Christiane Teschl-Hofmeister fordert bessere Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen in Niederösterreich
Zum Weltfrauentag betont der NÖAAB die zentrale Rolle von Arbeitnehmerinnen und fordert strukturelle Verbesserungen bei Vereinbarkeit und Bezahlung.
Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März rückt der Niederösterreichische Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (NÖAAB) die unverzichtbare Rolle von berufstätigen Frauen im Bundesland in den Fokus. Die Organisation betont dabei nicht nur die vielfältigen Leistungen von Arbeitnehmerinnen, sondern fordert gleichzeitig strukturelle Verbesserungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
"Arbeitnehmerinnen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ihr täglicher Einsatz muss gesehen, respektiert und unterstützt werden", erklärt NÖAAB-Landesobfrau Christiane Teschl-Hofmeister. Die Realität zeigt: Frauen in Niederösterreich jonglieren täglich zwischen verschiedenen Rollen - als Berufstätige, Mütter, Töchter und oft auch als ehrenamtlich Engagierte.
Diese Mehrfachbelastung ist längst keine Ausnahme mehr, sondern prägt den Alltag vieler niederösterreichischer Frauen. Ob in Industriebetrieben, im öffentlichen Dienst, im Gesundheits- und Sozialwesen oder in der Privatwirtschaft - Arbeitnehmerinnen tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Stabilität des Landes bei.
Der NÖAAB macht deutlich, dass die Anerkennung weiblicher Arbeitsleistung über warme Worte hinausgehen muss. "Diese Mehrfachbelastung erfordert nicht nur großes Engagement und Verantwortungsbewusstsein, sondern auch strukturelle Rahmenbedingungen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen", so Teschl-Hofmeister weiter.
Konkret nennt die NÖAAB-Landesobfrau mehrere Kernbereiche, in denen Verbesserungen notwendig sind:
Ein besonderer Fokus liegt auf der sogenannten Care-Arbeit, die nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet wird. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit übernehmen viele Arbeitnehmerinnen einen Großteil der Betreuungsarbeit für Kinder und pflegebedürftige Angehörige. Zusätzlich engagieren sich viele in Vereinen, Organisationen und Gemeinden ehrenamtlich.
Diese unbezahlte Arbeit bleibt oft unsichtbar, obwohl sie für das Funktionieren der Gesellschaft unverzichtbar ist. "Ihr Einsatz im Beruf, für ihre Familien und im Ehrenamt verdient Respekt, Anerkennung und politische wie gesellschaftliche Unterstützung", betont Teschl-Hofmeister.
Die wirtschaftliche Bedeutung weiblicher Arbeitskraft in Niederösterreich ist beträchtlich. In zahlreichen Branchen sind Frauen nicht nur stark vertreten, sondern oft auch in Schlüsselpositionen tätig. Besonders im Gesundheits- und Sozialbereich, in der Bildung und in der öffentlichen Verwaltung leisten Arbeitnehmerinnen einen unverzichtbaren Beitrag.
Gleichzeitig zeigen Statistiken, dass Frauen nach wie vor mit strukturellen Benachteiligungen konfrontiert sind. Der Gender Pay Gap, unterbrochene Karriereverläufe aufgrund von Kinderbetreuungspflichten und geringere Repräsentation in Führungspositionen sind weiterhin Realität.
NÖAAB-Landesgeschäftsführerin Katja Seitner unterstreicht, dass der Weltfrauentag mehr als nur ein symbolischer Tag sein muss: "Der Weltfrauentag ist damit nicht nur ein Tag der Wertschätzung, sondern auch ein klarer Auftrag, bestehende Ungleichheiten weiter abzubauen und die Rahmenbedingungen für Frauen in allen Lebensbereichen zu verbessern."
Diese Aussage macht deutlich, dass es um nachhaltige strukturelle Veränderungen geht, nicht um einmalige Gesten. Die Verbesserung der Situation von Arbeitnehmerinnen erfordert koordinierte Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Um die geforderten Verbesserungen zu erreichen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Gleitzeit oder Jobsharing können dabei helfen, berufliche und familiäre Verpflichtungen besser zu vereinbaren. Gleichzeitig ist der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze ein wichtiger Baustein.
Auch die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern bleibt ein zentrales Thema. Transparente Gehaltsstrukturen und objektive Bewertungskriterien können dazu beitragen, geschlechtsspezifische Lohnunterschiede zu reduzieren.
Der Weltfrauentag 2024 fällt in eine Zeit gesellschaftlichen Wandels. Traditionelle Rollenbilder werden zunehmend hinterfragt, und sowohl Unternehmen als auch die Politik erkennen den Wert einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Dieser Wandel eröffnet neue Möglichkeiten für die Verbesserung der Situation von Arbeitnehmerinnen.
Die Forderungen des NÖAAB spiegeln dabei einen breiteren gesellschaftlichen Konsens wider: Die Anerkennung und Unterstützung von Frauen im Berufsleben ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein wirtschaftlicher Imperativ. Länder und Regionen, die die Potentiale aller Arbeitskräfte optimal nutzen, sind langfristig erfolgreicher.
Der diesjährige Weltfrauentag macht deutlich, dass Österreich und speziell Niederösterreich noch einen weiten Weg vor sich haben, um echte Gleichberechtigung im Berufsleben zu erreichen. Die Statements des NÖAAB zeigen jedoch auch, dass das Bewusstsein für notwendige Veränderungen wächst.
Die Herausforderung liegt nun darin, aus den Erkenntnissen und Forderungen konkrete Maßnahmen abzuleiten. Nur durch koordinierte Anstrengungen aller gesellschaftlichen Akteure kann es gelingen, die Situation von Arbeitnehmerinnen nachhaltig zu verbessern und ihre unverzichtbaren Beiträge angemessen zu würdigen.
Der Weltfrauentag 2024 sollte daher nicht nur als Tag der Wertschätzung verstanden werden, sondern als Ausgangspunkt für konkrete Verbesserungen in der Arbeitswelt. Nur so kann die Vision einer gerechteren und ausgewogeneren Gesellschaft Realität werden.