Wien ist bekannt für seine reiche Kulturgeschichte und seine Offenheit gegenüber Vielfalt und Inklusion. Am 3. Oktober 2025 wurde ein weiteres Kapitel dieser Geschichte geschrieben, als das Zentrum für queere Kultur und Geschichte, bekannt als Qwien, seinen neuen Standort im fünften Bezirk der Stadt
Wien ist bekannt für seine reiche Kulturgeschichte und seine Offenheit gegenüber Vielfalt und Inklusion. Am 3. Oktober 2025 wurde ein weiteres Kapitel dieser Geschichte geschrieben, als das Zentrum für queere Kultur und Geschichte, bekannt als Qwien, seinen neuen Standort im fünften Bezirk der Stadt eröffnete. Dieser Umzug markiert nicht nur eine physische Verlagerung, sondern auch einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der queeren Community in Wien und darüber hinaus.
Der neue Standort in der Ramperstorffergasse bietet mit 900 Quadratmetern dreimal so viel Platz wie der vorherige. Diese Erweiterung ermöglicht es Qwien, seine Mission, queeres Leben sichtbar und erlebbar zu machen, noch effektiver zu verfolgen. Laut Stadträtin Veronica Kaup-Hasler geht es darum, „viele Menschen zu erreichen, neue Perspektiven zu öffnen und queeres Leben als Teil der Gegenwart sichtbar zu machen“.
Der Begriff „queer“ wird oft verwendet, um eine Vielzahl von sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten zu beschreiben, die von der traditionellen Heteronormativität abweichen. In der Geschichte wurde der Begriff häufig abwertend verwendet, doch in den letzten Jahrzehnten hat die LGBTQ+-Community ihn zurückerobert und positiv besetzt, um Vielfalt und Inklusion zu fördern.
Qwien ist seit Mitte Juni 2025 für Besucher geöffnet und bietet ein umfangreiches Programm von Dienstag bis Sonntag, mit verlängerten Öffnungszeiten am Donnerstag. Dies ermöglicht es einer breiteren Öffentlichkeit, die Ausstellungen und Veranstaltungen zu besuchen und sich mit der queeren Geschichte auseinanderzusetzen. Thomas Weber, LGBTIQ+-Sprecher der NEOS Wien, betont die Bedeutung solcher Orte: „Wir brauchen Orte, an denen queere Stimmen nicht nur gesammelt, sondern auch erforscht, verstanden und vermittelt werden.“
Die Stadt Wien hat die finanzielle Basis von Qwien neu geordnet und nachhaltig abgesichert. Diese langfristige Unterstützung stellt sicher, dass Qwien als zentrale Einrichtung für queere Stadt- und Kulturgeschichte strategisch positioniert wird. „Mit Qwien hat Wien ein Museum geschaffen, das es so kaum anderswo gibt – nicht nur in Europa, sondern weltweit“, erklärt Kaup-Hasler. Diese Aussage unterstreicht die internationale Bedeutung des Zentrums und seine Rolle als Vorreiter in der queeren Geschichtsforschung.
Eine solide finanzielle Grundlage ermöglicht es kulturellen Einrichtungen, langfristig zu planen und ihre Programme kontinuierlich zu erweitern. Ohne diese Unterstützung könnten viele Projekte nur kurzfristig bestehen und müssten bei finanziellen Engpässen eingestellt werden. Die Absicherung durch die Stadt Wien zeigt das Engagement der Stadt für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft.
Qwien arbeitet an der Schnittstelle von historischer Forschung, Archivierung und kultureller Vermittlung. Das Zentrum dokumentiert queeres Leben in Wien und Österreich von der NS-Zeit über die Aids-Krise bis hin zu aktuellen Bewegungen. Diese umfassende Dokumentation ist entscheidend, um die Vielfalt und Komplexität der queeren Geschichte zu bewahren und zugänglich zu machen.
Die Aids-Krise der 1980er und 1990er Jahre hatte verheerende Auswirkungen auf die queere Community weltweit. Viele Menschen starben, und die Krankheit wurde lange Zeit stigmatisiert. Heute ist es wichtig, diese Geschichte zu bewahren und die Lehren daraus zu ziehen, um die Akzeptanz und Unterstützung für Betroffene zu fördern.
Qwien ist nicht nur in Wien aktiv, sondern auch international vernetzt. Das Zentrum arbeitet mit Partnern in London, Zürich und Sydney zusammen und ist Teil eines Netzwerks deutschsprachiger Archive. Diese Zusammenarbeit ermöglicht den Austausch von Wissen und Erfahrungen und stärkt die internationale Sichtbarkeit der queeren Geschichtsforschung.
Mit queeren Stadtspaziergängen, Ausstellungen, Vorträgen und digitalen Formaten vermittelt Qwien Forschung auf lebendige Weise. Der neue Standort und die langfristige Absicherung stärken Wiens Position als führendes Zentrum für queere Kultur und Geschichte. Kaup-Hasler und Weber betonen: „Qwien ist nicht nur ein Ort der Forschung und des Archivs, sondern vor allem ein lebendiger Kultur- und Ausstellungsraum, der allen offen steht.“
Qwien spielt eine entscheidende Rolle in der Förderung von Akzeptanz und Verständnis für die queere Community. Durch seine Arbeit trägt das Zentrum dazu bei, Vorurteile abzubauen und eine inklusive Gesellschaft zu fördern. Die Eröffnung des neuen Standorts ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und zeigt, dass Wien sich seiner Verantwortung für Vielfalt und Inklusion bewusst ist.
Mit der Eröffnung des neuen Standorts und der langfristigen finanziellen Absicherung ist Qwien gut gerüstet, um seine Mission fortzusetzen und weiter auszubauen. Die Erweiterung des Leitungsteams und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern werden dazu beitragen, neue Perspektiven zu eröffnen und die queere Geschichte in Wien und darüber hinaus zu fördern.
Qwien ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie kulturelle Einrichtungen zur Förderung von Vielfalt und Inklusion beitragen können. Der neue Standort im fünften Bezirk ist ein Zeichen für die Zukunft, in der queere Geschichte nicht nur bewahrt, sondern aktiv gelebt und vermittelt wird. Diese Entwicklung ist nicht nur für Wien, sondern für die gesamte queere Community von großer Bedeutung.
Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website von Qwien.