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FPÖ kritisiert Stellenabbau bei Sandoz in Tirol scharf

Kaniak sieht Pharmastandort Österreich durch Regierungspolitik gefährdet

13. März 2026 um 12:00
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Der geplante Abbau von 100 Arbeitsplätzen bei Sandoz in Kundl sorgt für politische Kritik. Die FPÖ macht die Bundesregierung verantwortlich.

Stellenabbau bei Sandoz sorgt für politischen Wirbel

Der angekündigte Stellenabbau beim Pharmakonzern Sandoz am Standort Kundl in Tirol schlägt hohe Wellen in der österreichischen Politik. Rund 100 Mitarbeiter sollen von den Kürzungsmaßnahmen betroffen sein, was erhebliche Auswirkungen auf die Region und den heimischen Pharmastandort haben könnte.

FPÖ-Gesundheitssprecher und Vorsitzender des parlamentarischen Gesundheitsausschusses Mag. Gerhard Kaniak zeigt sich über diese Entwicklung alarmiert und macht die aktuelle Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS für die Situation verantwortlich. Seiner Ansicht nach ist der Arbeitsplatzabbau eine direkte Folge verfehlter Wirtschaftspolitik.

Kritik an der Standortpolitik der Regierung

"Wo bleibt eine ernsthafte Standortpolitik, die diesen Namen auch verdient?", fragt Kaniak in seiner Stellungnahme. Er sieht den Arbeitsplatzabbau als "direkte Konsequenz der wirtschaftsfeindlichen Politik dieser Verlierer-Koalition" und kritisiert die Mittelverwendung der Regierung scharf.

Besonders die Ausgabenpolitik steht in der Kritik der FPÖ. Kaniak beklagt, dass Milliarden in "dubiosen NGOs, korrupten Staaten und ideologisch motivierten Projekten versickern", während heimische Betriebe unter schwierigen Rahmenbedingungen leiden würden.

Zusätzlich belastet nach Ansicht des FPÖ-Politikers die Sanktionspolitik, die Energiepreis-Explosion und eine "außer Kontrolle geratene Inflationspolitik" die österreichischen Unternehmen. Diese Faktoren würden die heimischen Betriebe "erwürgen" und stellten einen "Verrat am Standort Österreich" dar.

Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen gefährdet

Besonders problematisch sieht Kaniak die Entwicklung im Gesundheitsbereich. Der Stellenabbau in der Pharmaindustrie könne fatale Folgen für die Versorgungssicherheit haben. "Man macht sich sehenden Auges von ausländischen Produktionsstätten abhängig und ignoriert die Lehren aus der Corona-Krise", warnt der Gesundheitssprecher.

Die COVID-19-Pandemie habe deutlich gezeigt, wie wichtig eine eigenständige Pharmaproduktion für die Krisenresilienz ist. Lieferengpässe und Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten hätten zu erheblichen Problemen in der Medikamentenversorgung geführt.

"Die Regierung setzt die Versorgungssicherheit unseres Landes und auch Europas aufs Spiel", kritisiert Kaniak die aktuelle Entwicklung. Eine Abwanderung der Pharmaindustrie aus Österreich könne langfristige negative Auswirkungen auf die gesamte Gesundheitsversorgung haben.

Konkrete Reformvorschläge der FPÖ

Die FPÖ präsentiert auch konkrete Lösungsansätze für die Problematik. Kaniak fordert eine "radikale Kehrtwende in der Standortpolitik" mit mehreren Maßnahmen:

  • Beendigung der Sanktionspolitik
  • Senkung der Energiekosten
  • Abbau von Bürokratie
  • Start einer Pharmaoffensive

Besonders wichtig sei eine grundlegende Reform des Preissystems im Gesundheitswesen. Kaniak hat bereits mehrfach vorgeschlagen, dass die Versorgungssicherheit über den billigsten Einkaufspreis gestellt werden sollte. Die Produktion in Österreich und Europa müsse mit einem entscheidenden Vorteil verbunden sein und dürfe nicht durch Preisdruck bestraft werden.

Spannenmodell und Notfallregelungen überarbeiten

Weitere Reformpunkte umfassen ein neues, faires Spannenmodell für die gesamte Vertriebskette, das an die Inflation angepasst werden sollte. Auch die Notfallregelungen zur Sicherstellung der Versorgung bei Nichtverfügbarkeit von Arzneispezialitäten müssten dringend überarbeitet werden.

Diese Vorschläge zielen darauf ab, die österreichische Pharmaindustrie zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Produktionsstätten zu reduzieren. Gleichzeitig soll die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen verbessert werden.

Pharmastandort Österreich unter Druck

Der Fall Sandoz ist kein Einzelfall. Die österreichische Pharmaindustrie steht seit Jahren unter zunehmendem Druck. Hohe Energiekosten, komplexe Regulierungen und der internationale Preisdruck machen heimischen Unternehmen zu schaffen.

Gleichzeitig ist die Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Österreich. Pharmaunternehmen bieten hochqualifizierte Arbeitsplätze und sind oft in strukturschwächeren Regionen wichtige Arbeitgeber. Der Standort Kundl ist ein Beispiel für einen traditionellen Pharmastandort in einer ländlichen Region.

Die internationale Konkurrenz, insbesondere aus Asien, setzt die europäische Pharmaindustrie unter Druck. Niedrigere Produktionskosten in anderen Ländern machen es schwierig, in Österreich wettbewerbsfähig zu produzieren.

Politische Konsequenzen gefordert

Die FPÖ sieht in der aktuellen Entwicklung einen Beleg für das Versagen der Bundesregierung. "Dazu ist diese Bundesregierung offensichtlich nicht fähig oder willens", kritisiert Kaniak die mangelnde Reformbereitschaft.

Als Konsequenz fordert die FPÖ Neuwahlen: "Es ist höchst an der Zeit, die österreichische Bevölkerung raschest zur Urne zu rufen, um diesem Drama ein Ende zu setzen und um den so bitter nötigen Systemwechsel herbeizurufen – für Österreich und seine Bevölkerung!"

Die Kritik der FPÖ reiht sich in eine Reihe von Vorwürfen gegen die Regierungskoalition ein, die sich mit verschiedenen wirtschafts- und sozialpolitischen Herausforderungen konfrontiert sieht. Die Pharmaindustrie wird dabei als Beispiel für die allgemeinen Probleme des Wirtschaftsstandorts Österreich herangezogen.

Ausblick und Herausforderungen

Die Zukunft des Pharmastandorts Österreich hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der politischen Unterstützung sind auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft der heimischen Unternehmen entscheidend.

Der Fall Sandoz zeigt exemplarisch die Herausforderungen auf, denen sich die österreichische Industrie stellen muss. Ob die von der FPÖ geforderten Reformen tatsächlich umgesetzt werden und welche Auswirkungen sie hätten, bleibt abzuwarten.

Klar ist jedoch, dass die Pharmaindustrie für die Gesundheitsversorgung und die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs von großer Bedeutung ist. Der Erhalt und die Stärkung dieses Industriezweigs wird daher auch in Zukunft eine wichtige politische Aufgabe bleiben.

Schlagworte

#FPÖ#Sandoz#Pharmaindustrie#Tirol#Arbeitsplätze#Standortpolitik

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