Umsatzrückgang von 2,6 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro - Dividende bleibt stabil
Die Post verzeichnete 2025 einen leichten Umsatzrückgang, konnte aber operative Stärke in einem herausfordernden Marktumfeld beweisen.
Die Österreichische Post AG hat ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vorgelegt und dabei eine beachtliche operative Stabilität in einem herausfordernden Marktumfeld unter Beweis gestellt. Der Konzernumsatz belief sich auf 3,043 Milliarden Euro und lag damit um 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert von 2024, jedoch um 11,0 Prozent über dem Niveau von 2023.
"Trotz eines herausfordernden Marktumfeldes und positiver Sondereffekte im Vorjahr zeigte die Österreichische Post im Geschäftsjahr 2025 eine solide operative Performance", kommentierte CEO Walter Oblin die Ergebnisse. Das Unternehmen konnte seine führende Marktposition im österreichischen Paketgeschäft mit einem Marktanteil von 63 Prozent bei Privatkundenpaketen erfolgreich verteidigen.
Die Geschäftsentwicklung 2025 spiegelte die anhaltenden strukturellen Trends im internationalen Brief- und Paketmarkt wider. Während die Digitalisierung und der Kostendruck bei privaten und öffentlichen Kundengruppen zu rückläufigen Briefmengen führten, blieben die wachsenden Paketmärkte von intensivem Wettbewerb geprägt.
Der Briefbereich verzeichnete mit 1,155 Milliarden Euro einen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent gegenüber 2024. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf den strukturellen Rückgang der adressierten Briefmengen aufgrund der elektronischen Substitution sowie das Wegfallen positiver Einmaleffekte des Vorjahres zurückzuführen. Besonders die zahlreichen Wahlen in Österreich im Jahr 2024 hatten zusätzliche Umsätze von rund 40 Millionen Euro generiert.
Der Bereich Paket & Logistik erzielte mit 1,720 Milliarden Euro einen leichten Umsatzanstieg von 0,4 Prozent (vergleichbar: +1,2 Prozent). Dabei entwickelte sich das österreichische Paketgeschäft positiv mit einem Umsatzplus von 5,8 Prozent auf 982,6 Millionen Euro und einem Volumenwachstum von 3 Prozent.
In den internationalen Märkten zeigten sich unterschiedliche Trends: In Südosteuropa gingen die Umsätze aufgrund geringerer Paketvolumen aus Asien zurück, während das Geschäft in der Türkei weiterhin stark von der hohen Inflation und Wechselkursschwankungen der türkischen Lira beeinflusst wurde. Zusätzlich führten temporäre Kapazitätsbeschränkungen im vierten Quartal zu einem Umsatzrückgang von 6,0 Prozent in der Region Türkiye+.
Der Bereich Retail & Bank verzeichnete einen Umsatzrückgang von 8,8 Prozent auf 183,8 Millionen Euro. Hauptursachen waren die Beendigung der Vertriebskooperation mit einem Telekom-Partner sowie der Rückgang des EZB-Leitzinses, der sich negativ auf das Finanzdienstleistungsgeschäft auswirkte.
Positiv entwickelte sich hingegen die 2020 gegründete bank99, die mit 300.000 Kunden in Österreich einen positiven Beitrag zum Gesamtgeschäftsergebnis der Österreichischen Post leistete.
Das EBITDA lag mit 413,3 Millionen Euro um 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, aber 5,6 Prozent über dem Niveau von 2023. Das EBIT fiel um 5,0 Prozent auf 196,9 Millionen Euro, lag jedoch ebenfalls über dem Vergleichswert von 2023. Der Konzerngewinn betrug 134,0 Millionen Euro, was einem Rückgang von 8,1 Prozent entspricht. Das Ergebnis je Aktie sank von 2,04 Euro auf 1,96 Euro.
Trotz der schwächeren Ergebnisse schlägt der Vorstand eine stabile Dividende von 1,83 Euro je Aktie vor - das entspricht einer Dividendenrendite von 5,9 Prozent basierend auf dem Schlusskurs zum 31. Dezember 2025.
Die Post setzt ihre Transformation basierend auf der LEAD 2030-Strategie fort und erweitert kontinuierlich ihr Dienstleistungsangebot. In Österreich stehen Postdienstleistungen an knapp 3.000 Postpunkten zur Verfügung, international kommen rund 14.400 zusätzliche Out-of-Home-Standorte hinzu.
Ein wichtiger Meilenstein steht im April 2026 bevor: der Start der eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW. Zudem wurden wichtige Schritte im internationalen Geschäft durch zwei Akquisitionen getätigt - ein Paketdienstleister in Ungarn und ein E-Commerce-Dienstleister in der CEE/SEE-Region.
Für 2026 erwartet die Österreichische Post ein moderates Umsatzwachstum und eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung in der Größenordnung der Vorjahre. Das erste Halbjahr dürfte sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis schwächer ausfallen als im Vorjahr, während das zweite Halbjahr stärker werden sollte.
Die Investitionen in Sachanlagen (CAPEX) sollen 2026 zwischen 140 und 160 Millionen Euro liegen, zuzüglich etwa 20 Millionen Euro für immaterielle Vermögenswerte. Schwerpunkte sind der Ausbau und die Modernisierung des Logistikzentrums in Salzburg sowie die Erhöhung der Anzahl von Paketautomaten, vorrangig in Südosteuropa.
Ein weiterer Fokus liegt auf der schrittweisen Elektrifizierung der Zustellflotte, um bis 2030 eine vollständig CO₂-freie Zustellung auf der letzten Meile in Österreich zu erreichen. Die Post will auch weiterhin Wachstum mit einer attraktiven Dividendenpolitik verbinden und bleibt dem Ziel verpflichtet, mindestens 75 Prozent des Nettogewinns an die Aktionäre auszuschütten.
Mit ihrem diversifizierten Geschäftsmodell und der kontinuierlichen Anpassung an die sich wandelnden Marktbedingungen zeigt sich die Österreichische Post gut positioniert für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Die strategische Fokussierung auf E-Commerce und die Expansion der digitalen Dienstleistungen sollen dabei helfen, die strukturellen Veränderungen im Kommunikations- und Logistikmarkt erfolgreich zu bewältigen.