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NEOS fordern strukturelle Reformen für mehr Frauen in der Politik

Brandstötter kritisiert "männlich geprägte" politische Strukturen zum Weltfrauentag

5. März 2026 um 16:22
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Die NEOS-Frauensprecherin setzt auf konkrete Maßnahmen statt Symbolpolitik, um Frauen den Weg in die Politik zu erleichtern.

Zum Internationalen Weltfrauentag am 8. März rücken die NEOS das Thema der politischen Partizipation von Frauen in den Fokus. Die Partei fordert grundlegende strukturelle Veränderungen in der österreichischen Politik, um mehr Frauen für politische Ämter zu gewinnen. NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter kritisiert dabei "historisch männlich geprägte Strukturen" als Haupthindernis für weibliches politisches Engagement.

Strukturelle Hürden statt mangelndes Interesse

"Viele Frauen wollen gestalten und Verantwortung übernehmen. Was sie oft zurückhält, sind nicht fehlendes Interesse oder mangelnde Kompetenz, sondern historisch männlich geprägte Strukturen", erklärte Brandstötter nach der ersten NEOS Frauen Konferenz, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hatte. Die Politikerin sieht darin einen klaren gesellschaftlichen Auftrag: "Solange Politik männlich gedacht wird, bleiben Chancen für Frauen begrenzt."

Diese Analyse steht im Kontrast zu gängigen Erklärungsmustern, die mangelnde Frauenpartizipation oft auf fehlendes Interesse oder Qualifikation zurückführen. Stattdessen identifizieren die NEOS konkrete systemische Barrieren, die eine gleichberechtigte Teilhabe erschweren.

Konkrete Maßnahmen statt Symbolpolitik

Die NEOS setzen bewusst auf praktische Verbesserungen der Rahmenbedingungen. "Wer will, soll gestalten können – ohne an Zeit, Geld oder alten Machtstrukturen zu scheitern", betonte Brandstötter. Als konkrete Hindernisse nannte sie spätabendliche Sitzungen, Parteistrukturen entlang klassischer Männerbiografien sowie fehlende Vereinbarkeit von Beruf, Familie oder Pflegeverantwortung.

Als Lösungsansätze schlagen die NEOS mehrere Maßnahmen vor:

  • Planbare Termine für politische Gremien
  • Digitale Teilnahmemöglichkeiten an Sitzungen
  • Transparente Entscheidungswege auf allen politischen Ebenen
  • Flexible Arbeitszeiten in der Politik

"Politik darf kein geschlossener Raum für Menschen sein, die ihr gesamtes Berufsleben in Parteien verbracht haben. Sie muss für alle gestaltbar sein, die ihre Lebensrealität einbringen wollen – in Gemeinden, Bezirken, Landtagen und im Parlament", unterstrich die NEOS-Frauensprecherin.

Erfolgreiche Umsetzung in der eigenen Partei

Die NEOS können bei der Frauenförderung bereits auf konkrete Erfolge verweisen. Frauen führen und entscheiden innerhalb der Partei auf allen Ebenen – von den Gemeinden bis ins Außenministerium. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • In Vorarlberg und Tirol sind alle NEOS-Landtagsabgeordneten weiblich
  • In Oberösterreich und im Europäischen Parlament herrscht paritätische Besetzung
  • In Niederösterreich sind zwei von drei NEOS-Landtagsabgeordneten weiblich
  • In Wien sind sechs von zehn NEOS-Mandataren Frauen
  • Sowohl die Wiener Vizebürgermeisterin als auch die Bundesrätin der NEOS sind weiblich

"Wir sprechen nicht nur über Frauenpolitik, wir zeigen, dass Frauen Politik machen. Sichtbare Vorbilder sind entscheidend, denn sie ermutigen weitere Frauen, den Schritt in die Politik zu wagen", erläuterte Brandstötter die Strategie ihrer Partei.

Demokratische Qualität durch Vielfalt

Für die NEOS ist eine stärkere weibliche Beteiligung keine Frage symbolischer Repräsentation, sondern eine Frage demokratischer Qualität. Brandstötter argumentierte: "Wenn politische Entscheidungen überwiegend von einer Gruppe getroffen werden, fehlen wichtige Perspektiven. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung darf nicht nur adressiert werden, sie muss mitentscheiden."

Diese Sichtweise spiegelt einen grundlegenden Wandel im Verständnis von politischer Repräsentation wider. Anstatt Frauenförderung als Zugeständnis zu betrachten, wird sie als notwendige Voraussetzung für funktionierende demokratische Prozesse verstanden.

Politischer Auftrag statt Sonntagsreden

Der Weltfrauentag sei laut Brandstötter kein Anlass für Sonntagsreden, sondern ein politischer Auftrag: "Eine moderne Demokratie erkennt Vielfalt nicht als Zusatz, sondern als Voraussetzung guter Politik." Mehr Frauen in der Politik bedeute eine vollständigere Politik, die die Realitäten aller Bevölkerungsgruppen widerspiegle.

Die NEOS laden interessierte Frauen aktiv zur Mitgestaltung ein. "Wir freuen uns über jede Frau, die Politik aktiv mitgestalten will – egal ob als Mitglied, Mitarbeiterin, Kandidatin oder engagierte Unterstützerin", erklärte die Frauensprecherin. Die Partei verspricht niederschwellige Einstiegsmöglichkeiten in den jeweiligen Bundesländern.

Herausforderungen der politischen Teilhabe

Die von den NEOS identifizierten Barrieren entsprechen internationalen Forschungsergebnissen zu politischer Partizipation. Studien zeigen regelmäßig, dass strukturelle Hindernisse wie ungünstige Arbeitszeiten, fehlende Kinderbetreuung oder informelle Netzwerke Frauen systematisch benachteiligen.

Besonders die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement stellt nach wie vor eine zentrale Herausforderung dar. Während sich gesellschaftliche Rollenbilder gewandelt haben, hinken politische Strukturen oft hinterher. Die von den NEOS vorgeschlagenen digitalen Teilnahmemöglichkeiten könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten.

Internationale Perspektive

Im internationalen Vergleich liegt Österreich bei der Frauen-Repräsentation im Parlament im Mittelfeld. Länder wie Ruanda, Andorra oder Kuba führen die weltweiten Rankings an, während nordische Staaten traditionell hohe Frauenquoten in Parlamenten aufweisen.

Die NEOS-Strategie, strukturelle Veränderungen statt nur Quotenregelungen zu fördern, entspricht modernen Ansätzen der Gleichstellungspolitik. Dabei geht es nicht nur um numerische Gleichstellung, sondern um die Schaffung von Bedingungen, die eine echte Chancengleichheit ermöglichen.

Ausblick und nächste Schritte

Mit ihrer Strategie positionieren sich die NEOS als Vorreiter für moderne politische Strukturen in Österreich. Die Kombination aus konkreten Maßnahmen und bereits erzielten Erfolgen in der eigenen Partei verleiht ihren Forderungen Glaubwürdigkeit.

Die erste NEOS Frauen Konferenz könnte dabei den Startschuss für eine breitere Diskussion über notwendige Reformen im österreichischen Politikbetrieb bedeuten. Ob andere Parteien dem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Debatte über strukturelle Hindernisse für weibliche politische Partizipation an Fahrt gewinnt und möglicherweise zu konkreten Veränderungen führen könnte.

Schlagworte

#NEOS#Weltfrauentag#Frauenpolitik#Gleichberechtigung#Henrike Brandstötter

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