"Demokratie braucht Frauen" - Neues jährliches Format startet im März
Das österreichische Parlament veranstaltet erstmals eine offizielle Frauentag-Veranstaltung mit Fokus auf Berufseinstieg für junge Frauen.
Das österreichische Parlament setzt zum Internationalen Frauentag 2026 ein starkes institutionelles Zeichen: Erstmals findet am 11. März eine eigene Veranstaltung unter dem Motto "Demokratie braucht Frauen" statt. Die Veranstaltung im Lokal 2 des Parlaments beginnt um 15 Uhr und soll künftig jährlich durchgeführt werden.
Mit dieser Initiative unterstreicht das Parlament die Bedeutung der Partizipation von Frauen in der Demokratie. Der Internationale Frauentag, der seit mehr als 100 Jahren für Gleichberechtigung, Teilhabe und Selbstbestimmung von Frauen steht, erhält damit eine neue parlamentarische Dimension in Österreich.
"Demokratie lebt von der Mitwirkung aller - Demokratie braucht Frauen", lautet die zentrale Botschaft der Veranstaltung. Das neue Format soll dazu beitragen, unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen sichtbar zu machen, zu stärken und zu vernetzen.
Die Veranstaltung wird von Parlamentsdirektor Harald Dossi eröffnet. Anschließend folgt eine Videobotschaft von Doris Bures, der Dritten Nationalratspräsidentin. Ein besonderer Höhepunkt ist die Blitzfragerunde zu frauenpolitischen Themen mit den Frauensprecherinnen aller fünf Parlamentsparteien.
Dabei werden Rosa Ecker (FPÖ), Juliane Bogner-Strauß (ÖVP), Sabine Schatz (SPÖ), Lisa Aldali (NEOS) - die ihre Fraktionskollegin Henrike Brandstötter vertritt - und Meri Disoski (Grüne) zu aktuellen frauenpolitischen Herausforderungen Stellung nehmen.
Das diesjährige Schwerpunktthema "Einstieg in die Arbeitswelt" richtet sich besonders an junge Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Die Veranstaltung will Antworten auf die Frage geben, wie junge Frauen ihre Rolle in Gesellschaft, Beruf und Demokratie aktiv gestalten können.
Die Keynote "Neue Wege gehen - Frauen in der Arbeitswelt der Gegenwart" hält Bianca Khalil von den Wiener Linien. Als Leiterin der Abteilung "M11 - Produkt und Steuerung" bringt sie praktische Erfahrungen aus einem traditionell männerdominierten Bereich mit.
Besonders bemerkenswert ist die direkte Ansprache junger Frauen und Mädchen. Sie sind explizit eingeladen, sich zu informieren und aktiv einzubringen. Damit setzt das Parlament ein Zeichen für die nächste Generation und deren politische Teilhabe.
Durch die Veranstaltung führen Valerie Watzek, die Gleichbehandlungsbeauftragte der Parlamentsdirektion, und Amra Duric-Müller, stellvertretende Teamleiterin des Newsrooms in der Abteilung Medienkommunikation der Parlamentsdirektion. Diese Auswahl unterstreicht das Engagement des Parlaments für Gleichstellung auch in den eigenen Reihen.
Im Anschluss an die Hauptveranstaltung wird eine thematische Kurzführung durch das Parlamentsgebäude angeboten. Unter dem Titel "Parlamentarismus und Frauen" können die Teilnehmerinnen mehr über die Geschichte und Rolle der Frauen im österreichischen Parlament erfahren.
Um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, wird die Veranstaltung per Livestream übertragen. Interessierte finden den Stream kurz vor Beginn in der Mediathek des Parlamentsportals. Diese digitale Komponente ermöglicht es auch jenen, die nicht vor Ort sein können, an der historischen Premiere teilzuhaben.
Medienvertreterinnen und Medienvertreter können sich über das offizielle Parlamentsportal für die Veranstaltung anmelden. Dies unterstreicht die Bedeutung, die das Parlament dieser Initiative beimisst.
Die Etablierung eines jährlichen Formats zum Internationalen Frauentag im Parlament ist mehr als eine symbolische Geste. Es ist ein konkreter Schritt zur institutionellen Verankerung von Gleichstellungsthemen in der österreichischen Politik.
In einer Zeit, in der Geschlechtergerechtigkeit und die Rolle der Frau in der Gesellschaft intensiv diskutiert werden, setzt das Parlament damit ein wichtiges Signal. Die Veranstaltung könnte zum Vorbild für andere staatliche Institutionen werden.
Die Initiative "Demokratie braucht Frauen" kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partizipation von Frauen in Politik und Wirtschaft verstärkt im Fokus steht. Mit der institutionellen Verankerung im Parlament erhält diese Diskussion eine neue Qualität und Reichweite.
Die Veranstaltung am 11. März 2026 markiert damit einen Wendepunkt in der österreichischen Gleichstellungspolitik und könnte wegweisend für die kommenden Jahre werden.