Burgenländischer Winzer setzt als Erster auf fälschungssichere Etiketten
Willi Opitz aus Illmitz kämpft gegen Fernostkopien seiner Weine. Das TV-Magazin 'Land und Leute' zeigt am 21. März die neuesten Entwicklungen.
Die Welt der Lebensmittel und des Weins wird zunehmend von einem Problem geplagt, das Produzenten und Verbrauchern gleichermaßen Sorgen bereitet: Fälschungen und Produktpiraterie. In Österreich entsteht durch diese illegalen Praktiken jährlich ein Schaden von geschätzten 800 Millionen Euro. Besonders betroffen sind dabei auch landwirtschaftliche Betriebe, deren Produkte immer häufiger kopiert und gefälscht werden.
Winzer Willi Opitz aus Illmitz im Burgenland hat sich entschieden, als erster österreichischer Weinproduzent aktiv gegen billige Fernostkopien seiner Weine vorzugehen. Opitz, der seine Weine international bis in die USA und sogar ins britische Königshaus vertreibt, musste bereits feststellen, dass seine hochwertigen Produkte gefälscht und unter seinem Namen verkauft wurden.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat sich der Burgenländer mit dem weltweiten Marktführer für Sicherheitstechnologie aus Deutschland zusammengetan. Gemeinsam entwickelten sie fälschungssichere Weinetiketten, die es Nachahmern praktisch unmöglich machen sollen, authentisch aussehende Kopien zu produzieren.
Das Problem beschränkt sich jedoch keineswegs nur auf den Weinbau. Das deutsche Sicherheitsunternehmen, mit dem Opitz kooperiert, arbeitet international immer häufiger mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammen. Besonders problematisch ist dabei, dass auch mit Saatgut und Düngemitteln Fälscher und Kopisten verstärkt auf den europäischen Markt drängen.
Diese Entwicklung stellt eine ernste Bedrohung für die Qualität und Sicherheit landwirtschaftlicher Produkte dar. Gefälschte Düngemittel können beispielsweise nicht nur unwirksam sein, sondern sogar schädliche Substanzen enthalten, die Böden und Pflanzen dauerhaft beschädigen können.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Österreich werden die durch Fälschungen und Produktpiraterie entstehenden Schäden auf 800 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Die direkten Umsatzeinbußen für die betroffenen Unternehmen belaufen sich dabei auf rund 61 Millionen Euro jährlich. Diese Verluste gefährden nicht nur die Existenz der Betriebe selbst, sondern haben auch direkte Auswirkungen auf Arbeitsplätze in der österreichischen Wirtschaft.
Besonders betroffen sind dabei oft kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht über die Ressourcen verfügen, um sich umfassend gegen Produktpiraterie zu schützen oder rechtliche Schritte in verschiedenen Ländern einzuleiten.
In Österreich übernimmt die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) eine zentrale Rolle im Kampf gegen gefälschte Lebensmittel. Die Institution untersucht systematisch Lebensmittel auf ihre Sicherheit, Herkunft und Echtheit. Das Spektrum reicht dabei vom Honig bis zum Erdapfel und umfasst praktisch alle Bereiche der Lebensmittelproduktion.
Diese Kontrollen sind von enormer Bedeutung für den Verbraucherschutz, da gefälschte Lebensmittel nicht nur wirtschaftlichen Schaden anrichten, sondern auch gesundheitliche Risiken bergen können. Durch die systematische Überwachung trägt die AGES dazu bei, dass österreichische Verbraucher Vertrauen in die Qualität und Herkunft ihrer Lebensmittel haben können.
Das ORF-Magazin 'Land und Leute' beleuchtet am 21. März 2025 um 16:20 Uhr in ORF 2 nicht nur das Thema Lebensmittelfälschungen, sondern widmet sich auch anderen wichtigen Aspekten des ländlichen Lebens.
Im Kärntner Mölltal zeigt die Sendung ein inspirierendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements. Vier Menschen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ein historisches Wirtshaus mit Stadl aus dem 16. Jahrhundert zu kaufen und wiederzubeleben. Durch ihren Einsatz verhinderten sie nicht nur den Abbruch des wertvollen Gebäudes, sondern tragen auch aktiv zur Belebung ihrer Dorfgemeinschaft bei.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sendung liegt auf den Herausforderungen, denen sich die moderne Landwirtschaft gegenübersieht. Wetterextreme treffen meist zuerst die landwirtschaftlichen Betriebe, und die ständige Seuchengefahr hängt wie ein Damoklesschwert über Betrieben mit Tierhaltung. Das 'Land und Leute'-Team besucht einen Bauernhof in der Steiermark und zeigt auf, welche vorbeugenden Maßnahmen moderne Landwirte ergreifen, um ihre Betriebe zu schützen.
In der Serie 'Genial gekocht – nachhaltig versorgt' steht diesmal Familie Gasper aus Kirchberg an der Raab in der Steiermark im Mittelpunkt. Seit über 30 Jahren produziert die Familie Kren, der auch als 'Penicillin des Gartens' bezeichnet wird. Die Sendung zeigt, wie diese traditionelle Pflanze erforscht und zu köstlichen Produkten verarbeitet wird.
Abschließend führt die Reise ins Grödnertal in Südtirol, das für seine jahrhundertealte Tradition der Holzschnitzerei bekannt ist. Heute wie damals entstehen hier in aufwendiger Handarbeit besondere Holzreliefs, Krippen und religiöse Skulpturen, die das kulturelle Erbe der Region bewahren.
Der Kampf gegen Produkt- und Lebensmittelfälschungen wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Die Initiative von Winzer Willi Opitz zeigt dabei einen wichtigen Weg auf, wie sich Produzenten aktiv schützen können. Gleichzeitig verdeutlicht die Arbeit der AGES, wie wichtig staatliche Kontrollen für den Verbraucherschutz sind.
Die Sendung 'Land und Leute' leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über diese Themen und zeigt gleichzeitig die Vielfalt und Lebendigkeit des ländlichen Raums in Österreich und den angrenzenden Regionen auf.