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ApoDoc: Telemedizin erreicht österreichische Apotheken

Pilotprojekt startet in Wien und Oberösterreich - Kostenlose Online-Arztberatung außerhalb der Ordinationszeiten

5. März 2026 um 11:00
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Österreichische Apotheken bieten ab sofort assistierte Telemedizin an. Das Pilotprojekt ApoDoc soll Versorgungslücken schließen.

Die österreichische Gesundheitsversorgung bekommt einen digitalen Schub: Mit dem Pilotprojekt ApoDoc bringen die Österreichische Apothekerkammer und ihre Partner telemedizinische Dienste direkt in die Apotheken. Seit Februar 2026 können Patientinnen und Patienten in ausgewählten Apotheken in Wien und Oberösterreich kostenlose Online-Arztgespräche führen - ein Service, der besonders außerhalb der regulären Ordinationszeiten wertvoll ist.

Digitale Gesundheitsversorgung vor Ort

"Niemand soll unversorgt die Apotheke verlassen", erklärt Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, die Vision hinter ApoDoc. Das neue Angebot ermöglicht es, bei Bedarf ohne unnötige Wege und kurzfristig ein vertrauliches Online-Arztgespräch in einem separaten Beratungszimmer der Apotheke zu führen.

Die assistierte Telemedizin stellt eine ideale Ergänzung zur persönlichen pharmazeutischen Beratung dar und ermöglicht eine noch engere Verzahnung zwischen pharmazeutischer und ärztlicher Versorgung. Dies stärkt nicht nur die Kontinuität der Betreuung, sondern verbessert auch die gesamte Versorgungsqualität für die Patientinnen und Patienten.

Rollout und Partner des Pilotprojekts

Das Projekt startete am 20. Februar 2026 zunächst in drei Wiener Apotheken, wo die assistierte Telemedizin an Randdienstzeiten - freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr - kostenlos angeboten wird. Ab Mitte März erweitert sich das Angebot auf insgesamt zwölf weitere Standorte in Wien und Oberösterreich.

Kooperationspartner der Österreichischen Apothekerkammer sind die etablierten Gesundheitsdienstleister UNIQA Health Services und Mavie Next. Diese bringen ihre Expertise im Bereich der digitalen Gesundheitsdienste ein und stellen die technologische Infrastruktur für die telemedizinischen Konsultationen zur Verfügung.

Wissenschaftliche Begleitung durch die PMU

Das Institut für Pharmazie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) begleitet und evaluiert das innovative Versorgungsmodell wissenschaftlich. Studienleiter Olaf Rose betont: "Mit ApoDoc wird ein innovativer Versorgungsansatz erprobt, der digitale Möglichkeiten mit der hohen Zugänglichkeit öffentlicher Apotheken verbindet."

Schließung von Versorgungslücken im Gesundheitssystem

ApoDoc versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zu bestehenden ärztlichen Versorgungsstrukturen im niedergelassenen Bereich. Der Service erweitert den Zugang zu medizinischer Beratung dort, wo ein rascher, niederschwelliger Erstkontakt sinnvoll ist. Dies trägt zu einer besseren Steuerung von Patientenströmen bei: Statt am Wochenende eine Spitalsambulanz aufzusuchen, können gesundheitliche Anliegen vor Ort in der Apotheke effizient telemedizinisch abgeklärt werden.

"Telemedizin in der Apotheke stärkt die bestehenden Versorgungsstrukturen, verbessert die hybride Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen und trägt zu einer koordinierten, qualitativ hochwertigen und patientenzentrierten Versorgung bei", ergänzt Mursch-Edlmayr.

Vorteile gegenüber herkömmlicher Telemedizin

Ein wesentlicher Vorteil von ApoDoc gegenüber der Telemedizin zu Hause liegt in der professionellen Begleitung vor Ort. Die assistierte Telemedizin wird unmittelbar mit weiteren ambulanten Versorgungsleistungen verknüpft, insbesondere:

  • Point-of-Care-Diagnostik
  • Professionelle Arzneimittelberatung
  • Direkte Arzneimittelabgabe
  • Gezielte Erfassung relevanter Gesundheitsparameter

"Das neue Versorgungsangebot verbindet die leichte Erreichbarkeit der Apotheke mit der Expertise von österreichischen Ärzten", erklärt die Apothekerkammer-Präsidentin. Patientinnen und Patienten werden während des gesamten Prozesses fachlich und persönlich durch die Apothekerinnen und Apotheker begleitet.

Vollversorgung aus einer Hand

Diese Kombination aus telemedizinischer Beratung, diagnostischer Unterstützung bei Entzündungen oder Infektionen und direkter Abgabe der ärztlich verordneten Arzneimittel schafft einen spürbaren Mehrwert für die Menschen. Gleichzeitig entlastet ApoDoc die kostenintensiven und oft überfüllten Spitalsambulanzen.

UNIQA als starker Partner

Hans Aubauer, Leiter Krankenversicherung der UNIQA Insurance Group, unterstreicht die Bedeutung der Kooperation: "Als Österreichs führende Gesundheitsversicherung und Vorreiterin im Bereich der Telemedizin haben wir mit unserem Corporate Start-up Mavie das telemedizinische Angebot in den vergangenen Jahren kontinuierlich und sehr erfolgreich ausgebaut."

Die UNIQA freut sich, gemeinsam mit der Österreichischen Apothekerkammer Telemedizin nun auch in die Apotheken zu bringen. "Dort erwarten sich Patientinnen und Patienten Hilfe. Dafür ist mitunter eine ärztliche Abklärung nötig, nicht immer muss diese aber auch physisch erfolgen", so Aubauer.

Zukunftsausblick und Evaluation

Das Pilotprojekt ApoDoc läuft bis Ende Juni 2026 und wird kontinuierlich evaluiert. Die wissenschaftliche Begleitung durch die PMU soll belastbare Erkenntnisse darüber gewinnen, unter welchen Bedingungen ein solches Modell sinnvoll, sicher und nachhaltig in bestehende Strukturen integriert werden kann.

"Gerade im Gesundheitswesen braucht Innovation eine solide Datenbasis", betont Studienleiter Rose. Die Evaluation soll dazu beitragen, das Modell bei erfolgreichem Verlauf auf weitere Standorte in ganz Österreich auszuweiten.

Apotheken als hybride Gesundheitsdienstleister

ApoDoc zeigt exemplarisch, wie sich Apotheken zunehmend zu integrierten und hybriden Gesundheitsdienstleistern entwickeln. Die Kombination aus traditioneller pharmazeutischer Beratung und moderner Telemedizin könnte wegweisend für die Zukunft der ambulanten Gesundheitsversorgung in Österreich sein.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies einen niederschwelligen Zugang zu qualifizierter medizinischer Beratung genau dort, wo sie diese erwarten - in ihrer Apotheke vor Ort. Weiterführende Informationen und eine Liste aller teilnehmenden Apotheken finden sich unter www.sicherversorgt.at/apodoc.

Schlagworte

#Telemedizin#Apotheken#Gesundheitsversorgung#Digitalisierung#ApoDoc

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