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Gedenken an Widerstandskämpfer Friedrich Pollak im Burgenland

SPÖ würdigt sozialdemokratischen Antifaschisten und mahnt zur Verteidigung der Demokratie

9. März 2026 um 10:32
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Im burgenländischen Weingraben gedachte die Sozialdemokratie dem Widerstandskämpfer Friedrich Pollak und betonte die Wichtigkeit aktiver Erinnerungskultur.

Eine eindringliche Mahnung zur Verteidigung der Demokratie und ein würdiges Gedenken an einen mutigen Widerstandskämpfer: Im burgenländischen Weingraben versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft, um an den sozialdemokratischen Antifaschisten Friedrich Pollak zu erinnern. Die Gedenkveranstaltung unterstrich die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur – gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten.

Tradition des Antifaschismus als Auftrag für heute

"Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten standen in der Geschichte niemals auf der Seite der Henker. Sie standen immer auf der Seite der Menschen – im Widerstand gegen Unterdrückung, im Kampf für Freiheit, Solidarität und Demokratie", betonte SPÖ-Bundesparteivorstandsmitglied Dr. Roland Fürst bei der Veranstaltung. Seine Worte verdeutlichen das Selbstverständnis der österreichischen Sozialdemokratie, die sich ihrer historischen Verantwortung im Kampf gegen autoritäre Regime bewusst ist.

Die Geschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung zeigt zahlreiche Beispiele mutiger Menschen, die sich faschistischen und autoritären Regimen entgegenstellten. Friedrich Pollak steht stellvertretend für diese Tradition des Widerstands, die bis heute Auftrag und Verpflichtung für eine Politik darstellt, die konsequent an der Seite der Menschen steht.

Freiheit muss immer wieder verteidigt werden

Landtagsabgeordnete Doris Prohaska, die auch Mitglied im SPÖ-Bundesbildungspräsidium ist, mahnte eindringlich, dass Demokratie und Freiheit niemals als selbstverständlich betrachtet werden dürfen. Am Beispiel von Friedrich Pollak werde deutlich, wie viel Mut und Überzeugung notwendig gewesen seien, um für diese fundamentalen Werte einzutreten.

"Freiheit ist nicht selbstverständlich – sie muss immer wieder verteidigt werden. Soziale Gerechtigkeit entsteht aus Solidarität und Zivilcourage", unterstrich Prohaska. Ihre Warnung gewinnt besondere Aktualität angesichts zunehmender autoritärer Tendenzen in verschiedenen Ländern, der Verbreitung von Desinformation und eines steigenden Antisemitismus. Die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen, sei wichtiger denn je.

Lokales Gedenken macht Geschichte greifbar

Einen besonderen Aspekt der Erinnerungskultur beleuchtete Gabi Tremmel-Yakali, Vorsitzende der burgenländischen Landesorganisation des Bundes Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen. Sie hob die Bedeutung lebendiger, lokaler Erinnerungskultur hervor, die Geschichte nicht abstrakt lässt, sondern in den Gemeinden sichtbar und spürbar macht.

"Erinnerung darf nicht abstrakt bleiben – sie muss in den Gemeinden sichtbar und spürbar sein", betonte Tremmel-Yakali. Die kontinuierliche Arbeit von Historikerinnen und Historikern sowie das Engagement von Menschen vor Ort ermöglichten es, die Geschichten von Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern wieder näher an die Bevölkerung zu bringen. Viele dieser mutigen Menschen seien Nachbarinnen und Nachbarn gewesen – ganz normale Menschen aus den Gemeinden selbst, was das lokale Gedenken besonders wertvoll und greifbar mache.

Politische Bildung als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Die zentrale Rolle politischer Bildung bei der Weitergabe sozialdemokratischer Werte unterstrich Hajo Cappar von der Wiener Bildungsakademie. Im aktuellen Lehrgang der Parteischule setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv mit Persönlichkeiten wie Friedrich Pollak und seinem Wirken für Demokratie und die Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung auseinander.

"Die Parteischule versteht sich nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch als Auftrag, das Erbe von Menschen wie Friedrich Pollak weiterzutragen und in die Gegenwart zu übersetzen", erklärte Cappar. Politische Bildung leiste einen zentralen Beitrag zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins und fördere das Engagement für Freiheit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit.

Digitale Erinnerungskultur und Vernetzung

Wolfgang Markytan von der SPÖ-Bundesbildungsorganisation stellte die umfassende Erinnerungsarbeit rund um Friedrich Pollak vor. Seit längerer Zeit stehe er gemeinsam mit der Familie des Widerstandskämpfers sowie mit Historikern – insbesondere Alexander Karazman – in engem Austausch, um Pollaks Leben und Wirken weiter aufzuarbeiten und sein Andenken sichtbarer zu machen.

"Es geht uns darum, das Gedenken an Friedrich Pollak lebendig zu halten – durch historische Aufarbeitung, durch Öffentlichkeitsarbeit und auch durch neue digitale Formen der Erinnerung", erläuterte Markytan. Ein wichtiges Ziel sei es, ein stärkeres digitales Bewusstsein für Pollaks Geschichte zu schaffen und auch in Wien ein sichtbares Gedenken zu ermöglichen.

Breite Unterstützung und Dankbarkeit

Markytan sprach bei der Veranstaltung stellvertretend für zahlreiche Wiener Politikerinnen und Politiker sowie Institutionen, denen das Erinnern an Friedrich Pollak ein gemeinsames Anliegen ist. Sein besonderer Dank galt der Familie Pollak, dem Historiker Alexander Karazman, Bürgermeister Thomas Stoiber sowie der burgenländischen Politik – allen voran Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Roland Fürst – für ihre kontinuierliche Unterstützung und ihr Engagement.

Verantwortung für Gegenwart und Zukunft

Die Gedenkveranstaltung in Weingraben war mehr als nur ein Rückblick in die Vergangenheit. Sie stellte einen wichtigen Termin für die SPÖ-Bundesbildung und die Sozialdemokratie insgesamt dar, um die Geschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung wachzuhalten und daraus konkrete Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.

In einer Zeit, in der demokratische Institutionen und Werte vielerorts unter Druck stehen, gewinnt das Gedenken an Widerstandskämpfer wie Friedrich Pollak besondere Bedeutung. Ihre Geschichten erinnern daran, dass Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit keine Geschenke sind, sondern Errungenschaften, die täglich aufs Neue verteidigt werden müssen.

Friedrich Pollak: Ein Leben im Widerstand

Friedrich Pollak steht exemplarisch für die vielen sozialdemokratischen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, die während der NS-Zeit ihr Leben für die Verteidigung demokratischer Werte riskierten. Sein Engagement und sein Mut zeigen, dass auch in den dunkelsten Zeiten Menschen bereit waren, für ihre Überzeugungen einzustehen und sich gegen Unterdrückung zur Wehr zu setzen.

Die kontinuierliche Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte durch Historiker wie Alexander Karazman trägt dazu bei, dass das Andenken an solche mutigen Menschen nicht in Vergessenheit gerät. Gleichzeitig verdeutlicht sie die Bedeutung lokaler Erinnerungskultur, die Geschichte nicht als abstraktes Konzept behandelt, sondern als greifbare Realität von Menschen, die in den Gemeinden gelebt und gewirkt haben.

Das Gedenken an Friedrich Pollak im burgenländischen Weingraben sendete ein klares Signal: Die österreichische Sozialdemokratie bekennt sich zu ihrer antifaschistischen Tradition und sieht darin einen bleibenden Auftrag für die Gestaltung einer demokratischen, solidarischen und gerechten Gesellschaft.

Schlagworte

#SPÖ#Friedrich Pollak#Widerstand#Antifaschismus#Burgenland#Gedenken#Demokratie

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