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15 Jahre Bildungsberatung Salzburg: 52.000 Menschen geholfen

Kostenloses Beratungsnetzwerk feiert Jubiläum mit beeindruckender Bilanz

9. März 2026 um 11:12
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Das Netzwerk Bildungsberatung Salzburg blickt auf 15 erfolgreiche Jahre zurück. 52.000 Beratungskontakte zeigen den großen Bedarf.

Ein beeindruckendes Jubiläum feiert das Netzwerk Bildungsberatung Salzburg: Seit 15 Jahren begleitet die Initiative Menschen in beruflichen Übergangsphasen und kann auf eine stolze Bilanz von 52.000 Beratungskontakten zurückblicken. Das entspricht durchschnittlich 3.500 Beratungen pro Jahr – ein Zeichen für den enormen Bedarf an professioneller Orientierungshilfe in Bildungs- und Berufsfragen.

Flächendeckende Betreuung in ganz Salzburg

An 14 Standorten im gesamten Bundesland Salzburg stehen derzeit zwölf Bildungs- und Berufsberaterinnen zur Verfügung. Die kostenlose und trägerneutrale Beratung wird von den operativen Partnern BiBer Bildungsberatung, Frau & Arbeit sowie der AK Salzburg durchgeführt. Projektträgerin des Netzwerks ist die Salzburger Erwachsenenbildung.

"Bildungs- und Berufsentscheidungen sind heute komplexer und häufiger mit Unsicherheit verbunden", erklärt Silvia Schwarzenberger-Papula, Geschäftsführerin der Salzburger Erwachsenenbildung. "Bildungsberatung setzt genau dort an. Sie bietet frühzeitig Orientierung, strukturiert Entscheidungsprozesse und trägt so dazu bei, Fehlentscheidungen und Bildungsabbrüche zu vermeiden."

Hauptzielgruppen mit erhöhtem Orientierungsbedarf

Die Statistik zeigt deutlich, wer die Bildungsberatung am häufigsten in Anspruch nimmt: Ein Drittel der Klientinnen und Klienten sind niedrigqualifizierte Menschen, ein weiteres Drittel Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Gruppen haben besonders hohen Orientierungsbedarf, wenn es um Bildungs- und Berufswege geht.

Weitere wichtige Zielgruppen sind Wiedereinsteiger nach Erwerbsunterbrechungen sowie ältere Erwerbspersonen, die vor beruflichen Veränderungen stehen. "Viele Ratsuchende kommen mit dem Eindruck, beruflich nicht weiterzukommen", beschreibt Christine Bauer-Grechenig, Geschäftsführerin und Bildungsberaterin bei BiBer Bildungsberatung, aus ihrer Praxis. "Bildungsberatung bedeutet dann, die Situation gemeinsam zu analysieren, individuelle Möglichkeiten von Bildungs- und Karrierewegen aufzuzeigen und realistische Entwicklungsperspektiven zu erarbeiten."

Vielfältige Beratungsthemen im Fokus

Die Beratungsanlässe sind so vielfältig wie die Menschen selbst: Rund die Hälfte der Klientinnen und Klienten fragt nach Förderungen für geplante Aus- oder Weiterbildungen. 40 Prozent erkundigen sich über Berufe und den Arbeitsmarkt, 35 Prozent lassen sich über berufliche Weiterbildung beraten.

Ein bedeutender Anteil – 27 Prozent – sucht berufliche Orientierung, während knapp ein Viertel der Personen ihre individuellen Kompetenzen abklären möchte. Weitere gefragte Themen sind Höherqualifizierung, Berufseinstieg oder das Nachholen von Bildungsabschlüssen.

Besonders für Frauen in Phasen der Neuorientierung ist dieser strukturierte Zugang wichtig, wie Andrea Kirchtag, Geschäftsführerin von Frau & Arbeit, betont: "Beim Wiedereinstieg in den Beruf unterstützt Bildungsberatung Frauen dabei, ihre Karriereplanung systematisch und selbstbestimmt zu erarbeiten."

Moderne Arbeitswelt erfordert flexible Biografien

Die hohe Nachfrage nach Bildungsberatung spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider: Bildungs- und Berufsbiografien verlaufen heute immer häufiger mit Brüchen und Veränderungen. Das können Berufswechsel, Wiedereinstieg nach Erwerbsunterbrechungen oder das Nachholen formaler Abschlüsse sein.

Diese Entwicklung macht professionelle Beratung umso wichtiger. Empirische Wirkungsanalysen belegen die Effektivität: Rund 80 Prozent der Personen sind nach der Beratung informierter und orientierter und können konkrete nächste Schritte setzen. Projektleiterin Katrin Reiter bestätigt, dass diese positiven Effekte anhalten und sich in umgesetzten Bildungs- und Berufsentscheidungen zeigen.

Präventive Wirkung für den Arbeitsmarkt

Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht hat die Bildungsberatung eine wichtige präventive Funktion, wie Hilla Lindhuber, Leiterin der Abteilung Bildung, Jugend und Kultur von der Arbeiterkammer Salzburg, unterstreicht: "Frühzeitige Orientierung hilft, Fehlqualifizierungen, Bildungsabbrüche und spätere Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Bildungsberatung stärkt damit sowohl individuelle Erwerbsbiografien als auch den Arbeitsmarkt insgesamt."

Diese präventive Wirkung ist besonders in Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels von großer Bedeutung. Durch gezielte Beratung können Menschen ihre Potenziale besser ausschöpfen und am Arbeitsmarkt erfolgreich sein.

Starkes Netzwerk mit qualitätsgesicherten Standards

Das Erfolgsrezept der Salzburger Bildungsberatung liegt in der Netzwerkstruktur begründet. Neben den operativen Partnern BiBer Bildungsberatung, Frau & Arbeit und der Arbeiterkammer Salzburg wirken auch strategische Partner mit: die Wirtschaftskammer Salzburg, die Berufsinformationszentren des AMS, der Verein VIELE sowie das Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) in Strobl.

Das Netzwerk ist Teil der Initiative Bildungsberatung Österreich und in einen bundesweiten Qualitätsrahmen eingebettet. Gemeinsame Standards, laufende Professionalisierung und Qualitätssicherung garantieren die fachliche Qualität der Beratung bei gleichzeitig regionaler Umsetzung.

Solide Finanzierung durch verschiedene Partner

Die Finanzierung der Bildungsberatung Salzburg erfolgt über verschiedene Quellen: Der Europäische Sozialfonds (ESF), das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, das Land Salzburg, die Stadt Salzburg sowie die Arbeiterkammer Salzburg tragen gemeinsam zur Finanzierung bei.

Diese breite Finanzierungsbasis zeigt die gesellschaftliche Anerkennung der Bildungsberatung und sichert deren langfristige Verfügbarkeit für alle Bildungsinteressierten in Salzburg.

Ausblick in die Zukunft

Nach 15 erfolgreichen Jahren steht das Netzwerk Bildungsberatung Salzburg vor neuen Herausforderungen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt, der demografische Wandel und sich verändernde Qualifikationsanforderungen werden die Nachfrage nach professioneller Bildungsberatung weiter steigen lassen.

Mit ihrer bewährten Struktur, den erfahrenen Beraterinnen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung ist die Salzburger Bildungsberatung gut aufgestellt, um auch künftig Menschen in beruflichen Übergangsphasen erfolgreich zu begleiten. Die beeindruckende Bilanz von 52.000 Beratungskontakten in 15 Jahren ist dabei nur der Anfang einer noch längeren Erfolgsgeschichte.

Schlagworte

#Bildungsberatung#Salzburg#Erwachsenenbildung#Berufsorientierung#Weiterbildung

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