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FPÖ verbreitet KI-Fake-Videos ohne Kennzeichnung

SOS Mitmensch fordert sofortige Löschung und gesetzliche Regelungen

13. März 2026 um 09:11
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Menschenrechtsorganisation kritisiert Hassvideos der Wiener FPÖ scharf und warnt vor Gefahr für die Demokratie.

Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch schlägt Alarm: Die Wiener FPÖ verbreitet über soziale Medien KI-generierte Videos mit hasserfülltem Inhalt, ohne diese als künstlich erstellt zu kennzeichnen. Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, sieht darin eine akute Bedrohung für die demokratischen Grundwerte in Österreich.

Konkrete Fälle sorgen für Empörung

Die Kritik entzündet sich an zwei konkreten Beispielen: Der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp teilte kürzlich auf Facebook ein KI-generiertes Video, das Politiker zeigt, die mit vollen Händen Geld an Muslime verteilen, während nichtmuslimische Arbeiter im Hintergrund schwere körperliche Arbeit verrichten müssen. Das Video bedient klassische Ressentiments und stellt gesellschaftliche Gruppen gegeneinander.

Einen Tag später legte der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss mit einem weiteren problematischen Video nach. Dieses zeigt eine mittels künstlicher Intelligenz generierte Frau mit Kopftuch, die laut schreiend und gestikulierend in einer Wiener Straßenbahn zu sehen ist. Auch dieses Video wurde ohne entsprechende Kennzeichnung als KI-Produkt veröffentlicht.

"Feuer am Dach unserer Demokratie"

"Wenn eine Partei, die den Machtanspruch stellt, mit widerlichen KI-generierten Fake-Videos schlimmsten Hass schürt, dann ist Feuer am Dach unserer Demokratie", warnt Alexander Pollak eindringlich. Der SOS Mitmensch-Sprecher sieht in der Verbreitung solcher Inhalte eine grundsätzliche Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die demokratischen Strukturen in Österreich.

Besonders problematisch sei dabei die fehlende Kennzeichnung der Videos als KI-generiert. Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien können dadurch nicht erkennen, dass es sich um künstlich erstellte, nicht authentische Inhalte handelt. Dies erhöhe das Manipulationspotential erheblich und führe zur Verbreitung von Desinformation.

Forderung nach gesetzlichen Regelungen

SOS Mitmensch fordert als Konsequenz aus diesen Vorfällen mehrere konkrete Maßnahmen:

  • Die sofortige Löschung der bereits verbreiteten Hassvideos
  • Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte
  • Klarere Regeln für den Umgang mit hasserfüllten Videos in sozialen Medien
  • Konsequente Durchsetzung bestehender Gesetze gegen Volksverhetzung

"Die KI-generierte Hass- und Sündenbock-Demagogie der FPÖ ist nicht nur niederträchtig, sondern auch brandgefährlich", betont Pollak. "Dass die FPÖ ihre Fake-Videos nicht einmal als von einer KI hergestellten Fake kennzeichnet, zeigt, dass es rasch klare gesetzliche Regeln gegen solche gefährliche Hass-Manipulation braucht."

Gesellschaftliche Verantwortung der Plattformen

Die aktuellen Vorfälle werfen auch Fragen zur Verantwortung der Social-Media-Plattformen auf. Facebook und andere Netzwerke stehen in der Pflicht, gegen die Verbreitung von Hassvideos vorzugehen und Mechanismen zur Erkennung und Kennzeichnung KI-generierter Inhalte zu entwickeln.

Die rasante Entwicklung der KI-Technologie macht es zunehmend schwieriger, authentische von künstlich erstellten Inhalten zu unterscheiden. Expertinnen und Experten warnen schon länger vor den Gefahren von Deepfakes und anderen manipulierten Medieninhalten, die zur politischen Meinungsbildung missbraucht werden können.

Politische Dimension des Problems

Die von SOS Mitmensch kritisierten Videos sind nicht nur einzelne Entgleisungen, sondern Teil einer größeren politischen Strategie. Sie bedienen gezielt Vorurteile und Ängste in der Bevölkerung und versuchen, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu stigmatisieren. Solche Inhalte können das gesellschaftliche Klima vergiften und zu realer Gewalt gegen die betroffenen Gruppen führen.

Die Verwendung modernster Technologie für solche Zwecke zeigt eine neue Qualität politischer Kommunikation auf, die demokratiepolitisch höchst bedenklich ist. KI-generierte Inhalte können besonders überzeugend wirken und sind für Laien oft nicht als Fakes zu erkennen.

Internationale Entwicklungen als Warnung

Österreich steht mit dieser Problematik nicht alleine da. In verschiedenen Ländern weltweit werden KI-generierte Fake-Videos zunehmend für politische Manipulation eingesetzt. Die Europäische Union arbeitet bereits an rechtlichen Rahmenwerken, um solchen Missbrauch zu verhindern.

Der AI Act der EU, der schrittweise in Kraft tritt, soll unter anderem Regeln für den Umgang mit KI-generierten Inhalten schaffen. Allerdings zeigen die aktuellen Fälle in Wien, dass die Umsetzung solcher Regelungen dringend beschleunigt werden muss.

Aufruf zum Handeln

SOS Mitmensch appelliert an alle gesellschaftlichen Akteure, gegen die Verbreitung von Hassvideos aufzustehen. "Dann müssen alle, die bei Vernunft sind, ganz klar Stopp sagen", fordert Alexander Pollak. Dies betreffe nicht nur die Politik, sondern auch Medien, Zivilgesellschaft und jeden einzelnen Bürger.

Die Organisation kündigt an, die weitere Entwicklung genau zu beobachten und gegebenenfalls rechtliche Schritte zu prüfen. Gleichzeitig wird an die Verantwortung der demokratischen Parteien appelliert, sich klar von solchen Methoden zu distanzieren und für einen respektvollen politischen Diskurs einzutreten.

Die aktuellen Vorfälle zeigen deutlich, dass Österreich dringend eine gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit KI-Technologie und deren Missbrauchspotential braucht. Nur durch klare Regeln und deren konsequente Durchsetzung kann verhindert werden, dass demokratische Meinungsbildung durch manipulative Fake-Inhalte untergraben wird.

Schlagworte

#FPÖ#KI-Videos#SOS Mitmensch#Hassvideos#Fake News#Demokratie#Menschenrechte

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