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Pensionierte Pflegekräfte schulen neue Kollegen ein

Niederösterreich startet innovatives Pilotprojekt für Wissensweitergabe

12. März 2026 um 11:01
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Im Landesklinikum Baden-Mödling unterstützen erfahrene pensionierte Pflegekräfte neue Mitarbeiter bei der Einarbeitung.

Das österreichische Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen: Personalmangel, demografischer Wandel und die steigenden Anforderungen an die Pflegequalität machen innovative Lösungen notwendig. Niederösterreich geht nun einen besonderen Weg und setzt auf die Erfahrung pensionierter Pflegekräfte. Das Pilotprojekt "Erfahrung trifft Zukunft" zeigt, wie wertvolles Wissen gezielt weitergegeben werden kann.

Erfolgreicher Start im Landesklinikum Baden-Mödling

Am Standort Baden des Landesklinikums Baden-Mödling wurde die erste Runde des Pilotprojekts auf der Station C3A erfolgreich abgeschlossen. Drei Monate lang begleitete eine pensionierte Pflegekraft neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen durch den Stationsalltag. Das Ziel: eine strukturierte und praxisnahe Integration ins Team sowie die direkte Verknüpfung von theoretischem Wissen mit den praktischen Anforderungen des Pflegeberufs.

"Die Sicherung von qualifiziertem Personal ist eine der zentralen Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegebereich", erklärt Landesrat Anton Kasser. "Projekte wie 'Erfahrung trifft Zukunft' zeigen, wie wir vorhandenes Wissen gezielt nutzen können, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen."

Strukturierter Wissenstransfer zwischen den Generationen

Das Konzept des Pilotprojekts basiert auf einem generationsübergreifenden Wissenstransfer. Erfahrene pensionierte Pflegeexpertinnen und -experten kehren zeitweise in ihre ehemaligen Arbeitsstätten zurück, um ihr über Jahre erworbenes Fachwissen an die nächste Generation weiterzugeben. Diese Form der Einarbeitung geht weit über traditionelle Einschulungsmethoden hinaus.

Nach der intensiven Betreuungsphase sind die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Lage, ihre Arbeitsbereiche eigenständig zu organisieren und ihre Aufgaben sicher, strukturiert und verantwortungsbewusst zu erfüllen. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf fachlichen Kompetenzen, sondern auch auf der Stärkung der professionellen Kommunikation mit Patientinnen, Patienten und deren Angehörigen.

Positive Resonanz von allen Beteiligten

Die Rückmeldungen zum Pilotprojekt sind durchwegs positiv. "Die strukturierte Begleitung über mehrere Monate hat unseren neuen Kolleginnen und Kollegen Sicherheit gegeben und das Miteinander auf der Station spürbar gestärkt", berichten Stationsleiterin Petra Rebol und die pensionierte Kollegin Susanne Berger, die die Einschulungen durchführte.

Besonders hervorzuheben ist, dass der kontinuierliche Austausch nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Teamkultur positiv weiterentwickelt hat. Die direkte Begleitung im Arbeitsalltag, zeitnahe fachliche Unterstützung und die praktische Anwendung theoretischer Inhalte wurden von den neuen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt.

Gezielte Kompetenzentwicklung im Fokus

Das Projekt setzt auf eine bewusst geplante Diensteinteilung, bei der neue Mitarbeiter gemeinsam mit erfahrenen Teammitgliedern arbeiten. Dadurch werden pflegerische Kompetenzen systematisch weitergegeben. In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Vertiefung zentraler Programme und Computersysteme sowie auf der Weiterentwicklung kommunikativer Fähigkeiten.

Pflegedirektorin Petra Augustin zeigt sich begeistert von den Ergebnissen: "Dieses Pilotprojekt zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll die Erfahrung unserer pensionierten Pflegeexpertinnen für die nächste Generation ist. Wir investieren damit gezielt in Qualität, Nachhaltigkeit und Mitarbeiterbindung – und stärken gleichzeitig unser gesamtes Team."

Dauerhafte Implementierung geplant

Aufgrund der positiven Evaluationsergebnisse wird eine Fortführung des Projekts über die Pilotphase hinaus ausdrücklich empfohlen. Die Verantwortlichen planen eine dauerhafte Implementierung mit verbindlichen organisatorischen und personellen Rahmenbedingungen.

Zentraler Baustein der Weiterentwicklung ist die strukturelle Verankerung pensionierter Pflegeexpertinnen im Einschulungsprozess. Diese sollen künftig einen festen Platz in der Personalentwicklung erhalten und ihr Wissen systematisch an neue Generationen weitergeben.

Investition in die Zukunft der Pflege

Das Projekt "Erfahrung trifft Zukunft" stellt aus mehreren Blickwinkeln eine wichtige Innovation dar. Aus pflegerischer Sicht verbessert es die Qualität der Patientenversorgung durch besser ausgebildetes Personal. Organisatorisch trägt es zur Mitarbeiterbindung und zur Stärkung der Teamkultur bei. Wirtschaftlich betrachtet reduziert es Fluktuation und Einarbeitungskosten.

Landesrat Kasser sieht in dem strukturierten Wissenstransfer zwischen erfahrenen Pflegekräften und neuen Kolleginnen und Kollegen einen wichtigen Baustein der niederösterreichischen Personalstrategie. Gleichzeitig werde dadurch die Qualität der Versorgung gestärkt – ein entscheidender Faktor angesichts der demografischen Entwicklung.

Modell für andere Gesundheitseinrichtungen

Das erfolgreiche Pilotprojekt könnte als Modell für andere Gesundheitseinrichtungen in Österreich dienen. Die Idee, pensionierte Fachkräfte gezielt in die Personalentwicklung einzubinden, bietet mehrere Vorteile: Das vorhandene Erfahrungswissen geht nicht verloren, neue Mitarbeiter erhalten eine intensivere Betreuung, und die Bindung zum Arbeitgeber wird gestärkt.

Die Weiterführung des Projekts stellt aus pflegerischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht eine nachhaltige Investition in die Qualität der Versorgung und in die Zukunft der Pflege dar. Damit setzt Niederösterreich ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen den Fachkräftemangel und zeigt innovative Wege zur Personalentwicklung auf.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Projektphase ist der Grundstein für eine dauerhafte Veränderung in der Personalentwicklung gelegt. Die strukturierte Einbindung pensionierter Pflegeexperten könnte künftig zum Standard in niederösterreichischen Gesundheitseinrichtungen werden.

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie durch kreative Ansätze und die Nutzung vorhandener Ressourcen nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen im Gesundheitswesen entwickelt werden können. Die Kombination aus Erfahrungswissen und moderner Personalentwicklung weist den Weg in eine zukunftsfähige Pflegepraxis.

Schlagworte

#Gesundheitswesen#Pflege#Personalentwicklung#Niederösterreich#Wissensweitergabe

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