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Michaela Mayr wird neue Generaldirektorin der ÖNB

Führungswechsel in der Österreichischen Nationalbibliothek

16. März 2026 um 10:21
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Michaela Mayr übernimmt ab April die wissenschaftliche Leitung der ÖNB. Richard Starkel bleibt wirtschaftlicher Geschäftsführer.

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) bekommt eine neue Führung: Michaela Mayr wird ab 1. April 2026 für fünf Jahre die Position der Generaldirektorin übernehmen. Richard Starkel wurde gleichzeitig als wirtschaftlicher Geschäftsführer wiederbestellt und wird seine dritte Funktionsperiode ab 1. Oktober 2026 antreten. Diese Personalentscheidungen gab Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler am 16. März 2026 in einer Pressekonferenz bekannt.

Kontinuität und Erneuerung im Führungsduo

"Mit Michaela Mayr und Richard Starkel tritt ein Team an, das im Haus verankert ist und gleichermaßen für Kontinuität wie für Offenheit steht", betonte Vizekanzler Babler bei der Präsentation des neuen Führungsduos. Besonders hob er hervor, dass beide die ÖNB als wichtigen Ort zur Stärkung der Medienkompetenz verstehen – ein Aspekt, der dem Medienminister besonders am Herzen liegt.

Die Entscheidung für Mayr und Starkel zeigt den Willen des Ministeriums, auf bewährte Kräfte zu setzen, die bereits tief in der Institution verwurzelt sind und ihre Entwicklung maßgeblich mitgeprägt haben.

Michaela Mayr: Von der Digitalisierung zur Gesamtleitung

Michaela Mayr, geboren 1977 in Steyr, bringt umfangreiche Erfahrung in der ÖNB mit. Seit 2016 leitet sie die Hauptabteilung Digitale Bibliothek und koordiniert die Strategie der Nationalbibliothek. Ihre Karriere in der ÖNB begann bereits 2008 mit dem Aufbau und der Projektleitung der Webarchivierung – ein Bereich, der in der digitalen Transformation von Bibliotheken eine Schlüsselrolle spielt.

"Die Österreichische Nationalbibliothek bewahrt nicht nur unser reichhaltiges kulturelles Erbe, sondern eröffnet vielfältige Zugänge zu Wissen, Kultur und Bildung", erklärte Mayr nach ihrer Ernennung. Sie sieht ihre Aufgabe darin, diese zentralen Funktionen weiterzuentwickeln und die gesellschaftliche Bedeutung der Institution nachhaltig zu stärken.

Ihre akademische Laufbahn führte die neue Generaldirektorin über ein Studium der "Library and Information Studies" sowie der Internationalen Betriebswirtschaft an der Universität Wien. Vor ihrer Zeit in der ÖNB sammelte sie wertvolle Erfahrungen in der Wirtschaft, insbesondere in den Bereichen Projektmanagement, IT und Qualitätsmanagement.

Richard Starkel: Finanzexperte mit Medienerfahrung

Richard Starkel, Jahrgang 1969, wird seine bereits seit Oktober 2016 ausgeübte Funktion als wirtschaftlicher Geschäftsführer für weitere fünf Jahre fortsetzen. Der Wiener studierte Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und sammelte internationale Erfahrungen an der École Supérieure de Commerce in Montpellier.

Seine berufliche Laufbahn ist geprägt von Führungspositionen in verschiedenen Medienhäusern und Unternehmen. Vor seinem Wechsel zur ÖNB war er als Chief Financial Officer der Verlagsgruppe News tätig und führte zuvor als kaufmännischer Geschäftsführer die Verlagsgruppe Ueberreuter.

"Der Kunst- und Kulturbereich steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen", analysiert Starkel die aktuelle Situation. "Dieses Umfeld erfordert einen Kurs, der wirtschaftliche Stabilität mit inhaltlicher Exzellenz verbindet." Er zeigt sich zuversichtlich, dass die ÖNB auch weiterhin beide Ziele gleichzeitig erreichen kann.

Würdigung von Johanna Rachinger

Der Führungswechsel markiert das Ende einer Ära: Johanna Rachinger leitete die ÖNB von 2001 bis 2025 und prägte die Institution maßgeblich. Kulturminister Babler würdigte ihre Leistungen ausdrücklich: "Johanna Rachinger hat die Österreichische Nationalbibliothek transformiert. Sie hat die Ausgliederung umgesetzt, neue Standorte integriert und Maßstäbe bei der Digitalisierung gesetzt."

Besonders hob Babler hervor, dass Rachinger die Vision 2035 der ÖNB "Wir öffnen Räume" eindrucksvoll auf den Weg gebracht habe. Diese strategische Ausrichtung wird nun von ihren Nachfolgern weiterentwickelt werden.

Transparenter Auswahlprozess

Die Besetzung der beiden Führungspositionen erfolgte über ein strukturiertes Auswahlverfahren. Für die wissenschaftliche Geschäftsführung gingen bis zum Stichtag 30. Dezember 2025 insgesamt 23 Bewerbungen ein, davon 16 von Frauen und 7 von Männern. Die Findungskommission wählte neun Personen für eine Longlist aus und lud schließlich sechs Kandidatinnen und Kandidaten zum strukturierten Hearing ein.

Bei der wirtschaftlichen Geschäftsführung war das Bewerberfeld mit elf Interessenten kleiner. Hier wurden zwei Personen für die finale Auswahlrunde nominiert.

Hochkarätige Findungskommission

Der Auswahlprozess wurde von einer Expertenkommission begleitet, die sich aus renommierten Fachleuten zusammensetzte:

  • Verena Brunner-Loss, Vorsitzende des Kuratoriums der ÖNB
  • Elmar Ehbrecht, kaufmännischer Leiter der TIB Hannover
  • Damian Elsig, Direktor der Schweizerischen Nationalbibliothek
  • Theresia Niedermüller, Leiterin der Sektion Kunst und Kultur im BMWKMS
  • Dorothea Sommer, Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek

Das Beratungsunternehmen Alto Executive Search GmbH begleitete den gesamten Prozess professionell.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die neue Führung der ÖNB steht vor verschiedenen Herausforderungen. Die fortschreitende Digitalisierung erfordert kontinuierliche Investitionen in Technologie und Know-how. Gleichzeitig müssen die traditionellen Aufgaben einer Nationalbibliothek – die Sammlung, Bewahrung und Zugänglichmachung des kulturellen Erbes – weiterhin erfüllt werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung der Medienkompetenz der Bevölkerung. In Zeiten von Fake News und Informationsüberflutung gewinnt diese Aufgabe zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz. Die ÖNB soll dabei eine zentrale Rolle als vertrauenswürdige Informationsquelle und Bildungseinrichtung spielen.

Vision "Wir öffnen Räume" als Leitprinzip

Die bereits von Johanna Rachinger initiierte Vision "Wir öffnen Räume" wird auch unter der neuen Führung das strategische Leitprinzip bleiben. Diese Vision steht für die Öffnung der Bibliothek für alle Gesellschaftsschichten und die Schaffung vielfältiger Zugänge zu Wissen und Kultur.

Mayr und Starkel haben angekündigt, diese Vision auf ihre eigene Weise weiterzuentwickeln und dabei sowohl die digitalen Möglichkeiten als auch die physischen Räume der Bibliothek optimal zu nutzen.

Die Ernennung des neuen Führungsduos signalisiert Stabilität und Kontinuität für eine der wichtigsten Kulturinstitutionen Österreichs. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Haus und ihrer komplementären Expertise in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen sind Mayr und Starkel gut gerüstet, um die ÖNB erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Schlagworte

#ÖNB#Österreichische Nationalbibliothek#Michaela Mayr#Richard Starkel#Andreas Babler#Kultur

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