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Österreichische Post: Solides Jahresergebnis trotz Herausforderungen

Umsatz leicht rückläufig, Dividende stabil bei 1,83 Euro je Aktie

12. März 2026 um 08:01
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Die Österreichische Post zeigt 2025 trotz schwierigem Marktumfeld eine stabile Entwicklung mit einem Umsatz von 3,04 Milliarden Euro.

Die Österreichische Post AG hat ihre Jahresergebnisse für 2025 vorgelegt und zeigt sich trotz eines herausfordernden Marktumfelds in solider Verfassung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 3.043,3 Millionen Euro, was einem Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber dennoch 11,0 Prozent über dem Niveau von 2023 liegt.

Umsatzentwicklung nach Divisionen

Die verschiedenen Geschäftsbereiche der Post entwickelten sich unterschiedlich. Der Bereich Brief & Werbepost verzeichnete mit 1.155,2 Millionen Euro einen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent gegenüber 2024. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf den strukturellen Rückgang des adressierten Briefvolumens durch die elektronische Substitution zurückzuführen. Darüber hinaus fehlten die positiven Sondereffekte des Vorjahres, insbesondere die Umsätze aus den großen Wahlen in Österreich, die rund 40 Millionen Euro ausgemacht hatten.

Die Division Paket & Logistik, die mittlerweile 56,2 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, konnte ihre Umsatzerlöse auf 1.719,9 Millionen Euro steigern. Bereinigt um Ausweisänderungen betrug das Plus 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Österreich entwickelte sich das Paketgeschäft positiv mit einem Wachstum von 5,8 Prozent auf 982,6 Millionen Euro und einem Mengenwachstum von drei Prozent.

Die Division Filiale & Bank musste einen Umsatzrückgang von 8,8 Prozent auf 183,8 Millionen Euro hinnehmen. Dies war hauptsächlich auf die Beendigung der bisherigen Telekom-Vertriebskooperation und das gesunkene EZB-Leitzinsniveau zurückzuführen.

Ergebnisentwicklung bleibt stabil

Das operative Ergebnis (EBITDA) der Österreichischen Post belief sich 2025 auf 413,3 Millionen Euro, was einem Rückgang von 2,2 Prozent entspricht. Die EBITDA-Marge lag bei 13,6 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 5,0 Prozent auf 196,9 Millionen Euro zurück, was einer EBIT-Marge von 6,5 Prozent entspricht.

Das Periodenergebnis betrug 134,0 Millionen Euro nach 145,9 Millionen Euro im Vorjahr, was einem Rückgang von 8,1 Prozent entspricht. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich von 2,04 Euro auf 1,96 Euro.

Generaldirektor Walter Oblin kommentierte die Entwicklung: "Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und der positiven Sondereffekte im Vorjahr zeigte die Österreichische Post im Geschäftsjahr 2025 eine solide operative Entwicklung. In Österreich haben wir unser Paketwachstum auch 2025 fortgesetzt und wir konnten unsere führende Marktposition erfolgreich behaupten."

Marktführerschaft im österreichischen Paketmarkt

Die Österreichische Post behauptet ihre dominante Stellung im heimischen Paketmarkt mit einem Anteil von 63 Prozent am Privatkunden-Paketmarkt. Diese starke Position macht das Unternehmen zur zentralen Partnerin im österreichischen E-Commerce-Bereich.

Internationale Aktivitäten unter Druck

Die internationalen Märkte zeigten gemischte Entwicklungen. In der Türkei, wo die Post über Tochtergesellschaften aktiv ist, reduzierten sich die Umsatzerlöse um 6,0 Prozent auf 485,9 Millionen Euro. Starker Wettbewerb und die Eigenzustellung großer E-Commerce-Player dominierten den türkischen Markt. Zusätzlich beeinträchtigten Kapazitätseinschränkungen aufgrund eines IT-Störfalls im vierten Quartal das Geschäft.

In Südost- und Osteuropa gingen die Umsatzerlöse leicht um 0,9 Prozent auf 211,6 Millionen Euro zurück. Dieser Markt ist von starkem Wettbewerb und volatilen Volumenentwicklungen asiatischer Versender geprägt.

Finanzielle Stabilität und Dividendenpolitik

Die finanzielle Situation der Österreichischen Post bleibt solide. Der operative Free Cashflow stieg um 10,3 Prozent auf 280,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 767,6 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 11,7 Prozent entspricht.

Trotz des leicht rückläufigen Ergebnisses wird der Hauptversammlung am 15. April 2026 eine stabile Dividende von 1,83 Euro je Aktie vorgeschlagen. Dies entspricht einer Dividendenrendite von 5,9 Prozent zum Schlusskurs am 31. Dezember 2025.

Strategische Weichenstellungen für die Zukunft

Die Österreichische Post hat 2025 wichtige strategische Schritte unternommen. Das Dienstleistungsangebot wurde konsequent erweitert – in Österreich sind die Services der Post inzwischen an nahezu 3.000 Poststellen verfügbar, international kommen rund 14.400 weitere Out-of-Home-Standorte hinzu.

Ein besonderer Meilenstein steht unmittelbar bevor: Im April 2026 will das Unternehmen mit der eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW an den Start gehen. Dies markiert eine wichtige Diversifizierung des Geschäftsportfolios.

Im internationalen Paketgeschäft wurden mit zwei Akquisitionen weitere Wachstumsschritte gesetzt – einem Paketdienstleister in Ungarn sowie einem E-Commerce-Dienstleister in der CEE/SEE-Region.

Nachhaltigkeit im Fokus

Ein wichtiger Investitionsschwerpunkt liegt auf der schrittweisen Elektrifizierung der Zustellflotte. Das Ziel ist ambitioniert: Die letzte Meile in Österreich soll bis 2030 vollständig CO₂-frei gestaltet werden.

Ausblick 2026: Vorsichtiger Optimismus

Für das laufende Jahr 2026 rechnet die Österreichische Post mit einem leichten Umsatzanstieg. Gleichzeitig wird eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung in der Größenordnung der letzten Jahre angepeilt. Dabei wird mit einem schwächeren ersten und stärkeren zweiten Halbjahr gerechnet.

Die Investitionen in Sachanlagen (CAPEX) werden 2026 in einer Bandbreite von 140 bis 160 Millionen Euro liegen. Schwerpunkte sind die Erweiterung und Modernisierung des Logistikzentrums in Salzburg und der Ausbau von Paketautomaten, vorrangig in Südost- und Osteuropa.

Herausforderungen bleiben bestehen

Die strukturellen Trends im internationalen Brief- und Paketmarkt setzen sich auch 2026 fort. Digitalisierung und Kostendruck bei privaten wie öffentlichen Kundengruppen führen weiterhin zu rückläufigen Brief- und Werbemengen, während die Paketmärkte von intensivem Wettbewerb geprägt bleiben.

Besonders das erste Quartal 2026 wird durch verschiedene Faktoren belastet sein: die Umstellung der bisherigen Telekom-Vertriebskooperation auf die eigene Mobilfunk-Marke YELLLOW, ein herausforderndes Marktumfeld in Südost- und Osteuropa sowie regulatorisch bedingt reduzierte Paketmengen aus Asien in der Türkei.

Fazit: Solide Performance in schwierigem Umfeld

Die Österreichische Post hat 2025 bewiesen, dass sie auch in einem herausfordernden Marktumfeld ihre Position behaupten kann. Mit ihrer Strategie LEAD 2030 treibt das Unternehmen die Transformation konsequent voran und investiert in zukunftsträchtige Bereiche wie E-Commerce-Logistik und digitale Services.

Die stabile Dividendenpolitik und die solide Finanzlage unterstreichen das Vertrauen des Managements in die langfristige Entwicklung des Unternehmens. Mit rund 28.000 Mitarbeitern bleibt die Post ein wichtiger Arbeitgeber in Österreich und ein zentraler Baustein der nationalen Infrastruktur.

Schlagworte

#Österreichische Post#Jahresergebnis#Dividende#Paketgeschäft#Logistik#YELLLOW#E-Commerce

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