Präsidentin Jachs: "Partnerschaftlichkeit stärken für echte Wahlfreiheit"
Zum Internationalen Frauentag appelliert der Familienbund an Politik und Wirtschaft, strukturelle Ungleichheiten abzubauen.
Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März richtet der Österreichische Familienbund einen klaren Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern muss endlich geschlossen werden. "Nur wenn beide Elternteile die gleichen Rechte haben und Verantwortung partnerschaftlich teilen, entsteht echte Wahlfreiheit für Familien", erklärt Familienbund-Präsidentin Abg.z.NR. Mag.a Johanna Jachs.
Der diesjährige Internationale Frauentag steht unter dem Motto "Rechte. Gerechtigkeit. Handeln. Für alle Frauen und Mädchen". Ein Motto, das laut Jachs verdeutlicht, dass Gleichstellung nicht nur ein Ziel, sondern ein konkreter Auftrag ist. Obwohl Familien in Österreich bereits gut finanziell unterstützt werden, sieht die Familienbund-Präsidentin beim gesellschaftspolitischen Fortschritt noch erheblichen Nachholbedarf.
"Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern ist nach wie vor Realität, und Care-Arbeit wird noch immer überwiegend von Frauen übernommen", kritisiert Jachs die aktuelle Situation. Diese Ungleichverteilung zeige sich nicht nur in den Gehaltsstrukturen, sondern auch in der alltäglichen Aufteilung von Familien- und Betreuungsaufgaben.
Um diese Missstände zu beheben, sieht Jachs verschiedene Akteure in der Verantwortung. "Unternehmen, Sozialpartner und Politik sind gefordert, strukturelle Ungleichheiten abzubauen", fordert sie. Als konkreten Lösungsansatz schlägt die Familienbund-Präsidentin transparente Gehaltsstrukturen vor, die dazu beitragen könnten, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit sicherzustellen.
Diese Forderung ist nicht neu, gewinnt aber vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über Lohntransparenz und Entgeltgleichheit in Österreich an Brisanz. Verschiedene Studien zeigen, dass Frauen in Österreich nach wie vor durchschnittlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen – ein Umstand, der sich besonders negativ auf Familien auswirkt.
Neben strukturellen Reformen in der Arbeitswelt betont Jachs auch die Bedeutung einer modernen Rollenverteilung innerhalb von Familien. "Partnerschaftlichkeit bedeutet, dass beide Elternteile Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Care-Arbeit gemeinsam tragen", erklärt sie das Konzept.
Besonders wichtig sei dabei die selbstverständliche Übernahme von Verantwortung durch Väter – sei es in der Karenz, bei Pflegeaufgaben oder im alltäglichen Familienleben. "Wenn Väter selbstverständlich Verantwortung übernehmen, profitieren Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen", betont die Familienbund-Präsidentin.
Diese partnerschaftliche Aufteilung hat laut Jachs auch eine wichtige Vorbildfunktion für die nächste Generation. "Unsere Kinder haben Eltern verdient, die Zeit mit ihnen verbringen, die partnerschaftlich Verantwortung übernehmen und ihnen vorleben, dass Gleichberechtigung selbstverständlich ist", argumentiert sie.
Nur durch eine solche Vorbildwirkung könne eine Gesellschaft geschaffen werden, "in der Frauen und Männer tatsächlich die gleichen Chancen haben", so Jachs abschließend.
Die vom Familienbund angesprochenen Probleme spiegeln sich in verschiedenen statistischen Daten wider. Trotz gesetzlicher Gleichstellung und verschiedener Fördermaßnahmen zeigen sich in Österreich nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern – sowohl in der Entlohnung als auch in der Verteilung von Care-Arbeit.
Besonders deutlich wird dies bei der Karenzzeit: Nach wie vor nehmen überwiegend Frauen längere Auszeiten für die Kinderbetreuung in Anspruch, was sich langfristig auf ihre Karriereentwicklung und Pensionshöhe auswirkt. Der Familienbund sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um echte Wahlfreiheit für alle Familienmitglieder zu ermöglichen.
Mit ihren Aussagen zum Internationalen Frauentag macht die Familienbund-Präsidentin deutlich, dass es nicht ausreicht, nur finanzielle Unterstützung für Familien bereitzustellen. Vielmehr brauche es umfassende gesellschaftspolitische Reformen, die strukturelle Benachteiligungen beseitigen.
Dazu gehören nicht nur transparente Gehaltsstrukturen und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch ein gesellschaftlicher Wandel in der Wahrnehmung von Geschlechterrollen. "Hier braucht es mehr Partnerschaftlichkeit – in Familien, in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft insgesamt", fasst Jachs die Herausforderungen zusammen.
Die Forderungen des Familienbundes fügen sich in eine breitere gesellschaftliche Diskussion über Gleichberechtigung und moderne Familienpolitik ein. Während in den vergangenen Jahren bereits wichtige Schritte unternommen wurden, zeigen die aktuellen Statements, dass noch ein weiter Weg zu einer wirklich partnerschaftlichen Gesellschaft vor uns liegt.
Das Ziel einer echten Wahlfreiheit für Familien, wie es der Familienbund formuliert, erfordert das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Akteure. Nur wenn Politik, Wirtschaft und Familien gemeinsam an einem Strang ziehen, können die strukturellen Ungleichheiten überwunden werden, die noch immer viele Frauen und Familien benachteiligen.