RE/MAX-ImmoSpiegel zeigt deutliche Erholung mit 16,8% mehr Verkäufen
Der österreichische Immobilienmarkt zeigt 2025 eine beeindruckende Erholung: Verkäufe stiegen um 16,8%, Umsätze um 20,3% auf 34,61 Milliarden Euro.
Nach den schwierigen Jahren 2023 und 2024 zeigt der österreichische Immobilienmarkt 2025 eine deutliche Trendwende. Laut dem aktuellen RE/MAX-ImmoSpiegel 2025 verzeichnete der Gesamtmarkt gegenüber dem Vorjahr einen Mengenzuwachs von 16,8 Prozent und einen Mehrumsatz von beeindruckenden 20,3 Prozent. Mit 117.782 verbücherten Immobilien und einem Gesamtumsatz von 34,61 Milliarden Euro ist die Talsohle endgültig durchschritten.
Besonders bemerkenswert ist, dass nahezu alle österreichischen Bundesländer von dieser positiven Entwicklung profitieren. Alle Bundesländer außer dem Burgenland verzeichneten zweistellige Zuwächse bei den Verkaufsmengen. Trendsetter sind dabei Vorarlberg mit einem Plus von 26,2 Prozent und Wien mit 24,4 Prozent Wachstum.
"Die rückläufige Inflation und das geringere Zinsniveau, aber auch psychologische Effekte wie das medial breitgetretene Ende der KIM-Verordnung und vor allem Gewöhnungseffekte an das Ende der Nullzinsphase, haben zu dieser Trendumkehr geführt", erläutert Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von RE/MAX Austria.
Beim Immobilienumsatz zeigt sich ein noch stärkeres Bild: Der Umsatzzuwachs von 5,84 Milliarden Euro entspricht etwa dem Wachstum, das normalerweise in zwei Jahren erreicht wird. Nach dem dramatischen Rückgang von 12,70 Milliarden Euro im Jahr 2023 und weiteren 2,54 Milliarden Euro im Jahr 2024, liegt der Umsatz 2025 wieder auf dem Niveau von 2019.
Wien steuerte mit 1,67 Milliarden Euro den größten Beitrag zum Umsatzwachstum bei, gefolgt von der Steiermark mit 1,00 Milliarden Euro und Niederösterreich mit 865 Millionen Euro. Zusammen sind Wien und die Steiermark für fast die Hälfte des gesamten Umsatzwachstums verantwortlich.
Die Analyse nach Immobilientypen zeigt, dass vor allem die wichtigsten Kategorien – Wohnungen und Einfamilienhäuser – den Aufschwung antreiben. Die Verbücherungen von Wohnungen stiegen um 21,7 Prozent, was 61.858 Transaktionsakte im Wert von 13,38 Milliarden Euro entspricht.
Bei den Häusern legten Einfamilienhäuser um 17,7 Prozent zu, während Doppelhaushälften um 15,8 Prozent und Mehrfamilienhäuser um 12,3 Prozent wuchsen. Insgesamt wurden 26.232 Wohnhäuser verkauft, was einem Umsatz von 13,47 Milliarden Euro entspricht.
Besonders beeindruckend entwickelten sich Gewerbeimmobilien: Büroflächen verzeichneten ein Plus von 32,5 Prozent, Bürogebäude sogar 38,0 Prozent. Auch Immobilien im Beherbergungsgewerbe (Hotels und Pensionen) legten um 41,9 Prozent zu. Die Gewerbeimmobilien sind mit 2.835 Objekten für 2,66 Milliarden Euro Umsatz verantwortlich.
In der Mengenstatistik führt wieder Niederösterreich mit 24.620 verbücherten Immobilien, gefolgt von Wien mit 19.328 Transaktionen. Die Steiermark belegt mit 18.426 Verkäufen den dritten Platz vor Oberösterreich mit 16.286 Immobilientransaktionen.
"Wie schon 2024 lässt sich auch für 2025 kein eindeutiges Muster aus den Wachstumsraten ableiten, außer, dass Wien und Vorarlberg stärker ausschlagen als die anderen Bundesländer, wohl, weil sie auch sonst früher auf Veränderungen reagieren", erklärt Anton Nenning, Head of Communication & Research bei RE/MAX Austria.
Die Zahlen des RE/MAX-ImmoSpiegels basieren auf der lückenlosen Erfassung aller Kaufverträge im öffentlich zugänglichen amtlichen Grundbuch seit 2009. Diese Methodik gilt als die verlässlichste Datenbasis am österreichischen Immobilienmarkt. IMMOunited, die Experten für Immobiliendaten, lesen diese Informationen aus und ergänzen sie um zusätzliche Daten wie Nutzwertgutachten und Flächenwidmungsinformationen.
"Wir erheben Transaktionsdaten aus dem österreichischen Grundbuch und ergänzen diese um historisch erfasste Nutzwertgutachten, Flächenwidmungs- und Gebäudeinformationen. So entstehen vollständige Transaktionsdatensätze, die für einen transparenten Immobilienmarkt sorgen", erläutert Roland Schmid, Geschäftsführer der IMMOunited GmbH.
Trotz der positiven Entwicklung sieht RE/MAX Austria noch Herausforderungen. Mit 117.782 Verbücherungen erreicht der Markt 2025 bereits 91,4 Prozent des Zehnjahresschnitts, liegt aber noch 8,6 Prozent unter diesem langfristigen Durchschnitt.
"Die Schaffung von Immobilieneigentum sollte unbedingt gefördert werden. Eigentum bedeutet mehr Selbstbestimmung und Freiheit, geringere Kosten in der Pension und daher einen Schutz vor Altersarmut", fordert Bernhard Reikersdorfer. Gleichzeitig appelliert er an die Politik: "Es muss allerdings auch dringend in die Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum intensiviert werden, ob durch Neubau, Umbau, Sanierung oder Verdichtung."
Eine Ausnahme in der ansonsten positiven Entwicklung bildet das Burgenland. Als einziges Bundesland verzeichnete es sowohl bei den Verkaufszahlen als auch beim Umsatz negative Werte. Die Verkaufsmenge stieg nur um bescheidene 8,5 Prozent, während der Umsatz sogar um 1,8 Prozent oder 14 Millionen Euro zurückging.
"War 2024 ein Landeanflug und der Jahreswechsel 2024/25 ein Touchdown, so sehen wir 2025 einen gelungenen Neustart", fasst Anton Nenning die Marktentwicklung zusammen. Die Daten zeigen, dass der österreichische Immobilienmarkt nach den Krisenjahren wieder auf Wachstumskurs ist und 2026 möglicherweise weitere Bundesländer dem Trend von Wien und Vorarlberg folgen werden.
Die detaillierten Zahlen für alle Bundesländer und Bezirke sind in der Vollversion des RE/MAX-ImmoSpiegels verfügbar, die auf der Website des Unternehmens abrufbar ist.