Marketagent und FH Wiener Neustadt zeichnen innovative Studien zu Künstlicher Intelligenz aus
Zum zweiten Mal wurde der Consumer Research Award verliehen. Die Gewinnerprojekte befassen sich mit KI-Vertrauen und Gesundheitsängsten.
Die Fachhochschule Wiener Neustadt am Campus Wieselburg war vergangene Woche Schauplatz einer besonderen Auszeichnung: Im Rahmen der Startup Night wurde der Consumer Research Award 2026 verliehen. Bereits zum zweiten Mal würdigten das Digitale Research-Institut Marketagent und der Master-Studiengang "Consumer Research & Data Driven Marketing" herausragende Forschungsprojekte, die neue Einblicke in Konsumverhalten und gesellschaftliche Entwicklungen bieten.
Der Erfolg des 2025 ins Leben gerufenen Awards zeigt sich deutlich in den Zahlen: Die Anzahl der Einreichungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung unterstreicht das große Interesse an der Initiative und bestätigt die Relevanz des Awards für die österreichische Forschungslandschaft.
"Der Consumer Research Award zeigt, wie spannend und relevant Konsumentenforschung heute sein kann. Die ausgezeichneten Projekte greifen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf und verbinden wissenschaftliche Neugier mit praktischer Relevanz", erklärt Julia Krall, Studiengangsleiterin des Master-Studiengangs am Campus Wieselburg.
Auffällig bei den diesjährigen Gewinnerprojekten ist die thematische Fokussierung auf Künstliche Intelligenz. Alle drei prämierten Arbeiten beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten von KI und deren Auswirkungen auf das menschliche Verhalten. Von digitalen Kaufentscheidungen über den Bildungsbereich bis hin zu Gesundheitsthemen reicht das Spektrum der untersuchten Fragestellungen.
Thomas Kalischko und Michael Hollaus sicherten sich mit ihrer Studie "Trust the Answer – Vertrauen in KI-Suchergebnisse und Online-Kaufentscheidungen" den dritten Platz. Ihre Forschung untersucht, welche Eigenschaften generativer KI-Antworten Vertrauen bei Konsumenten schaffen und wie sich dieses Vertrauen auf Online-Kaufentscheidungen auswirkt. In einer zunehmend KI-gestützten Informationswelt liefert diese Arbeit wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich Verbraucher orientieren und Entscheidungen treffen.
Karolina Suder vom Österreichischen Bundesverlag (öbv) erreichte mit ihrer Studie "KI im Schulalltag – Bedrohung oder unterstützender Partner?" den zweiten Platz. Das Forschungsprojekt beleuchtet die Wahrnehmung österreichischer Lehrkräfte bezüglich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Dabei stehen sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen im Fokus, die Pädagogen mit der neuen Technologie verbinden.
Diese Untersuchung ist besonders relevant, da das österreichische Bildungssystem vor der Herausforderung steht, KI-Tools sinnvoll zu integrieren, ohne dabei die Qualität der Ausbildung zu gefährden. Die Ergebnisse werden wichtige Impulse für die Gestaltung der digitalen Transformation in österreichischen Schulen liefern.
Den ersten Platz beim Consumer Research Award 2026 erhielten Tobias Sattler und Maximilian Neudörfer für ihre Studie "Von Dr. Google zu Dr. GPT? – KI, Cyberchondrie und Health Anxiety". Die Forscher interessieren sich für den Einfluss KI-gestützter Selbstdiagnosetools auf Gesundheitsängste in der österreichischen Bevölkerung.
Im Mittelpunkt ihrer Untersuchung steht die zentrale Frage, ob neue Technologien das Gesundheitsbewusstsein stärken oder möglicherweise zu verstärkter Verunsicherung führen. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen bei gesundheitlichen Beschwerden zunächst das Internet konsultieren, bevor sie einen Arzt aufsuchen, ist diese Forschungsfrage von hoher gesellschaftlicher Relevanz.
Die ausgezeichneten Forschungsdesigns werden nun nicht in der Schublade verschwinden, sondern gemeinsam mit den Research-Profis von Marketagent in der Praxis umgesetzt. Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, sieht in den Gewinner-Projekten ein starkes Signal für die Zukunft der Forschung:
"Künstliche Intelligenz verändert derzeit viele Bereiche unseres Alltags: von der Informationssuche bis zur Gesundheitsvorsorge. Die prämierten Studien zeigen eindrucksvoll, wie wichtig fundierte Markt- und Meinungsforschung ist, um diese Entwicklungen besser zu verstehen und gesellschaftliche Auswirkungen frühzeitig sichtbar zu machen."
Mit dem Consumer Research Award verfolgen Marketagent und die FH Wiener Neustadt das Ziel, Markt- und Meinungsforschung für jedermann zugänglich zu machen. Die Initiative soll junge Talente in der Konsumentenforschung fördern und innovative Forschungsfragen vor den Vorhang holen.
Diese Demokratisierung der Marktforschung ist besonders wichtig, da sie es auch kleineren Unternehmen und Start-ups ermöglicht, von professioneller Konsumentenforschung zu profitieren. Gleichzeitig werden dadurch gesellschaftlich relevante Themen erforscht, die möglicherweise nicht im Fokus kommerzieller Studien stehen würden.
Neben den drei Hauptpreisen wurden sieben weitere herausragende Beiträge mit dem "Research & Art"-Anerkennungspreis der jungen österreichischen Künstlerin Nana Mandl ausgezeichnet. Die limitierten, signierten Kunstdrucke würdigen kreative Denkansätze und symbolisieren die Verbindung von Wissenschaft und Kunst.
Diese besondere Form der Anerkennung unterstreicht, dass innovative Forschung nicht nur wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch kreative Herangehensweisen erfordert. Die Verbindung von analytischem Denken und künstlerischer Kreativität kann zu neuen Erkenntnissen und unkonventionellen Lösungsansätzen führen.
Die Themenschwerpunkte der diesjährigen Gewinnerprojekte spiegeln die aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen wider. Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits Realität in vielen Lebensbereichen. Die Forschungsarbeiten zeigen auf, wie wichtig es ist, die Auswirkungen dieser Technologien auf menschliches Verhalten systematisch zu untersuchen.
Für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Gesundheitsdienstleister liefern die Studien wertvolle Erkenntnisse für die strategische Ausrichtung im Umgang mit KI-Technologien. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, das Verständnis für die gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Transformation zu vertiefen.
Der Consumer Research Award 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass österreichische Nachwuchsforscher bereit sind, sich den drängenden Fragen unserer Zeit zu stellen und mit wissenschaftlicher Methodik Antworten zu suchen. Die Verdopplung der Einreichungen ist ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft der Konsumentenforschung in Österreich.