Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Österreich und Europa kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Am 25. November 2025 versammelten sich führende Expert:innen in Wien, um über die Rolle von Standards in diesem Wandel zu diskutieren. Unter dem Titel „Circular by Standard: Innovation durch No
Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Österreich und Europa kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Am 25. November 2025 versammelten sich führende Expert:innen in Wien, um über die Rolle von Standards in diesem Wandel zu diskutieren. Unter dem Titel „Circular by Standard: Innovation durch Normung, Ökodesign & digitale Produktpässe“ beleuchtete die Veranstaltung von Austrian Standards, wie Normen den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft fördern können. Der Fokus lag auf der Frage, wie Standards dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und zirkuläre Prozesse effizient zu gestalten.
Standards sind definierte Normen und Richtlinien, die sicherstellen, dass Produkte, Dienstleistungen und Systeme sicher, zuverlässig und von guter Qualität sind. Im Kontext der Kreislaufwirtschaft tragen sie dazu bei, dass Prozesse transparent und nachvollziehbar werden. Valerie Höllinger, CEO von Austrian Standards, betonte, dass der Digitale Produktpass, ein zentrales Element des European Green Deal, nur dann effektiv sein kann, wenn er durch passende Standards unterstützt wird. Diese Standards ermöglichen es, Datenmodelle, Prüfverfahren und Schnittstellen zu harmonisieren, was wiederum die Entscheidungsfindung in Einkauf und Service verbessert.
Die Idee der Standardisierung ist nicht neu. Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Bemühungen unternommen, um durch Normen die industrielle Produktion zu vereinheitlichen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus jedoch verändert. Mit dem Aufkommen von Nachhaltigkeitszielen und der Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft haben Standards eine neue Bedeutung erlangt. Sie sind heute nicht nur Werkzeuge zur Effizienzsteigerung, sondern auch entscheidende Faktoren für die Umsetzung umweltfreundlicher Praktiken.
Österreich hat sich im Bereich der Kreislaufwirtschaft ambitionierte Ziele gesetzt. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass alle drei Länder auf Standards setzen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Während Deutschland oft als Vorreiter in der Umsetzung von Umweltstandards gilt, punktet die Schweiz mit ihrer Innovationskraft im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Österreich hingegen profiliert sich durch seine umfassende Einbindung von Stakeholdern in den Standardisierungsprozess.
Standards in der Kreislaufwirtschaft haben direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bürger:innen. Beispielsweise können durch den Digitalen Produktpass Konsument:innen besser nachvollziehen, woher die Rohstoffe eines Produkts stammen und wie es hergestellt wurde. Dies fördert nicht nur das Vertrauen in die Produkte, sondern unterstützt auch informierte Kaufentscheidungen. Ein weiteres Beispiel ist die Textilindustrie: Durch Standards wird es möglich, die Lebensdauer von Kleidung zu verlängern und damit den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
Laut einer Studie der Europäischen Kommission könnten durch die Umsetzung einer umfassenden Kreislaufwirtschaft bis 2030 jährlich bis zu 600 Milliarden Euro eingespart werden. In Österreich werden jährlich rund 80 Millionen Pakete von chinesischen Online-Plattformen verschickt, was zeigt, wie wichtig es ist, lokale Kreisläufe zu stärken und Standards zu implementieren, die diese Entwicklung unterstützen.
Arthur Erdem, Geschäftsführer der IPEF, hob hervor, dass EU-Regulierungen oft als Last empfunden werden, aber tatsächlich Standards den Wandel zur Kreislaufwirtschaft beschleunigen. Sie schaffen Transparenz und reduzieren Komplexität, was Innovation und wirtschaftliche Vorteile fördert. Claus Bretschneider von Breddy's betonte die Notwendigkeit der On-demand-Produktion, um Überproduktion zu vermeiden und die Lebensdauer von Produkten zu erhöhen.
Die Zukunft der Kreislaufwirtschaft in Österreich hängt entscheidend von der Weiterentwicklung und Implementierung von Standards ab. Diese werden nicht nur die Grundlage für nachhaltige Geschäftsmodelle bilden, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen stärken. Mit der fortschreitenden Digitalisierung eröffnen sich zudem neue Möglichkeiten, etwa durch den Einsatz von Blockchain-Technologien, um den Lebenszyklus von Produkten transparent zu gestalten.
Die Expert Talks von Austrian Standards haben deutlich gemacht, dass Standards der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft sind. Sie bieten den Rahmen, um Innovationen zu fördern, Ressourcen zu schonen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Es liegt an uns allen, diesen Wandel aktiv mitzugestalten. Welche Schritte werden Sie unternehmen, um die Kreislaufwirtschaft in Ihrem Alltag zu unterstützen?
Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte die offizielle Pressemitteilung von Austrian Standards.