Mit einem eindrucksvollen Fest im Arkadenhof des Wiener Rathauses feierte das Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam, kurz HABIT, sein 20-jähriges Bestehen. Rund 650 Gäste, darunter Mitarbeiter, Kunden, Unterstützer und zahlreiche Wegbegleiter, kamen zusammen, um auf zwei Jahrzehnte bahnbrechender
Mit einem eindrucksvollen Fest im Arkadenhof des Wiener Rathauses feierte das Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam, kurz HABIT, sein 20-jähriges Bestehen. Rund 650 Gäste, darunter Mitarbeiter, Kunden, Unterstützer und zahlreiche Wegbegleiter, kamen zusammen, um auf zwei Jahrzehnte bahnbrechender Arbeit für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen zurückzublicken. Doch was bedeutet Inklusion eigentlich und wie hat sich HABIT in den letzten 20 Jahren verändert?
Inklusion ist mehr als nur ein Schlagwort. Sie beschreibt das Ziel, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch, unabhängig von Behinderungen oder anderen Einschränkungen, gleichberechtigt und selbstverständlich teilhaben kann. Im Gegensatz zur Integration, bei der Menschen mit besonderen Bedürfnissen in bestehende Strukturen eingefügt werden, zielt Inklusion darauf ab, diese Strukturen von Grund auf so zu gestalten, dass sie niemanden ausschließen.
Die Geschichte der Betreuung von Menschen mit Behinderungen im Haus der Barmherzigkeit reicht über 150 Jahre zurück. Ursprünglich als Integrationsteam gegründet, hat sich HABIT kontinuierlich weiterentwickelt. Vor 20 Jahren wurde es unter dem Namen HABIT neu ausgerichtet, um den Fokus stärker auf Inklusion zu legen. Diese Entwicklung wurde von bahnbrechenden Ideen und einem unermüdlichen Einsatz geprägt.
„Unsere Erfolgsgeschichte ist nicht selbstverständlich. Mein größter Dank gilt unseren Mitarbeitern, die täglich mit Herz und Kompetenz für unsere Kunden da sind. Ihr seid das Herz von HABIT“, erklärt Andreas Kauba, Geschäftsführer von HABIT. Diese Worte spiegeln die Leidenschaft und das Engagement wider, die das Team auszeichnen.
Die Jubiläumsfeier stand unter dem Motto „Inklusion verbindet uns. Inklusion bewegt.“ Hochkarätige Gäste wie der Wiener Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport, Peter Hacker, betonten die Bedeutung der Arbeit von HABIT. „Mit innovativen Angeboten, persönlicher Zuwendung und fachlicher Kompetenz zeigt HABIT, wie Inklusion gelingen kann. Ich gratuliere herzlich zu 20 Jahren erfolgreicher Arbeit und danke dem gesamten Team für den unermüdlichen Einsatz für ein inklusives und soziales Wien.“
Musikalische Höhepunkte setzten die Violinistin Rusanda Panfili, der Musikkomponist und Multi-Instrumentalist Johannes Winkler sowie Yasmo & die Klangkantine. Der Abend klang mit den Beats von FM4-DJ Billie Stylish aus, während die Gäste die Tanzfläche füllten.
Das abwechslungsreiche Programm wurde durch ein Buffet des Wiener Rathauskellers kulinarisch begleitet. Besonderer Dank galt Habegger Austria, dem Großsponsor von HABIT und Technikpartner der Feier. Diese wurde als ÖkoEvent PLUS der Stadt Wien umgesetzt, was die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der Veranstaltung unterstreicht.
Die Geschichte von HABIT ist geprägt von zahlreichen Meilensteinen. 1996 erfolgte die Neuausrichtung der Behindertenbetreuung im Haus der Barmherzigkeit und die Gründung der ersten Wohngemeinschaft. 2003 wurde das erste basale Tageszentrum eingerichtet, das eine Tagesstruktur außerhalb des Wohnbereichs ermöglicht. Ein Jahr später wurde HABIT als eigenständige GmbH gegründet und das Angebot um eine Wohngemeinschaft sowie ein Tageszentrum in Niederösterreich erweitert.
Ab 2013 wurde die Mobile Begleitung aufgebaut, zunächst für Kinder und Jugendliche im Auftrag der Wiener Kinder- und Jugendhilfe, ab 2014 auch für Erwachsene, gefördert durch den Fonds Soziales Wien. 2017 entstand die Kids-WG, 2018 folgten der erste Garconnierenverbund und 2023 startete HABIT mit „das waberl“ ein innovatives Modell für zeitlich befristetes Wohnen.
Mit dem neuen Namen „Inklusionsteam“ möchte HABIT seine Erfolge weiter ausbauen und den Anspruch einer inklusiven Gesellschaft noch stärker hervorheben. „Wir wollen auf unseren Erfolgen aufbauen und mit dem neuen Namen, unseren Anspruch und unser Ziel einer inklusiven Gesellschaft noch stärker hervorheben. Denn Inklusion geht weiter. Sie bedeutet, Strukturen von Grund auf so zu gestalten, dass alle selbstverständlich dazugehören,“ erklärt Andreas Kauba.
Die Bedeutung von Inklusion wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Zahlreiche Studien zeigen, dass inklusive Gesellschaften nicht nur gerechter, sondern auch wirtschaftlich erfolgreicher sind. Menschen mit Behinderungen bringen vielfältige Fähigkeiten und Perspektiven in die Gesellschaft ein, die oft ungenutzt bleiben.
Ein Experte für soziale Integration betont: „Inklusion ist nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch ein wirtschaftlicher Imperativ. Eine Gesellschaft, die alle ihre Mitglieder einbezieht, ist widerstandsfähiger und innovativer.“
Trotz der Erfolge steht HABIT vor Herausforderungen. Die Umsetzung inklusiver Strukturen erfordert nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Es gilt, Vorurteile abzubauen und die Gesellschaft für die Bedürfnisse und Potenziale von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren.
Die Unterstützung durch öffentliche Mittel, wie sie durch den Fonds Soziales Wien und das Land Niederösterreich bereitgestellt wird, ist dabei von entscheidender Bedeutung. Nur so können die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden, um inklusive Projekte zu realisieren.
„Wir müssen weiterhin hart arbeiten, um die Inklusion voranzutreiben. Es ist ein Prozess, der Zeit und Engagement erfordert, aber die Ergebnisse sind es wert,“ so ein Vertreter der Behindertenhilfe.
Wien und Niederösterreich sind in Sachen Inklusion Vorreiter in Österreich. Andere Bundesländer können von den Erfahrungen und Erfolgen von HABIT lernen. Die Herausforderung besteht darin, die bewährten Konzepte auf regionale Gegebenheiten anzupassen.
Ein Vergleich zeigt, dass Wien mit seiner dichten Infrastruktur und den umfangreichen sozialen Angeboten ideale Voraussetzungen für inklusive Projekte bietet. In ländlicheren Regionen ist die Umsetzung oft schwieriger, da die Distanzen größer und die Ressourcen knapper sind.
Dennoch gibt es auch hier innovative Ansätze. So wurde in der Steiermark ein Projekt ins Leben gerufen, das Menschen mit Behinderungen auf Bauernhöfen integriert. Diese sogenannten „Inklusionshöfe“ bieten nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Gemeinschaft und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Die nächsten Jahre werden entscheidend für die Weiterentwicklung der Inklusion in Österreich sein. HABIT hat mit seiner 20-jährigen Geschichte und den zahlreichen Erfolgen eine solide Basis geschaffen. Doch es bleibt noch viel zu tun. Die Gesellschaft muss weiterhin sensibilisiert werden, Vorurteile müssen abgebaut und inklusive Strukturen gefördert werden.
Mit dem neuen Namen „Inklusionsteam“ setzt HABIT ein starkes Zeichen für die Zukunft. Der Weg zu einer wirklich inklusiven Gesellschaft ist noch lang, aber die Erfolge der letzten 20 Jahre zeigen, dass er machbar ist. Es liegt an uns allen, diesen Weg weiterzugehen und eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch seinen Platz findet.
Für weiterführende Informationen und um die Arbeit von HABIT zu unterstützen, besuchen Sie die offizielle Mitteilung.