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ÖVP kritisiert Drogenkoordinator: Jedmayer-Grätzl wartet weiter

Hammerer und Ofner werfen Lochner Hinhaltetaktik vor

12. März 2026 um 09:21
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Monatelang wurden Maßnahmen zur Entlastung des Jedmayer-Grätzls versprochen. Die ÖVP Wien sieht nur leere Ankündigungen.

Das Jedmayer-Grätzl in Wien beschäftigt Anrainerinnen und Anrainer bereits seit Jahren. Die Situation rund um die dortige Drogenberatungseinrichtung sorgt für anhaltende Spannungen im Bezirk. Nun üben die Wiener Volkspartei-Politiker Gerhard Hammerer und Felix Ofner scharfe Kritik am Wiener Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner.

Chronologie der gebrochenen Versprechen

Gerhard Hammerer, Obmann der Volkspartei Mariahilf, zeichnet eine ernüchternde Chronologie der Ankündigungen nach. Im September 2025 kündigte Lochner in der ORF-Sendung "Wien Heute" einen sicherheitsstrategischen Gipfel der Stadt gemeinsam mit der Polizei an. Dieser Termin wurde Anfang Oktober nochmals bestätigt, nur um wenige Wochen später wieder abgesagt zu werden.

"Statt konkreter Maßnahmen folgten weitere Ankündigungen – umgesetzt wurde nichts", kritisiert Hammerer die Vorgangsweise des Drogenkoordinators. Die Enttäuschung über die ausbleibenden Taten ist in seinen Worten deutlich spürbar.

Fehlendes Maßnahmenkonzept sorgt für Unmut

Besonders problematisch sehen die ÖVP-Politiker das Ausbleiben eines versprochenen Konzepts zur Entlastung des Jedmayer-Grätzls. Am 13. November 2025 sagte Ewald Lochner öffentlich zu, bis Ende 2025 beziehungsweise Anfang 2026 ein mittel- bis langfristiges Maßnahmenkonzept vorzulegen. Diese Zusage wiederholte er auch in der ORF-Reihe "Ein Ort am Wort".

"Stand Anfang März 2026 gibt es weder ein Konzept noch eine Erklärung, warum diese Zusage nicht eingehalten wurde", stellt Hammerer fest. Die Zeitangabe in der ursprünglichen Pressemitteilung deutet möglicherweise auf einen Fehler hin, da sie sich auf zukünftige Ereignisse bezieht.

Scharfe Kritik aus Rudolfsheim-Fünfhaus

Felix Ofner, Bezirksparteiobmann der Volkspartei Rudolfsheim-Fünfhaus, zeigt sich ebenfalls frustriert über die Entwicklungen. "Die Menschen im Grätzel werden seit Monaten mit Ankündigungen vertröstet", kritisiert er die Kommunikationsstrategie des Drogenkoordinators.

Ofner führt die Problematik der wiederholten Versprechen detailliert aus: "Sicherheitsgipfel angekündigt, dann abgesagt. Konzept versprochen, bis heute nicht geliefert. Diese Hinhaltetaktik ist für die Betroffenen schlicht nicht mehr akzeptabel."

Frage nach politischer Verantwortung

Angesichts der ausbleibenden Maßnahmen stellen Hammerer und Ofner die Kompetenz des zuständigen Drogenkoordinators in Frage. "Wenn wiederholt konkrete Maßnahmen angekündigt werden und am Ende nichts passiert, muss man sich fragen, ob der zuständige Drogenkoordinator seiner Aufgabe noch gerecht wird", formulieren sie ihre Zweifel an Lochners Eignung für das Amt.

Diese Kritik zielt direkt auf das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Stadtregierung ab. Für die ÖVP-Politiker ist das Muster aus Ankündigungen ohne nachfolgende Taten ein Zeichen mangelnder politischer Führung.

Hintergrund: Das Jedmayer-Problem

Die Drogenberatungseinrichtung Jedmayer ist seit Jahren ein Brennpunkt in Wien. Anrainerinnen und Anrainer beklagen sich über verschiedene Probleme im Zusammenhang mit der Einrichtung. Auch Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel und Schülerinnen und Schüler seien von der Situation betroffen, wie die ÖVP-Politiker betonen.

Die Lage zeigt exemplarisch die Herausforderungen beim Umgang mit Drogenproblemen in urbanen Räumen. Während Beratungseinrichtungen wichtige soziale Dienste leisten, entstehen oft Konflikte mit der unmittelbaren Nachbarschaft.

Forderung nach sofortigen Maßnahmen

Hammerer und Ofner verlangen nun endlich konkrete Schritte statt weiterer Vertröstungen. "Die Situation rund um den Jedmayer ist seit Jahren bekannt. Die Geduld der Anrainer, der Öffentlich-Verkehrs-Benützer und der Schüler ist längst aufgebraucht", argumentieren sie.

"Sie brauchen keine weiteren Ankündigungen, sondern endlich Maßnahmen. Ewald Lochner muss endlich liefern", lautet ihr abschließendes Ultimatum an den Drogenkoordinator.

Politische Dimension des Konflikts

Der Streit um das Jedmayer-Grätzl zeigt auch die politischen Spannungen in Wien auf. Die ÖVP nutzt das Thema offensichtlich, um die Regierungsarbeit der SPÖ-geführten Stadtregierung zu kritisieren. Sucht- und Drogenpolitik ist traditionell ein sensibles Thema, bei dem verschiedene Interessensgruppen aufeinandertreffen.

Während die Opposition mangelnde Tatkraft kritisiert, steht die Stadtregierung vor der Herausforderung, sowohl die Bedürfnisse der Betroffenen als auch die Anliegen der Anrainer zu berücksichtigen. Schnelle Lösungen sind in diesem komplexen Umfeld selten möglich.

Ausblick und nächste Schritte

Es bleibt abzuwarten, wie der Wiener Sucht- und Drogenkoordinator auf die Vorwürfe reagiert. Die öffentliche Kritik der ÖVP dürfte den Druck auf Ewald Lochner erhöhen, endlich konkrete Maßnahmen zu präsentieren.

Für die Anrainerinnen und Anrainer des Jedmayer-Grätzls bedeutet der politische Streit zunächst weitere Unsicherheit. Sie hoffen weiterhin auf eine Verbesserung ihrer Situation, die nun schon seit Monaten versprochen wird.

Schlagworte

#ÖVP Wien#Drogenpolitik#Jedmayer-Grätzl#Ewald Lochner#Kommunalpolitik

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