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Baumit BauFachtage 2026: Branchengipfel am Red Bull Ring

Über 450 Bauexperten diskutieren Zukunft der österreichischen Bauwirtschaft

9. März 2026 um 14:11
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Baubranche trifft sich am Red Bull Ring: Hochkarätige Diskussion über Bürokratie-Abbau, Förder-Chaos und innovative Bautechnologien.

Der Red Bull Ring verwandelte sich am 5. und 6. März in einen außergewöhnlichen Schauplatz der österreichischen Baubranche. Mehr als 450 Geschäftspartner und Mitarbeiter folgten der Einladung von Baumit zu den BauFachtagen 2026 und erlebten zwei Tage voller spannender Diskussionen, Produktinnovationen und Networking der Extraklasse.

Hochkarätige Podiumsdiskussion zur Bauwirtschaftskrise

"Wie bekommen wir den Karren wieder ins Laufen?" – diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion am zweiten Tag der Veranstaltung. Unter der Moderation von ÖBZ-Chefredakteur Martin Hehemann diskutierten Branchenexperten über die drängendsten Probleme der österreichischen Bauwirtschaft.

Am Podium versammelten sich Marion Gruber (Mitgründerin PLOV Architekten ZT GmbH), Josef "Beppo" Muchitsch (Nationalratsabgeordneter und Bundesvorsitzender Gewerkschaft Bau-Holz), Michael Schranz (Geschäftsführer Handler Bau GmbH), Oliver Werinos (Geschäftsführer Teubl Gruppe), Robert Schmid (Eigentümer Schmid Industrieholding) und Georg Bursik (Geschäftsführung Baumit GmbH).

Bürokratie als größtes Hindernis

Bereits zu Beginn der Diskussion kristallisierte sich die überbordende Bürokratie als Hauptproblem heraus. Oliver Werinos brachte es auf den Punkt: Der "bürokratische Aufwand" nehme inzwischen "einen höheren zeitlichen Aufwand" ein als die Baudurchführung selbst. Seine Forderung nach einem radikalen Neudenken der Abläufe fand breite Zustimmung.

Robert Schmid ergänzte mit einem konkreten Appell: "Wenn man immer darüber redet, man muss das Leben einfacher machen, die Bürokratie abbauen, dann steht man immer vor der Frage, welchen Teil der Bürokratie man abbaut." Der Ruf nach einem "Reset" wurde von mehreren Diskussionsteilnehmern aufgegriffen.

Rechtssicherheit als Grundvoraussetzung

Das Thema "einfacher bauen" wurde intensiv diskutiert, wobei die Rechtssicherheit als unverzichtbare Grundlage identifiziert wurde. Architektin Marion Gruber verwies auf internationale Beispiele und forderte eine Normen-"Entschlackung". Gleichzeitig betonte sie die Haftungsproblematik: "Grundsätzlich hafte ich als Planerin immer und am Ende bin ich verantwortlich. Das muss man ändern."

Michael Schranz ergänzte aus Sicht der Ausführenden, dass es nicht um "Bauen außerhalb" von Standards gehe, sondern um Optimierung und Vereinfachung innerhalb verlässlicher Regeln – besonders bei Haustechnik und wirtschaftlichen Lösungen.

Scharfe Kritik am Förder-Stopp

Besonders kontrovers diskutiert wurde das Förderaus für thermische Sanierungen. Georg Bursik fand deutliche Worte: "Ja, ich halte es für Schwachsinn. Wenn es im Winter kalt ist, zieht man einen Mantel an und isst nicht mehr, um seinen Wärmebedarf zu decken." Er kritisierte vor allem den kurzfristigen Richtungswechsel des Umweltministers.

Robert Schmid warnte eindringlich vor politischen Stop-and-Go-Signalen: "Die wirkliche Katastrophe ist, etwas zu entscheiden und mittendrin, wenn es zu laufen beginnt, wieder umzustoßen. Jeder in der Branche hat sich darauf eingestellt, dass ein gewisses Level an Geschäft zu erwarten sein wird."

Josef Muchitsch ortete als Kernproblem die mangelnde Praxisrückkopplung bei Förderkonzepten: "Alles, was aus der Praxis kommt, von jenen, die Tag für Tag mit Kunden arbeiten, an ihnen sollte man sich orientieren. Die Förderkette wurde ja komplett falsch begonnen."

Vielfältiges Programm mit Topsprechern

Neben der Podiumsdiskussion erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Sprechern. Der thematische Bogen spannte sich von künstlicher Intelligenz über Zukunftsbilder für Bauen und Wohnen bis zu innovativen Ansätzen gegen den Fachkräftemangel.

Besondere Impulse setzten Sportikone Hermann Maier und Marathonläuferin Julia Mayer, die anhand persönlicher Erfahrungen aufzeigten, was mentale Stärke und konsequentes Dranbleiben bewirken können – Eigenschaften, die auch in Unternehmen entscheidend sind.

Durch beide Tage führten die ORF-Sportkommentatoren Karina Toth und Lukas Schweighofer mit Professionalität und einer guten Portion österreichischem Schmäh.

Baumit präsentiert innovative Bautechnologien

Ein wichtiger Programmpunkt war die Präsentation aktueller Produktentwicklungen durch Baumit. Im Mittelpunkt stand die Weiterentwicklung des Baumit BauMinators – ein 3D-Betondrucksystem für die effiziente und ressourcenschonende Herstellung komplexer, individuell geformter Bauteile.

Diese Technologie verdeutlicht den Trend zur fortschreitenden Automatisierung im Bauwesen und zeigt, wie digitale Innovationen die Branche verändern. Weitere Schwerpunkte der Baumit-Fachvorträge waren der Markenrelaunch, die Themenführerschaft bei der thermischen Sanierung sowie Weiterentwicklungen in der Farbberatung.

Networking und spektakuläre Show

Abseits der Bühnenprogramme nutzten die Teilnehmer intensiv die Gelegenheit für Gespräche und Vernetzung. Bei verschiedenen Challenges rund um den Red Bull Ring waren Teamgeist und "Renn-Fähigkeiten" gefragt, was für Auflockerung und gemeinsame Erlebnisse sorgte.

Ein spektakuläres Highlight setzte die abendliche Baumit Drohnenshow, die zentrale Markenelemente und Produktmotive eindrucksvoll in den Nachthimmel zeichnete und für begeisterte Reaktionen bei den Gästen sorgte.

Baumit als innovativer Branchenpartner

Die Baumit GmbH zählt zu den führenden Unternehmen der österreichischen Baubranche und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 290 Millionen Euro. Das Familienunternehmen beschäftigt 670 Mitarbeiter und verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz.

"Ökonomischer Fortschritt steht dabei stets im Einklang mit sozialer Verantwortung und ökologischer Verträglichkeit", betont das Unternehmen. Dieser Ansatz spiegelte sich auch in den BauFachtagen wider, die unter dem Motto "Gemeinsam besser" standen.

Ausblick: Branche braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Die Baumit BauFachtage 2026 machten deutlich, wie wichtig Vernetzung, Wissensaustausch und partnerschaftliche Zusammenarbeit für die Bauwirtschaft sind. Die intensive Diskussion über Bürokratie-Abbau, Förder-Chaos und innovative Technologien zeigt aber auch: Die österreichische Baubranche steht vor großen Herausforderungen.

Besonders die Forderungen nach verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie dürften weit über den Red Bull Ring hinaus Gehör finden. Die präsentierten digitalen Innovationen wie der 3D-Betondruck zeigen gleichzeitig, dass die Branche durchaus innovativ und zukunftsorientiert aufgestellt ist.

Mit Veranstaltungen wie den BauFachtagen positioniert sich Baumit erfolgreich als Innovator und verlässlicher Partner der Branche. Das Format hat bewiesen, dass der intensive Austausch zwischen allen Akteuren der Bauwirtschaft essentiell ist, um gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln.

Schlagworte

#Baumit#Baubranche#BauFachtage#Red Bull Ring#Bürokratie#Förderungen#Bauinnovationen

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