Zurück
OTS-MeldungBild/Bildung/Arbeit/Jugend/Soziales/Gesellschaft/Menschen

LAB65 feiert einjähriges Jubiläum: Neue Hoffnung für Wien

Einzigartiges Kompetenzzentrum unterstützt wohnungslose junge Erwachsene erfolgreich

16. März 2026 um 11:00
Teilen:

Das LAB65 des Wiener Hilfswerks feierte sein erstes Jahr mit beeindruckenden Zahlen: 115 betreute Personen und 314 Einzelcoachings zeigen großen Bedarf.

Ein Jahr nach der Eröffnung zieht das LAB65 des Wiener Hilfswerks eine positive Bilanz: Das einzigartige Kompetenzzentrum für wohnungslose junge Erwachsene im 6. Wiener Bezirk hat sich als wichtige Anlaufstelle etabliert. Mit 115 betreuten Personen und 314 durchgeführten Einzelcoachings im Jahr 2025 zeigen die Zahlen deutlich den hohen Bedarf an spezialisierten Unterstützungsangeboten für diese vulnerable Zielgruppe.

Niederschwellige Hilfe im "Open House"-Konzept

Das LAB65 richtet sich an junge Erwachsene zwischen 17 und 27 Jahren und bietet ein einzigartiges Konzept: Neben professioneller sozialarbeiterischer Betreuung und Arbeitsmarktcoaching steht der soziale Aspekt im Vordergrund. Das "Open House"-Konzept ermöglicht niederschwellige, anonyme und kostenlose Unterstützung in den Bereichen Leben, Arbeit und Bildung.

Das multiprofessionelle Team besteht aus einer Einrichtungsleitung, einem Peermitarbeiter, einer Sozialarbeiterin sowie drei Jugendbetreuern. Diese Zusammensetzung gewährleistet eine ganzheitliche Betreuung, die auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten abgestimmt ist.

Zielgruppe und Vermittlungswege

Die Statistik des ersten Jahres zeigt ein klares Bild der Zielgruppe: Rund zwei Drittel der betreuten jungen Erwachsenen nahmen bereits Leistungen der Wiener Wohnungslosenhilfe in Anspruch. Ein Drittel lebte in verdeckter Wohnungslosigkeit oder war akut von Wohnungslosigkeit bedroht – ein Umstand, der die Bedeutung präventiver Maßnahmen unterstreicht.

Die Vermittlung an das LAB65 erfolgt über verschiedene Kanäle: Einrichtungen der Obdach- und Wohnungslosenhilfe spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie Empfehlungen im Peer-Netzwerk durch "Mundpropaganda". Intensive Vernetzungsarbeit mit Multiplikatoren wie Streetwork-Teams und Präsenz in sozialen Medien erweitern die Reichweite der Einrichtung.

Arbeitsmarktintegration als Schlüssel

Ein zentraler Baustein der Arbeit im LAB65 ist die Unterstützung beim Einstieg in Ausbildung und Arbeit. Für viele junge wohnungslose Erwachsene ist dieser Schritt mit besonderen Herausforderungen verbunden: Gesundheitliche Belastungen, instabile Lebenssituationen oder unterbrochene Bildungsbiografien erschweren den Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich.

Das LAB65 begegnet diesen Herausforderungen mit individuellen Lösungen: Arbeitsmarktcoaching, Bewerbungstrainings und praxisnahe Workshops helfen dabei, Schritt für Schritt neue Perspektiven für Ausbildung und Beschäftigung zu entwickeln. Dieser Ansatz erweist sich als besonders effektiv, da er die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppe berücksichtigt.

Prävention als gesellschaftlicher Auftrag

Die Erfahrungen des ersten Jahres unterstreichen die Bedeutung frühzeitiger Intervention. Krisen bei jungen Erwachsenen können Lebensläufe nachhaltig negativ prägen, weshalb gezielte Unterstützung entscheidend dazu beiträgt, Wohnungslosigkeit zu verhindern und neue Perspektiven zu schaffen.

"Wohnen ist ein Grundrecht und darf gerade für junge Menschen nicht zur Existenzfrage werden", betont Simon Blatzer, Geschäftsführer des Wiener Hilfswerks. "Das erste Jahr LAB65 zeigt, dass konkrete Perspektiven geschaffen werden und echte Zukunftschancen möglich sind."

Innovative Angebotslandschaft in Wien

Markus Hollendohner, Leiter der Strategie Obdach- und Wohnungslosenhilfe im Fonds Soziales Wien (FSW), hebt die besondere Bedeutung der Arbeitsmarktintegration hervor: "Die Arbeitsmarktintegration von jungen Erwachsenen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, ist ein zentraler Hebel, um die Spirale der Wohnungslosigkeit frühzeitig und nachhaltig zu durchbrechen und so auch einer möglichen Vererbung von Wohnungslosigkeit entgegenzuwirken."

Das LAB65 wird als innovative und spezialisierte Anlaufstelle zu allen Fragen rund um Arbeit und Bildung diesem Ansatz gerecht und bereichert seit einem Jahr die Angebotslandschaft in der Obdach- und Wohnungslosenhilfe in Wien.

Erfolgsgeschichten schaffen Hoffnung

Die Zahlen des ersten Jahres sprechen eine deutliche Sprache: Von Beratungen zu Bewerbungsgesprächen, Workshops und Einzelcoachings reicht das abwechslungsreiche Angebot, das individuell auf die betreuten jungen Erwachsenen abgestimmt wird. Diese personalisierte Herangehensweise erweist sich als Schlüssel zum Erfolg.

Das "Open House"-Konzept wird von den Besuchern gerne genutzt und schafft einen geschützten Raum, in dem sich junge Menschen ohne Hemmschwellen Hilfe holen können. Diese niederschwellige Herangehensweise ist besonders wichtig für eine Zielgruppe, die oft negative Erfahrungen mit Institutionen gemacht hat.

Wiener Hilfswerk als starker Partner

Das Wiener Hilfswerk, als Träger des LAB65, bringt jahrzehntelange Erfahrung in der sozialen Arbeit mit. Als gemeinnützige, soziale und neutrale Organisation ist es in verschiedenen Bereichen tätig: von mobilen Pflege- und Sozialdiensten über Kinderbetreuung bis hin zur Wohnungslosenhilfe.

Mit Tageszentren für Senioren, Seniorenwohngemeinschaften, Nachbarschaftszentren, Freizeiteinrichtungen für Menschen mit und ohne Behinderungen sowie Sozialmärkten (SOMA) deckt das Wiener Hilfswerk ein breites Spektrum sozialer Dienstleistungen ab. Die Sozialökonomischen Betriebe Haus- und Heimservice und SOMA 7 leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration.

Ausblick und Herausforderungen

Das erste Jahr des LAB65 hat gezeigt, dass innovative Ansätze in der Wohnungslosenhilfe wirken. Die hohe Nachfrage und die positiven Rückmeldungen der Nutzer bestätigen die Notwendigkeit solcher spezialisierten Angebote für junge Erwachsene.

Die Herausforderungen bleiben jedoch groß: Wohnungslosigkeit unter jungen Menschen ist ein komplexes gesellschaftliches Problem, das vielschichtige Ursachen hat. Das LAB65 zeigt, dass mit gezielten, niederschwelligen Angeboten und professioneller Betreuung positive Veränderungen möglich sind.

Mit rund 2.000 haupt- und ehrenamtlichen sowie freiwilligen Mitarbeitern verfügt das Wiener Hilfswerk über die nötige Expertise und Erfahrung, um auch in Zukunft innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Das LAB65 steht exemplarisch für diesen Ansatz und bietet wohnungslosen jungen Erwachsenen neue Hoffnung und konkrete Perspektiven für ihre Zukunft.

Schlagworte

#Wohnungslosenhilfe#Jugend#Sozialarbeit#Wien#Integration#Hilfswerk

Weitere Meldungen

OTS
Einsamkeit

Österreichischer GEMEINSCHAFTSPREIS 2025 geht an "Hobby Lobby"

16. März 2026
Lesen
OTS
Bild

ISS Österreich wächst auf 365 Millionen Euro Umsatz

16. März 2026
Lesen
OTS
SAP

NTT DATA Business Solutions gewinnt fünf SAP Partner Awards

16. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen