbeitsbedingungen im Handel neu festlegt. Diese Verhandlungen sind besonders wichtig, da sie die finanzielle Planungssicherheit für viele Haushalte in Österreich beeinflussen. Historisch gesehen, haben solche Verhandlungen oft zu Streiks oder anderen Formen des Arbeitskampfes geführt, wenn keine Einigung erzielt werden konnte. Die Inflationsrate spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie als Maßstab für die Angemessenheit von Gehaltserhöhungen dient.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Verhandlungen stattfinden, zeigt sich, dass die Gewerkschaften in Österreich traditionell eine stärkere Position haben. In Deutschland beispielsweise sind die Verhandlungen oft regionaler organisiert, während in der Schweiz die Verhandlungskultur wesentlich konsensorientierter ist. Diese Unterschiede können zu unterschiedlichen Verhandlungsergebnissen führen, die sich direkt auf die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auswirken.
Die Auswirkungen der Verhandlungen sind weitreichend. Eine Einigung oder das Ausbleiben einer solchen kann die Kaufkraft der Beschäftigten erheblich beeinflussen. Ein Beispiel: Eine Gehaltserhöhung unterhalb der Inflationsrate bedeutet realen Kaufkraftverlust, was wiederum den Konsum und damit die gesamte Wirtschaft belasten kann. Die geplanten Betriebsversammlungen sollen nicht nur informieren, sondern auch den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, ein besseres Angebot zu unterbreiten.
Die aktuelle Inflationsrate liegt bei 3,0%, was nur geringfügig über der Rate des Vorjahres liegt. Die Gewerkschaft fordert mindestens eine Anpassung an diese Rate, um den realen Lohnverlust zu vermeiden. Die Arbeitgeber hingegen argumentieren mit der wirtschaftlichen Unsicherheit und den Herausforderungen der Nach-Pandemie-Zeit, die eine höhere Anhebung erschweren.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 24. November angesetzt. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, könnten Streiks und andere gewerkschaftliche Maßnahmen folgen. Die Gewerkschaft hat bereits die Unterstützung der Betriebsräte und der Beschäftigten zugesichert bekommen. Eine Einigung würde nicht nur den sozialen Frieden sichern, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität fördern. Langfristig könnte eine Einigung auf Basis der Inflationsrate dazu beitragen, das Vertrauen in die Verhandlungsprozesse zu stärken und die Attraktivität der Branche für Arbeitskräfte zu erhöhen.
Abschließend bleibt abzuwarten, ob die Arbeitgeberseite ein verbessertes Angebot vorlegt, das den Forderungen der Gewerkschaft entgegenkommt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft der Handelsangestellten in Österreich.