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FPÖ kritisiert Asylzentren-Pläne als "Mogelpackung"

Darmann warnt vor Verlagerung statt Schließung der Migrationswege

5. März 2026 um 18:52
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Die FPÖ bezeichnet die Ankündigung von Asylzentren außerhalb der EU als Placebo und fordert einen kompletten Asylstopp für Österreich.

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) übt scharfe Kritik an den Plänen der Bundesregierung, Asylzentren außerhalb der Europäischen Union zu errichten. FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann bezeichnete die Ankündigung als "reines Placebo und fatale Mogelpackung" und wirft der ÖVP vor, das eigentliche Problem nicht anzugehen.

Kritik an der Regierungsstrategie

Nach Darmanns Ansicht verlagert der Vorstoß lediglich "das Eintrittstor in unser Sozial- und Gesundheitssystem an einen anderen Ort", ohne den grundsätzlichen Zugang zu beschränken. Der FPÖ-Politiker sieht darin einen "fatalen und brandgefährlichen Denkfehler" der Regierung, die seiner Meinung nach die Migration nicht stoppen, sondern nur verwalten wolle.

"Damit senden sie weiterhin eine Einladung in die ganze Welt, sich auf den Weg Richtung Österreich und Europa zu machen", kritisierte Darmann die aktuelle Migrationspolitik. Er argumentiert, dass die geplanten Zentren nichts anderes seien als "staatlich finanzierte Wartezimmer für die Weiterreise nach Europa".

Vorwürfe gegen EU-Migrationspakt

Besonders scharf kritisiert die FPÖ das Festhalten der Regierung am EU-Migrationspakt und den offenen Grenzen. Darmann sieht darin den "eigentlichen Skandal" und argumentiert, dass solange jeder, der "das Zauberwort 'Asyl' ausspricht, ein Ticket in unsere soziale Hängematte buchen kann", keine Kontrolle zurückgewonnen werden könne.

Der FPÖ-Sicherheitssprecher wirft der Regierung vor, das "Geschäftsmodell der brutalen Schleppermafia" nicht nur bestehen zu lassen, sondern es sogar "staatlich zu begünstigen und abzusichern". Diese Einschätzung steht im Kontrast zu den Bemühungen der Europäischen Union, durch externe Zentren die irreguläre Migration zu reduzieren.

FPÖ fordert "Festung Österreich"

Als Alternative schlägt die FPÖ eine Politik der "Festung Österreich" vor. Darmann fordert einen "sofortigen und lückenlosen Asylstopp" und bezeichnet dies als das "einzige glasklare Signal, das die Schlepper und Glücksritter dieser Welt verstehen". Mit der Aussage "Unser Boot ist voll, hier geht nichts mehr!" unterstreicht er die restriktive Haltung seiner Partei.

Diese Position steht im deutlichen Gegensatz zu den internationalen Verpflichtungen Österreichs und der EU im Bereich des Asylrechts. Die Genfer Flüchtlingskonvention und das EU-Recht garantieren das Recht auf Asyl für Schutzsuchende, was einen kompletten Asylstopp rechtlich problematisch macht.

Warnung vor "trojanischem Pferd"

Darmann warnte abschließend davor, sich von aktuellen Zahlen zur Migration blenden zu lassen. Er bezeichnete es als "an Zynismus nicht zu überbieten", dass die ÖVP jubele, während sie gleichzeitig das "trojanische Pferd des EU-Asylpakts füttere".

Der FPÖ-Politiker argumentiert, dass Österreich weiterhin "sehenden Auges Probleme, Kriminalität und Instabilität" importiere. Er fordert einen grundlegenden Kurswechsel und wirft allen anderen vor, "grob fahrlässig gegen die eigene Bevölkerung" zu handeln.

Kontext der Asylzentren-Debatte

Die Diskussion um Asylzentren außerhalb der EU ist Teil der europäischen Bemühungen, die Migrationskrise zu bewältigen. Verschiedene EU-Mitgliedstaaten haben ähnliche Vorschläge gemacht, um Asylverfahren in Drittstaaten durchzuführen und so die Anreize für irreguläre Migration zu reduzieren.

Kritiker solcher Pläne, zu denen auch Menschenrechtsorganisationen gehören, warnen vor einer "Auslagerung" der Verantwortung und möglichen Verletzungen der Menschenrechte in den Partnerländern. Befürworter argumentieren hingegen, dass externe Zentren helfen könnten, die Kontrolle über Migrationsbewegungen zurückzugewinnen.

Politische Einordnung

Die scharfe Kritik der FPÖ an den Asylzentren-Plänen fügt sich in die grundsätzlich migrationskritische Haltung der Partei ein. Während die Regierungsparteien ÖVP und Grüne versuchen, einen Mittelweg zwischen humanitären Verpflichtungen und Migrationskontrolle zu finden, setzt die FPÖ auf eine Politik der kompletten Abschottung.

Die Debatte verdeutlicht die unterschiedlichen Ansätze der österreichischen Parteien zur Migrationspolitik und wird voraussichtlich auch im kommenden Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen. Während die FPÖ auf eine restriktive Linie setzt, müssen die Regierungsparteien zeigen, ob ihre Vorschläge tatsächlich zu einer Reduzierung der irregulären Migration führen können.

Schlagworte

#FPÖ#Asylpolitik#Migration#Gernot Darmann#EU-Migrationspakt

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