Zurück
OTS-MeldungORF/WeltWeit/Medien/Fernsehen

ORF-Doku untersucht toxische Männlichkeit zum Weltfrauentag

„WeltWeit

5. März 2026 um 15:32
📰 OTS Import
Teilen:

Am 6. März zeigt der ORF eine internationale Reportage über wandelnde Männlichkeitsbilder und den Kampf gegen Frauenfeindlichkeit.

Anlässlich des Weltfrauentags widmet sich der ORF einem brisanten gesellschaftlichen Thema: der zunehmenden Frauenfeindlichkeit und der Frage nach neuen Männlichkeitsbildern. Die "WeltWeit"-Reportage "Problemstelle Mann. Braucht es neue Rollenbilder?" wird am 6. März 2026 um 21.20 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON ausgestrahlt.

Toxische Männlichkeit als gesellschaftliches Problem

Die Dokumentation thematisiert ein beunruhigendes Phänomen: In einer Zeit, in der toxische Männlichkeit durch prominente Politiker salonfähig gemacht wurde, steigt die Frauenfeindlichkeit deutlich an. Mädchen und junge Frauen sehen sich vermehrt mit sexualisierter Gewalt und Hass im Internet konfrontiert.

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Bereits seit Jahresbeginn wurden in Österreich drei Frauen getötet. Bei Gedenkmärschen für die Opfer männlicher Gewalt ist auf Transparenten zu lesen: "Patriarchat tötet". Diese drastischen Worte spiegeln die Frustration und Angst vieler Frauen wider.

Maskulinismus als neue Bedrohung in Frankreich

Besonders alarmierend ist die Entwicklung in Frankreich, wo der sogenannte "Maskulinismus" offiziell als Gefahr für Demokratie und Gleichstellung eingestuft wird. Diese reaktionäre Bewegung verbreitet ihre frauenfeindlichen Positionen hauptsächlich über Online-Kanäle – und manche ihrer Vertreter verdienen damit sogar ihren Lebensunterhalt.

Cornelia Primosch traf in Cannes den 33-jährigen Ryan Mehsein, der als "Manfluencer" Ratschläge für "echte" Männer verbreitet. Diese digitalen Meinungsmacher können jedoch unmittelbaren Schaden anrichten, wie das Beispiel der Künstlerin Marion Séclin zeigt: Nach der Veröffentlichung eines feministischen Videos erhielt sie 40.000 Hassbotschaften und Vergewaltigungsdrohungen.

Spanien als Vorreiter für neue Männlichkeit

Einen hoffnungsvollen Gegenentwurf bietet Spanien, das als Vorzeigeland in Sachen Gleichstellung gilt. Lena Hager besuchte einen Workshop für junge Fußballspieler in einem Vorort von Sevilla, wo ein faires und kooperatives Männlichkeitsbild vermittelt wird.

Workshop-Leiter Juan Moreno setzt auf einen gleichberechtigten und respektvollen Umgang. Sein Ziel ist es, den Jugendlichen neue Wege aufzuzeigen und sie zu selbstständigem Denken zu erziehen. "Es geht darum, alternative Vorbilder zu schaffen", erklärt Moreno seinen Ansatz.

Männer-Kreise als emotionale Unterstützung

Auch der Österreicher Jakob Horvat engagiert sich für ein alternatives Männlichkeitsbild. Im entspannten Umfeld Südspaniens bietet er sogenannte "Männer-Kreise" an. Diese Gesprächsrunden fokussieren auf den Kontakt zu den eigenen Emotionen und die Bedeutung von Männerfreundschaften. Zunehmend wird auch die "Vaterrolle" zum zentralen Thema der Diskussionen.

Wandel der Geschlechterrollen auf den Philippinen

Einen besonders interessanten Einblick in den gesellschaftlichen Wandel bietet die Reportage von Isabella Purkart auf den Philippinen. Traditionell sind dort die Rollenbilder klar verteilt: Männer sorgen für das Einkommen, Frauen kümmern sich um Haushalt und Kinder.

Doch diese Aufteilung gerät ins Wanken. Von den zwei Millionen Filipinos, die im Ausland arbeiten, sind inzwischen die Mehrheit Frauen. Sie arbeiten als Pflegekräfte, Hausangestellte oder im Servicebereich – oft sehen sie ihre Familien nur selten.

Hausmann aus Notwendigkeit

Im Großraum Manila lernt Isabella Purkart Alexander Caiña kennen, einen vierfachen Vater, dessen Leben sich grundlegend verändert hat. Seit seine Frau in Dubai arbeitet, ist er für Haushalt und Kinder verantwortlich. Was anfangs eine große Umstellung darstellte, ist heute Teil seiner täglichen Routine geworden.

Für Alexander, der sich viele Jahre über seine Rolle als "Familien-Ernährer" definierte, bedeutet diese Veränderung eine völlig neue Erfahrung. Seine Geschichte zeigt exemplarisch, wie sich traditionelle Geschlechterrollen durch wirtschaftliche Notwendigkeiten wandeln können.

Fehlende Vorbilder für junge Männer

Ein zentrales Problem, das die Dokumentation aufgreift, ist der Mangel an alternativen Vorbildern für junge Burschen. Vor allem rechte Bewegungen propagieren alte Vorstellungen von Geschlechterrollen und füllen damit eine Lücke, die progressive Kräfte oft unbeachtet lassen.

Die Reportage zeigt auf, wie wichtig es ist, jungen Männern positive Alternativen anzubieten. Statt toxischer Männlichkeit braucht es Vorbilder, die Emotionalität, Empathie und partnerschaftliches Verhalten vorleben.

Internationale Perspektiven auf ein globales Problem

Die "WeltWeit"-Reportage macht deutlich, dass der Kampf gegen toxische Männlichkeit und für Gleichberechtigung ein internationales Anliegen ist. Von den Online-Hassreden in Frankreich über progressive Männerarbeit in Spanien bis hin zu sich wandelnden Familienstrukturen auf den Philippinen – überall stehen Gesellschaften vor der Herausforderung, neue Wege des Zusammenlebens zu finden.

Die Dokumentation ist Teil des ORF-Programmschwerpunkts zum Weltfrauentag und reiht sich in eine Reihe von Sendungen ein, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechten auseinandersetzen. Weitere Informationen zum gesamten Programm sind unter tv.ORF.at abrufbar.

Hoffnung auf gesellschaftlichen Wandel

Trotz der beunruhigenden Entwicklungen vermittelt die Reportage auch Hoffnung. Die verschiedenen Ansätze – von Workshops für Jugendliche über Männer-Kreise bis hin zu sich natürlich wandelnden Familienstrukturen – zeigen, dass Veränderung möglich ist.

Der gesellschaftliche Dialog über Männlichkeit und Geschlechterrollen ist in vollem Gange. Die ORF-Dokumentation leistet einen wichtigen Beitrag, indem sie internationale Perspektiven aufzeigt und sowohl Probleme als auch Lösungsansätze beleuchtet. Sie macht deutlich, dass die Frage nach neuen Rollenbildern nicht nur Frauen betrifft, sondern die gesamte Gesellschaft – und dass es höchste Zeit ist, diese Diskussion zu führen.

Weitere Meldungen

OTS
FPÖ

FPÖ kritisiert ORF-Übertragung des SPÖ-Parteitags scharf

5. März 2026
Lesen
OTS
ORF

Susi Stach kehrt als Gerti B. auf ORF 1 zurück

5. März 2026
Lesen
OTS
ORF

ORF Sag's Multi: Oberösterreichs Schüler glänzen beim Speech Off

5. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen