Drittes Kuratorium beschließt nächste Bauetappe für 2026/2027
Land NÖ, Diözese und Stadt investieren gemeinsam in die Generalsanierung des St. Pöltner Doms. Acht Bauetappen bis 2031 geplant.
Die Generalsanierung des Doms St. Pölten nimmt weiter Fahrt auf. Bei der dritten Kuratoriumssitzung unter Vorsitz von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wurden am Freitag die nächsten Schritte für das ambitionierte Bauprojekt beschlossen. Bis 2031 soll der Dom in acht Etappen für insgesamt acht Millionen Euro umfassend renoviert werden.
"Der Dom St. Pölten ist nicht nur ein beeindruckendes Bauwerk, sondern das spirituelle Zentrum der Diözese und ein zentraler Ort für unsere Landeshauptstadt", erklärte Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung. Der Dom sei zudem ein "sichtbares Symbol für unsere christlichen Wurzeln und unser Selbstverständnis in Niederösterreich".
Besondere Bedeutung erhält das Projekt im Jubiläumsjahr 2024, in dem St. Pölten 40 Jahre Landeshauptstadt feiert. "Der Dom ist das Herz dieser Stadt. Deshalb sanieren wir ihn Schritt für Schritt, damit er bald wieder in neuem Glanz erstrahlt und so auch die gesamte Landeshauptstadt in neuem Glanz erstrahlt", betonte die Landeshauptfrau.
Die Generalsanierung des St. Pöltner Doms gilt als eines der größten Denkmalpflegeprojekte in Niederösterreich. Das umfangreiche Programm umfasst die Sanierung der Fassaden, die Neueindeckung von Kirchenschiff und Apsis, die Restaurierung des Kreuzgangs sowie des gesamten Innenraums.
Von den Gesamtkosten in Höhe von acht Millionen Euro übernimmt das Land Niederösterreich 20 Prozent. "Diese breite Partnerschaft zeigt, welchen Stellenwert der Dom für unsere Region hat", so Mikl-Leitner. An dem Gemeinschaftsprojekt beteiligen sich das Land NÖ, die Diözese St. Pölten, die Stadt St. Pölten, das Bundesdenkmalamt und ein eigens gegründeter Spendenverein.
Die ersten beiden Bauetappen sind bereits erfolgreich umgesetzt worden. Dazu gehörten die Sanierung des Turms sowie der Westfassade in Richtung Domplatz. "Die Arbeiten sind gut, planmäßig und zum Glück auch unfallfrei verlaufen", berichtete Mikl-Leitner über den bisherigen Projektfortschritt.
In der aktuellen Kuratoriumssitzung wurde nun die nächste Bauetappe für die Jahre 2026 und 2027 beschlossen. Der Fokus liegt dabei auf der Neueindeckung des Langhausdaches sowie der Sanierung der Nord- und Südfassaden. Insgesamt werden rund 1.100 Quadratmeter Dach neu gedeckt und die Fenster renoviert.
Bischof Alois Schwarz äußerte seine "große Freude, dass dieses so denkwürdige Bauwerk auch mit Blick auf die Zukunft erhalten werden kann". Gleichzeitig sei es eine Notwendigkeit, den Dom zu sanieren, "um den Gläubigen einen renovierten Ort zurückzugeben, an dem Einkehr ohne Klagen möglich ist".
Auch für den Kulturtourismus in Niederösterreich spielt die Sanierung eine wichtige Rolle. Der St. Pöltner Dom zieht zahlreiche Pilger und Besucher an und fungiert als kulturelles Zentrum der Region. "Die Generalsanierung des Doms ist daher auch ein wichtiger Beitrag für den Kulturtourismus in Niederösterreich", unterstrich die Landeshauptfrau.
Für die kommende Bauetappe 2026/2027 müssen 1,5 Millionen Euro gesammelt werden. Vereinsobmann Herbert Klenk erläuterte die Finanzierungsstrategie: Während Land, Stadt und Bund großzügige Unterstützung leisten, müssen "den Rest in Höhe von fünf Millionen die Diözese St. Pölten, die Dompfarre und der Spendenverein aufbringen".
Um die notwendigen Mittel zu generieren, sind verschiedene Veranstaltungen geplant. Bereits für Herbst 2024 ist ein Fundraising Dinner im Dom vorgesehen. Für 2027 steht ein großes Konzert im Festspielhaus auf dem Programm. Das Ziel ist ambitioniert: "Acht Millionen Euro in acht Jahren für die Sanierung des Doms St. Pölten zu lukrieren".
Bürgermeister Matthias Stadler verwies auf die zentrale Bedeutung des Doms für die Stadtentwicklung: "Der Dom und auch der Domplatz mit seiner reichen Geschichte und Entwicklung war schon immer der Mittelpunkt unserer Stadt und das wollen wir den Menschen näherbringen." Dies gelinge durch viele Veranstaltungen und Aktivitäten, besonders im Rahmen der Jubiläumsfeiern zu "40 Jahre Landeshauptstadt".
Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes, betonte die besondere Rolle der Kirche in der Denkmalpflege: "Ein Drittel unserer Baudenkmale steht im Eigentum der Kirche, damit ist die Kirche der größte Denkmalpfleger des Landes." Die kirchlichen Denkmale seien "nicht nur herausragende Werke der Kunst, Kultur und Geschichte, sondern vor allem Denkmale, die für alle Menschen offen zugänglich sind".
Landeshauptfrau Mikl-Leitner unterstrich auch die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts. Niederösterreich sei ein christlich geprägtes Land, "dazu stehen wir, das ist unsere Haltung". Gerade in herausfordernden Zeiten seien Kirchen, Stifte und Klöster "geistliche Kraftwerke für die Menschen, um innezuhalten und Orte, an denen Gemeinschaft entstehe".
Die Verantwortung sei klar definiert: "Das kulturelle und spirituelle Erbe, das wir von früheren Generationen übernommen haben, an die nächsten Generationen weitergeben", so die Landeshauptfrau abschließend.
Mit der systematischen Sanierung in acht Bauetappen bis 2031 soll der Dom St. Pölten nicht nur als spirituelles Zentrum erhalten bleiben, sondern auch als touristisches Highlight und Symbol für die christlichen Wurzeln Niederösterreichs wieder in vollem Glanz erstrahlen.