Unternehmerinnen brauchen weniger Bürokratie und mehr wirtschaftliche Freiheit
Fast 40% aller Einzelunternehmen werden von Frauen geführt. UNOS fordert zum Weltfrauentag echte Entlastungen statt Symbolpolitik.
Zum Weltfrauentag rücken UNOS - Unternehmerisches Österreich die Realität von Unternehmerinnen in den Fokus und fordern konkrete politische Maßnahmen statt symbolischer Gesten. Die Organisation betont, dass echte Gleichstellung bei wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beginnt und nicht bei Sonntagsreden endet.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als 148.000 Einzelunternehmen in Österreich werden von Frauen geführt, wie aktuelle Daten der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) belegen. Das entspricht einem beachtlichen Anteil von fast 40 Prozent aller Einzelunternehmen im Land. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung: Dieser Anteil wächst seit Jahren kontinuierlich und zeigt, dass Frauen eine immer wichtigere Rolle in der heimischen Unternehmenslandschaft spielen.
"Unternehmerinnen sind ein wirtschaftlicher Motor unseres Landes: sie gründen, schaffen Arbeitsplätze und bringen Innovation in den Markt", erklärt Cornelia Pfeiffer-Janisch, Vorstandsmitglied von UNOS. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Neugründungen wider: Fast jede zweite Neugründung wird mittlerweile von Frauen initiiert - ein Trend, der die wachsende Bedeutung von Unternehmerinnen für die österreichische Wirtschaft unterstreicht.
Trotz dieser positiven Entwicklung bleiben strukturelle Hindernisse bestehen, die besonders Unternehmerinnen vor Herausforderungen stellen. Die Probleme reichen von komplexen Verwaltungsanforderungen bis hin zu steuerlichen Unsicherheiten, die vor allem kleine und mittlere Unternehmen belasten. Diese bürokratischen Hürden wirken sich überproportional auf Gründerinnen und Unternehmerinnen aus, die oft mit begrenzten Ressourcen starten und wachsen müssen.
"Was sie brauchen, sind keine bloßen Symbolhandlungen, sondern echte Entlastungen: weniger Bürokratie, planbare Rahmenbedingungen und mehr unternehmerische Freiheit", betont Pfeiffer-Janisch. "Das stärkt nicht nur Frauen, sondern die gesamte Wirtschaft." Diese Forderung zielt auf konkrete Verbesserungen ab, die über symbolische Gesten zum Weltfrauentag hinausgehen.
UNOS kritisiert, dass politische Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Wirtschaft oft auf symbolischer Ebene verharren, anstatt konkrete Verbesserungen in den Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Organisation fordert einen Paradigmenwechsel: weg von wohlklingenden Absichtserklärungen, hin zu messbaren Entlastungen für Unternehmerinnen.
"Wir begrüßen, dass der Weltfrauentag jährlich Aufmerksamkeit schafft", so Pfeiffer-Janisch. "Aber Gleichstellung muss dort beginnen, wo Unternehmerinnen jeden Tag agieren: in der Realität des Wirtschaftens." Diese Realität ist geprägt von komplexen Steuergesetzen, aufwendigen Genehmigungsverfahren und einem Dickicht aus Vorschriften und Bestimmungen.
Die Forderungen von UNOS sind klar definiert und zielen auf praktische Verbesserungen ab:
UNOS - Unternehmerisches Österreich vertritt seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und ist in acht Wirtschaftsparlamenten präsent. Die Organisation hat sich als wichtige Stimme für mehr wirtschaftliche Freiheit und weniger staatliche Eingriffe etabliert. Ihre Forderungen zum Weltfrauentag fügen sich in eine breitere Agenda ein, die auf die Stärkung des Unternehmertums in Österreich abzielt.
Die Präsenz in den Wirtschaftskammern verschafft UNOS direkten Zugang zu den Entscheidungsprozessen und ermöglicht es, die Anliegen der Unternehmerinnen und Unternehmer direkt in die politischen Diskussionen einzubringen. Dies ist besonders wichtig, da viele der geforderten Änderungen auf politischer Ebene umgesetzt werden müssen.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Unternehmerinnen geht weit über die reinen Zahlen hinaus. Sie schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern bringen oft innovative Ansätze und neue Perspektiven in traditionelle Branchen ein. Ihre Unternehmen sind häufig flexibler und reagieren schneller auf Marktveränderungen, was in einer sich schnell wandelnden Wirtschaft von großem Vorteil ist.
Studien zeigen, dass Unternehmen mit weiblicher Führung oft eine andere Herangehensweise an Geschäftsentscheidungen haben, die sich positiv auf die Unternehmenskultur und letztendlich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirken kann. Diese Diversität in der Führung ist ein wichtiger Faktor für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft.
Die aktuellen Herausforderungen für Unternehmerinnen sind vielfältig. Neben den bereits erwähnten bürokratischen Hürden kämpfen viele mit Problemen beim Zugang zu Kapital, Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mit nach wie vor bestehenden gesellschaftlichen Vorurteilen. Gleichzeitig bieten sich durch die Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle auch neue Chancen.
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass viele von Frauen geführte Unternehmen besonders resilient sind und kreative Lösungen für die Krise gefunden haben. Diese Erfahrungen unterstreichen die Bedeutung einer vielfältigen Unternehmenslandschaft für die Stabilität der gesamten Wirtschaft.
Für UNOS steht fest: Echte Gleichstellung in der Wirtschaft erfordert mehr als symbolische Gesten. Es braucht konkrete politische Maßnahmen, die die täglichen Herausforderungen von Unternehmerinnen adressieren. Dazu gehört eine grundsätzliche Überprüfung der regulatorischen Landschaft mit dem Ziel, unnötige Hindernisse abzubauen und mehr Raum für unternehmerische Entscheidungen zu schaffen.
Die Forderungen von UNOS zum Weltfrauentag sind somit nicht nur ein Appell für mehr Unterstützung von Unternehmerinnen, sondern ein Plädoyer für eine grundsätzlich liberalere Wirtschaftspolitik. Diese würde nicht nur Frauen zugutekommen, sondern der gesamten österreichischen Wirtschaft zu mehr Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit verhelfen.
"Gleichstellung muss dort beginnen, wo Unternehmerinnen jeden Tag agieren: in der Realität des Wirtschaftens", fasst Pfeiffer-Janisch die Position von UNOS zusammen. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik bereit ist, diese Herausforderung anzunehmen und von der Symbolpolitik zu konkreten Taten überzugehen.