Die Wiener Kulturszene steht vor einem aufregenden Ereignis: Das ORF RadioKulturhaus startet eine faszinierende dreiteilige Reihe mit dem Titel „Literatur im Dialog“. Ab dem 3. Juni 2025 werden Literatur und Musik in einem einzigartigen Format miteinander verwoben, das die Herzen von Literatur- und
Die Wiener Kulturszene steht vor einem aufregenden Ereignis: Das ORF RadioKulturhaus startet eine faszinierende dreiteilige Reihe mit dem Titel „Literatur im Dialog“. Ab dem 3. Juni 2025 werden Literatur und Musik in einem einzigartigen Format miteinander verwoben, das die Herzen von Literatur- und Musikliebhabern höher schlagen lässt.
Den Auftakt der Serie bildet die Lesung von Rainer Maria Rilkes „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets“, einem Werk, das zu den bekanntesten Publikationen des Schriftstellers zählt. Der Text, der erstmals 1906 veröffentlicht wurde, erzählt die tragische Geschichte eines jungen Soldaten. Die Schauspieler Nicholas Ofczarek und Tamara Metelka werden diesen Klassiker mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz zum Leben erwecken, während Violinist Nikolai Tunkowitsch mit seiner Musik die emotionalen Höhen und Tiefen des Textes unterstreicht.
Rainer Maria Rilke, einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache, wurde 1875 in Prag geboren. Seine Werke sind bekannt für ihre tiefgründige Symbolik und die Auseinandersetzung mit existenziellen Themen. „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets“ ist ein Paradebeispiel für Rilkes Fähigkeit, die menschliche Erfahrung in poetische Sprache zu fassen.
Rilkes Werk wurde in einer Zeit veröffentlicht, die von Umbrüchen und Veränderungen geprägt war. Die Jahrhundertwende brachte nicht nur technische und wissenschaftliche Fortschritte, sondern auch eine neue Art der literarischen Ausdrucksform mit sich. Die Literatur dieser Zeit spiegelt die Unsicherheiten und Hoffnungen wider, die die Menschen damals bewegten.
Die Wahl von Rilkes Text als Auftakt für die „Literatur im Dialog“-Reihe ist kein Zufall. Sie zeugt von der zeitlosen Relevanz seiner Themen und der Fähigkeit der Literatur, Menschen über Generationen hinweg zu berühren.
Der zweite Teil der Reihe am 19. und 20. September 2025 widmet sich dem Briefwechsel zwischen Franz Kafka und Milena Jesenská. Diese Briefe bieten einen intimen Einblick in die Beziehung zwischen dem berühmten Schriftsteller und der tschechischen Journalistin. Kafkas Briefe sind bekannt für ihre melancholische Schönheit und ihre philosophische Tiefe.
Franz Kafka, geboren 1883 in Prag, gilt als einer der einflussreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Werke, darunter „Die Verwandlung“ und „Der Prozess“, sind geprägt von Themen der Entfremdung und des Existenzialismus. Der Briefwechsel mit Milena Jesenská zeigt eine andere Seite von Kafka – die des Liebenden, der seine innersten Gedanken und Gefühle offenbart.
Die Inszenierung dieses Briefwechsels durch Metelka und Ofczarek verspricht ein emotionales und intellektuelles Erlebnis zu werden. Die Verbindung von Kafkas Worten mit der musikalischen Untermalung durch Tunkowitsch wird das Publikum in eine vergangene Welt entführen, die dennoch erstaunlich aktuell wirkt.
Der dritte Teil der Reihe am 29. November 2025 widmet sich dem Werk von Thomas Bernhard, einem der umstrittensten und gleichzeitig gefeiertsten Autoren Österreichs. Die Lesung basiert auf einem Kapitel aus Bernhards posthum veröffentlichtem Sammelband „Meine Preise“, das die Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Literatur an Bernhard und den damit verbundenen Skandal thematisiert.
Thomas Bernhard, bekannt für seinen scharfen Stil und seine kritische Sicht auf die österreichische Gesellschaft, hat mit seinen Werken oft Kontroversen ausgelöst. Seine Texte sind geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Themen wie Tod, Krankheit und der Suche nach Wahrheit.
Die Darstellung dieses literarischen Skandals durch Metelka und Ofczarek wird mit Sicherheit für Gesprächsstoff sorgen. Die musikalische Begleitung durch Tunkowitsch wird die dramatischen Elemente von Bernhards Texten hervorheben und dem Publikum eine unvergessliche Erfahrung bieten.
Die „Literatur im Dialog“-Reihe im ORF RadioKulturhaus verspricht, ein kulturelles Highlight des Jahres zu werden. Mit einer Kombination aus Literatur und Musik bietet sie ein einzigartiges Format, das die Grenzen traditioneller Lesungen sprengt und ein breites Publikum anspricht.
Die Eintrittspreise für die einzelnen Lesungen betragen 36 Euro, während ein Kombiticket für alle drei Veranstaltungen für 90 Euro erhältlich ist. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Homepage des ORF RadioKulturhauses oder über das Kartenbüro.
Die „Literatur im Dialog“-Reihe bietet eine einmalige Gelegenheit, einige der größten Werke der Literaturgeschichte in einem neuen Licht zu erleben. Die Kombination aus herausragender Schauspielkunst, meisterhafter Musik und zeitloser Literatur verspricht ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird.
Für alle, die sich für Literatur und Musik begeistern, ist diese Veranstaltungsreihe ein absolutes Muss. Die Aufführungen im ORF RadioKulturhaus bieten die perfekte Gelegenheit, in die Welt der Literatur einzutauchen und die Kraft der Worte und der Musik hautnah zu erleben.