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ÖH startet Kampagne für mehr Studienbeihilfe-Anträge

"Hol dir, was dir zusteht": Nur 12,1% der Studierenden nutzen finanzielle Unterstützung

16. März 2026 um 12:31
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Die Österreichische Hochschüler_innenschaft will mit einer neuen Kampagne mehr Studierende zur Beantragung von Studienbeihilfe bewegen.

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) startet eine neue Kampagne, um Studierende über ihre Ansprüche auf Studienbeihilfe zu informieren. Mit dem Slogan "Hol dir, was dir zusteht" will die Studierendenvertretung auf ein gravierendes Problem aufmerksam machen: Nur 12,1 Prozent aller Studierenden in Österreich beziehen derzeit Studienbeihilfe, obwohl deutlich mehr Anspruch darauf hätten.

Viele Studierende verzichten auf finanzielle Unterstützung

Die geringe Inanspruchnahme der Studienbeihilfe ist laut ÖH vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Studierende nicht wissen, dass ihnen diese staatliche Unterstützung zusteht. Schätzungen zufolge könnte ein weitaus größerer Anteil der Studierenden von der finanziellen Hilfe profitieren, wenn sie entsprechende Anträge stellen würden.

"Es ist erschreckend, dass so viele Studierende auf Unterstützung verzichten, die ihnen rechtlich zusteht", erklärt die ÖH. Die Kampagne soll daher nicht nur über die Existenz der Studienbeihilfe informieren, sondern auch konkrete Hilfestellung beim Antragsverfahren bieten.

Steigende Lebenshaltungskosten belasten Studierende

Gleichzeitig macht die ÖH darauf aufmerksam, dass die derzeitige Höhe der Studienbeihilfe für viele Betroffene nicht ausreicht, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken. Besonders in Universitätsstädten wie Wien, Graz oder Innsbruck sind die Mietpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen, was die finanzielle Situation vieler Studierender zusätzlich verschärft hat.

Die Teuerung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass selbst Studierende, die Studienbeihilfe beziehen, oft auf zusätzliche Einnahmequellen angewiesen sind. Viele müssen neben dem Studium arbeiten, was sich negativ auf den Studienerfolg auswirken kann.

Kampagnenstart vor der Universität Wien

Der offizielle Auftakt der Kampagne findet am Dienstag, den 17. März 2026, um 09:00 Uhr vor dem Hauptgebäude der Universität Wien statt. Die Veranstaltung am Universitätsring 1 im ersten Wiener Bezirk soll symbolisch den Start der österreichweiten Initiative markieren.

Die ÖH hat Medienvertreter ausdrücklich zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen, um die Reichweite der Kampagne zu erhöhen und möglichst viele Studierende zu erreichen. Ursprünglich war die Aktion für den Campus geplant, wurde aber vor das Hauptgebäude verlegt.

Hürden beim Antragsverfahren

Ein wesentlicher Grund für die geringe Inanspruchnahme der Studienbeihilfe liegt in der Komplexität des Antragsverfahrens. Viele Studierende schrecken vor dem bürokratischen Aufwand zurück oder sind unsicher, ob sie überhaupt anspruchsberechtigt sind. Die ÖH will mit ihrer Kampagne diese Hürden abbauen und konkrete Unterstützung anbieten.

Zu den häufigsten Problemen gehören unklare Formulierungen in den Antragsunterlagen, komplizierte Nachweisverfahren und lange Bearbeitungszeiten. Viele Studierende wissen auch nicht, dass sich die Anspruchsberechtigung während des Studiums ändern kann und regelmäßig überprüft werden sollte.

Verschiedene Formen der Studienförderung

Die Studienbeihilfe ist nur eine von mehreren Formen der staatlichen Studienförderung in Österreich. Neben der regulären Studienbeihilfe gibt es auch Zuschüsse für besondere Härtefälle, Mobilitätsstipendien für Auslandsaufenthalte und verschiedene leistungsabhängige Förderungen.

Die Höhe der Studienbeihilfe richtet sich nach verschiedenen Faktoren wie dem Einkommen der Eltern, der Wohnsituation des Studierenden und dem gewählten Studienort. Maximal können derzeit bis zu 679 Euro monatlich bezogen werden, wobei dieser Betrag nur in Ausnahmefällen erreicht wird.

Forderungen nach Reform des Systems

Die ÖH nutzt die Kampagne auch, um strukturelle Verbesserungen im System der Studienförderung zu fordern. Dazu gehören eine Erhöhung der Höchstbeträge, eine Vereinfachung der Antragsverfahren und eine bessere Anpassung an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten.

Besonders kritisiert wird, dass die Beträge seit Jahren nicht ausreichend an die Inflation angepasst wurden. Was vor zehn Jahren noch für ein einfaches Studentenleben ausreichte, deckt heute oft nicht einmal mehr die Grundbedürfnisse ab.

Unterstützung durch Beratungsangebote

Parallel zur Kampagne baut die ÖH ihre Beratungsangebote aus. An allen österreichischen Universitäten und Fachhochschulen sollen Studierende künftig noch bessere Unterstützung beim Ausfüllen der Anträge erhalten. Dazu gehören sowohl persönliche Beratungsgespräche als auch Online-Tools, die den Antragsprozess vereinfachen.

Die ÖH arbeitet dabei eng mit der Studienbeihilfenbehörde zusammen, um Verbesserungen im System zu erreichen. Ziel ist es, dass künftig mehr berechtigte Studierende von der staatlichen Förderung profitieren können.

Langfristige Ziele der Initiative

Mit der Kampagne "Hol dir, was dir zusteht" verfolgt die ÖH mehrere langfristige Ziele. Neben der Erhöhung der Inanspruchnahme der Studienbeihilfe soll auch das Bewusstsein für die finanzielle Situation von Studierenden in der Öffentlichkeit geschärft werden.

Die Initiative ist Teil einer breiteren Strategie zur Verbesserung der Studienbedingungen in Österreich. Dazu gehören auch Forderungen nach mehr leistbarem Wohnraum für Studierende und besseren Arbeitsmöglichkeiten neben dem Studium.

Die Kampagne soll zunächst ein Jahr laufen und wird von einer wissenschaftlichen Begleitung unterstützt, um die Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen zu evaluieren. Die Ergebnisse sollen dann in die weitere politische Arbeit der ÖH einfließen.

Schlagworte

#ÖH#Studienbeihilfe#Studierende#Bildung#Wien

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