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Oecolution fordert faire Strompreise für Energiewende

Organisation unterstützt Transparenz-Initiative der Staatssekretärin

16. März 2026 um 13:51
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Erneuerbare Energien sollen sich in günstigeren Strompreisen niederschlagen. Oecolution kritisiert Blockaden bei grünen Kraftwerken.

Die österreichische Organisation oecolution hat sich hinter die Initiative von Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner für mehr Transparenz im europäischen Strommarkt gestellt. Die Organisation sieht darin einen wichtigen Schritt, um die Energiewende voranzutreiben und gleichzeitig faire Strompreise für Verbraucher zu gewährleisten.

Erneuerbare Energien günstiger als fossile

"Erneuerbarer Strom ist günstiger als fossiler Strom. Dieser Vorteil geht aber verloren, wenn fossile CO₂-Kosten auch auf den Preis für erneuerbaren Strom aufgeschlagen werden", erklärt Christian Tesch, Geschäftsführer von oecolution. Diese Kritik am aktuellen Preisbildungsmechanismus im europäischen Strommarkt trifft einen zentralen Punkt der Energiewende-Debatte.

Das derzeitige Merit-Order-System orientiert sich am teuersten Kraftwerk, das zur Deckung des Strombedarfs benötigt wird. Dadurch werden auch günstig produzierte erneuerbare Energien zum höchsten Marktpreis verkauft - ein Mechanismus, der ursprünglich für fossile Kraftwerke entwickelt wurde.

Österreichs Fortschritte bei erneuerbaren Energien

Österreich hat in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen beim Ausbau erneuerbarer Energien unternommen. Der Anteil von Wasser-, Wind- und Solarstrom am Energiemix ist kontinuierlich gestiegen. Laut oecolution müssen sich diese günstigen Produktionskosten jedoch stärker in den Strompreisen für Endverbraucher widerspiegeln.

"Damit dieser Ausbau seine volle Wirkung entfalten kann, müssen sich die günstigen Produktionskosten von Wasser-, Wind- und Solarstrom auch stärker im Strompreis niederschlagen", betont die Organisation. Mehr Transparenz im Strommarkt sei dafür ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Kritik an Genehmigungsverfahren

Neben der Preisgestaltung sieht oecolution auch bei den Genehmigungsverfahren für neue Kraftwerke Handlungsbedarf. Die Organisation drängt auf schnellere Verfahren für den Ausbau von Wind- und Wasserkraft, um die Energiewende zu beschleunigen.

Besonders kritisch äußert sich oecolution zu den Einspruchsmöglichkeiten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei Projekten der erneuerbaren Energie. Die Blockademöglichkeiten sollten nach Ansicht der Organisation eingeschränkt werden, damit mehr grüne Kraftwerke rascher gebaut werden können.

Europäische Dimension der Strommarktreform

Die von Staatssekretärin Zehetner angestoßene Initiative zur Transparenz im Strommarkt hat eine wichtige europäische Dimension. Der Strommarkt funktioniert grenzüberschreitend, weshalb nationale Alleingänge nur begrenzt wirksam sind. Eine Reform des europäischen Strommarkts könnte jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Strompreise in allen Mitgliedstaaten haben.

Experten diskutieren verschiedene Modelle für eine Reform des Merit-Order-Systems. Dazu gehören getrennte Märkte für erneuerbare und fossile Energien oder die Einführung von Differenzverträgen, die eine stabilere Preisgestaltung ermöglichen könnten.

Herausforderungen für die Energiewende

Die Forderungen von oecolution spiegeln eine zentrale Herausforderung der Energiewende wider: Wie können die Vorteile erneuerbarer Energien - niedrige Betriebskosten und Klimaneutralität - so an die Verbraucher weitergegeben werden, dass die Akzeptanz für die Transformation steigt?

Gleichzeitig müssen die Kosten für den notwendigen Netzausbau und die Speicherinfrastruktur finanziert werden. Diese Investitionen sind erforderlich, um die schwankende Produktion von Wind- und Solarstrom auszugleichen und eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten.

Ausblick und politische Entwicklungen

Die Initiative von Staatssekretärin Zehetner kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die hohen Energiepreise der vergangenen Jahre haben die Diskussion über die Struktur der europäischen Energiemärkte neu entfacht. Sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene werden verschiedene Reformoptionen diskutiert.

Für Österreich als Land mit einem hohen Anteil an Wasserkraft könnte eine Reform des Strommarkts besonders vorteilhaft sein. Die günstigen Produktionskosten der heimischen Wasserkraftwerke könnten sich dann direkter in niedrigeren Strompreisen für Verbraucher und Unternehmen niederschlagen.

Die Unterstützung von oecolution für mehr Transparenz zeigt, dass auch Teile der Umweltbewegung eine Reform des Strommarkts befürworten - allerdings unter der Bedingung, dass diese die Energiewende beschleunigt und nicht behindert.

Schlagworte

#Energiewende#Strompreise#Oecolution#Erneuerbare Energien#Strommarkt

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