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Nahost-Krise: Österreich unterstützte über 1.300 Ausreisen

BMEIA organisierte vier Rückholflüge und betreute individuell 5.650 Personen

11. März 2026 um 21:11
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Das Außenministerium zieht positive Bilanz seiner Unterstützungsmaßnahmen im Nahen Osten, während die Sicherheitslage angespannt bleibt.

Das österreichische Außenministerium hat eine beeindruckende Bilanz seiner Krisenhilfe im Nahen Osten vorgelegt. Seit dem 28. Februar arbeitet der Krisenstab täglich daran, österreichische Staatsbürger aus der gefährlichen Region in Sicherheit zu bringen. Mehr als 1.300 Personen konnten bereits mit Unterstützung des #TeamBMEIA ausreisen.

Anhaltend gefährliche Sicherheitslage

Die Situation in der gesamten Region bleibt nach Einschätzung des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) äußerst prekär. Militärische Auseinandersetzungen und Raketengriffe dauern an, weshalb Österreicher dringend aufgerufen werden, den Anweisungen lokaler Behörden strikt zu folgen.

Für eine Reihe von Ländern gilt weiterhin eine offizielle Reisewarnung: Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen auf der Liste. Für Oman und Saudi-Arabien wurde die Sicherheitsstufe 3 verhängt, was ein hohes Sicherheitsrisiko bedeutet.

Verbesserung der Flugverbindungen

Eine positive Entwicklung zeigt sich bei den kommerziellen Flugverbindungen. Emirates bietet mittlerweile täglich Flüge von Dubai nach Wien an, und Qatar Airways hat den Flugverkehr in verschiedene europäische Hauptstädte wieder aufgenommen. Diese Entwicklung reduziert den Bedarf an staatlich organisierten Ausreisehilfen erheblich.

Das Außenministerium empfiehlt betroffenen Personen, direkten Kontakt mit ihren Reiseveranstaltern oder Fluglinien aufzunehmen, um verfügbare Optionen zu klären.

Umfassende Unterstützungsmaßnahmen

Die österreichischen Bemühungen zur Unterstützung der eigenen Staatsbürger waren außergewöhnlich umfangreich. Das BMEIA organisierte insgesamt vier Rückholflüge, die sich besonders auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen konzentrierten – darunter Schwangere, Familien mit kleinen Kindern und kranke Personen.

Über 800 Personen konnten mit gecharterten Flugzeugen aus dem Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Österreich zurückgebracht werden. Zusätzlich gelang es, mehr als 120 österreichische Staatsbürger und ihre Angehörigen mit Unterstützung von EU-Partnern sowie Kooperationspartnern wie der AUA und der OMV auszufliegen.

Pionierrolle in Europa

Im europäischen Vergleich nahm Österreich eine Vorreiterrolle ein. Das Land gehörte zu den ersten Nationen, die unterstützte Ausreisen mit Bussen und Flugzeugen organisieren konnten. Besonders hervorzuheben ist, dass Österreich bereits am 1. März den ersten unterstützten Ausreiseflug mit einer AUA-Maschine aus dem Oman für Menschen mit besonderen Bedürfnissen durchführte.

Auch bei der Organisation unterstützter Busreisen aus Katar nach Saudi-Arabien und bei Evakuierungsflügen aus Saudi-Arabien war Österreich das erste europäische Land, das solche Maßnahmen anbot.

Intensive Kommunikation und Betreuung

Die Informations- und Betreuungsarbeit des Außenministeriums war beeindruckend umfangreich. In 130 Aussendungen wurden alle registrierten Österreicher in der Region über die Sicherheitssituation und verfügbare Ausreisemöglichkeiten informiert. Rund 5.650 österreichische Staatsbürger erhielten individuelle Betreuung.

Die Botschaften vor Ort kümmerten sich auch um besonders schwierige Fälle, wie etwa einen krebskranken österreichischen Staatsbürger oder einen Österreicher mit Trümmerbruch. Diese persönliche Betreuung verdeutlicht das Engagement des diplomatischen Dienstes für jeden einzelnen Staatsbürger.

Erfolgreiche Kooperationen

Der Erfolg der Unterstützungsmaßnahmen war nur durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure möglich. Neben den Botschaften vor Ort leisteten das Jagdkommando des Bundesministeriums für Landesverteidigung (BMLV), das Bundesministerium für Inneres (BMI) und europäische Partner wichtige Beiträge.

Das symbolträchtige "rot-weiß-rote Sicherheitsnetz", repräsentiert durch die charakteristischen Krisenjacken des Teams, wurde zu einem erkennbaren Zeichen österreichischer Hilfe in der Region.

Rückläufige Registrierungen als Erfolgsindikator

Die Wirksamkeit der Unterstützungsmaßnahmen zeigt sich in den täglich zurückgehenden Registrierungszahlen. Immer weniger Österreicher melden sich neu für Hilfe an, während die Zahl der erfolgreichen individuellen Ausreisen steigt. Das Außenministerium appelliert an alle Personen, die das Krisengebiet bereits verlassen haben, sich aus der Reiseregistrierung auszutragen, um ein aktuelles Lagebild zu ermöglichen.

Dennoch melden sich vereinzelt noch österreichische Staatsbürger, bei denen es Schwierigkeiten bei der direkten Kontaktaufnahme gibt. Das BMEIA versichert, dass allen diesen Hinweisen umgehend nachgegangen wird und sich das Ministerium selbstverständlich um jeden Einzelfall kümmert.

Kontinuierliche Erreichbarkeit gewährleistet

Das Außenministerium koordiniert sich weiterhin eng mit europäischen Partnern und steht rund um die Uhr über die Notfallnummer +43 1 90115 4411 zur Verfügung. Alle Österreicher in der Region werden aufgerufen, sich auf reiseregistrierung.at zu registrieren, regelmäßig die Medien zu verfolgen und sich auf www.bmeia.gv.at zu informieren.

Botschaftskontakte in der Region

Für den direkten Kontakt stehen die österreichischen Botschaften mit speziellen Notfallnummern zur Verfügung:

  • Abu Dhabi: (+971) 50 66 69 728 oder (+971) 50 85 90 441
  • Amman: (+962) 795 62 85 60
  • Doha: (+974) 33 21 14 50
  • Kuwait/Bahrain: (+965) 998 061 77
  • Maskat: (+968) 7220 0116
  • Riyadh: (+966) 557 102 122
  • Tel Aviv: (+972) 54 792 1892 oder (+972) 53 643 2738
  • Beirut: (+961) 39 59 765

Die Krisensituation im Nahen Osten verdeutlicht die Wichtigkeit eines funktionierenden diplomatischen Netzwerks und die Bedeutung internationaler Kooperation in Krisenzeiten. Österreichs proaktive Herangehensweise und die erfolgreiche Koordination verschiedener Akteure haben dazu beigetragen, dass mehr als 1.300 Landsleute sicher aus der Gefahrenzone gebracht werden konnten. Der Krisenstab bleibt weiterhin aktiv und bewertet die Lage täglich neu, um bei Bedarf weitere Unterstützungsmaßnahmen einleiten zu können.

Schlagworte

#Außenministerium#Nahost-Krise#Ausreise#Sicherheit#Krisenhilfe

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