Am 25. November 2025 wird im Presseclub Concordia in Wien eine bedeutende Pressekonferenz stattfinden, die sich mit einem brisanten Thema auseinandersetzt: der Gewalt gegen alleinerziehende Mütter in Österreich. Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen - FEM.A hat diesen Termin gewählt, um auf d
Am 25. November 2025 wird im Presseclub Concordia in Wien eine bedeutende Pressekonferenz stattfinden, die sich mit einem brisanten Thema auseinandersetzt: der Gewalt gegen alleinerziehende Mütter in Österreich. Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen - FEM.A hat diesen Termin gewählt, um auf die ungebrochene Nachtrennungsgewalt aufmerksam zu machen, die Mütter und Kinder in Österreich erleiden. Die Veranstaltung ist Teil der globalen Kampagne '16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen', die jedes Jahr zwischen dem 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, und dem 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, stattfindet.
Der Begriff 'Nachtrennungsgewalt' beschreibt die Gewalt, die Frauen und ihre Kinder nach der Trennung von ihren Partnern erleben. Diese Form der Gewalt ist oft subtiler als physische Gewalt und kann emotionale, psychologische und finanzielle Aspekte umfassen. In vielen Fällen wird diese Gewalt von den Tätern genutzt, um die Kontrolle über die Ex-Partnerinnen aufrechtzuerhalten, was zu erheblichen psychischen Belastungen führt.
Historisch betrachtet ist die Gewalt gegen Frauen ein tief verwurzeltes Problem, das sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. In Österreich, wie auch in vielen anderen Ländern, haben feministische Bewegungen seit den 1970er Jahren auf die strukturelle Gewalt aufmerksam gemacht, der Frauen ausgesetzt sind. Trotz zahlreicher gesetzlicher Verbesserungen bleibt die Umsetzung oft lückenhaft, insbesondere in Bezug auf den Schutz von Frauen und Kindern nach der Trennung.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in einigen Bereichen Nachholbedarf hat. Während Deutschland in den letzten Jahren verstärkt auf den Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt gesetzt hat, indem es beispielsweise die Istanbul-Konvention umfassend umgesetzt hat, hinkt Österreich bei der praktischen Anwendung hinterher. Die Schweiz hat ebenfalls Fortschritte gemacht, indem sie spezialisierte Interventionsstellen eingerichtet hat, die sich um die Belange von Gewaltopfern kümmern.
Ein zentraler Aspekt der Pressekonferenz wird die Rolle der Familiengerichte in Österreich sein. Laut FEM.A erleben Mütter und Kinder dort gravierende Menschenrechtsverletzungen. Oftmals werden die Belange und Sicherheitsbedürfnisse der betroffenen Frauen und Kinder nicht ausreichend berücksichtigt, was zu weiteren Traumatisierungen führen kann. Der Verein fordert daher eine dringende Reform der Familiengerichtsbarkeit, um die Rechte der Opfer zu stärken.
Die Istanbul-Konvention, ein internationaler Vertrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, bietet einen umfassenden Rahmen für den Schutz von Gewaltopfern. Das GREVIO-Komitee, das die Umsetzung der Konvention überwacht, hat Österreich bereits mehrfach aufgefordert, seine Maßnahmen zu verbessern. Insbesondere wird gefordert, dass die Empfehlungen des GREVIO-Komitees im nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen verankert werden.
Die Nachtrennungsgewalt hat weitreichende Auswirkungen auf die betroffenen Familien. Neben den psychischen und physischen Belastungen leiden viele Frauen und Kinder auch unter finanziellen Einbußen. Alleinerziehende Mütter sind häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig und haben Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dies wird durch die fehlende Unterstützung von staatlicher Seite zusätzlich erschwert.
Ein Beispiel ist die Geschichte von Maria, einer alleinerziehenden Mutter aus Wien, die nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Partner mit ihren drei Kindern in eine Notunterkunft ziehen musste. Trotz mehrfacher Anträge auf Unterstützung wurde sie von den Behörden immer wieder abgewiesen, was ihre Lage weiter verschärfte.
Laut aktuellen Statistiken des österreichischen Frauenministeriums sind mehr als 30% der alleinerziehenden Mütter in Österreich von Gewalt betroffen. Diese Zahl ist alarmierend und zeigt den dringenden Handlungsbedarf auf. Zudem leben viele dieser Frauen und Kinder an der Armutsgrenze, was ihre Lage weiter verschärft.
Eine Studie der Universität Wien hat gezeigt, dass die psychischen Folgen von Nachtrennungsgewalt oft über Jahre hinweg anhalten und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer umfassenden Unterstützung und eines besseren Schutzes für alleinerziehende Mütter.
Die Zukunftsperspektiven für alleinerziehende Mütter in Österreich hängen maßgeblich von der politischen Bereitschaft ab, die Empfehlungen des GREVIO-Komitees umzusetzen und den nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen zu stärken. Ein wichtiger Schritt wäre die Einrichtung spezialisierter Beratungsstellen, die sich gezielt um die Belange von alleinerziehenden Müttern kümmern.
Darüber hinaus könnte die Einführung von Schulungsprogrammen für Richter und Rechtsanwälte dazu beitragen, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und die Entscheidungsfindung an den Familiengerichten zu verbessern.
Die Pressekonferenz des Vereins Feministische Alleinerzieherinnen - FEM.A am 25. November 2025 ist ein wichtiger Schritt, um auf die drängenden Probleme der Nachtrennungsgewalt aufmerksam zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass die österreichische Politik die Forderungen ernst nimmt und die notwendigen Maßnahmen ergreift, um den Schutz von Frauen und Kindern zu verbessern.
Interessierte Leserinnen und Leser können sich auf der Webseite des Vereins FEM.A über die Petition und weitere Initiativen informieren. Ihr Engagement ist gefragt, um den notwendigen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen.