Zurück
OTS-MeldungPapageno/Medienpreis/Korinna Schumann/BMASGPK/GÖG/ÖGS/Gesellschaft

Papageno-Medienpreis 2026: Einreichungen ab sofort möglich

Preis für suizidpräventive Berichterstattung mit erweiterten Kriterien

17. März 2026 um 09:01
Teilen:

Der mit 5.000 Euro dotierte Papageno-Medienpreis geht 2026 in die achte Runde. Erstmals können auch Beiträge über psychosoziale Krisen eingereicht werden.

Der Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung geht 2026 bereits in die achte Runde. Ab sofort können Medienbeiträge für die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung eingereicht werden. Erstmals wurden die Einreichkriterien erweitert: Auch Beiträge über die Überwindung psychosozialer Krisen ohne explizite Suizidalität sind nun zugelassen.

Gesundheitsministerin betont Rolle der Medien

"Qualitativ hochwertiger Journalismus leistet einen bedeutenden Beitrag zur öffentlichen Gesundheit", erklärt Gesundheitsministerin Korinna Schumann, die den Preis verleihen wird. "Medien, die verantwortungsvoll über Krisen und Bewältigungsstrategien berichten, können Menschen in schwierigen Lebenslagen Hoffnung geben und so suizidpräventiv wirken."

Schumann hebt besonders die Bedeutung des sogenannten Papageno-Effekts hervor: "Gerade in einer Zeit, in der psychische Belastungen zunehmen, kommt Journalistinnen und Journalisten eine besondere Verantwortung zu: ihre Berichterstattung kann Leben retten."

Erweiterte Einreichkriterien für 2026

Eine wichtige Neuerung kennzeichnet den diesjährigen Papageno-Medienpreis: Die Einreichkriterien wurden deutlich erweitert. "Mit der Erweiterung der Einreichkriterien öffnen wir den Blick noch weiter: Beiträge, die die Überwindung psychosozialer Krisen thematisieren – auch ohne explizite Suizidalität – können ebenfalls eingereicht werden", so Schumann.

Diese Änderung basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Studien deuten darauf hin, dass das Erzählen von Bewältigungswegen und die Sichtbarmachung von Hoffnung und Hilfe-Möglichkeiten in Medien ebenfalls suizidpräventiv wirken können. "Diese Entwicklung spiegelt die vielfältigen Formen wider, in denen Medien einen positiven gesellschaftlichen Einfluss entfalten können", erklärt die Ministerin.

Suizidprävention durch verantwortungsvolle Berichterstattung

Der Papageno-Medienpreis ist Teil des von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) betreuten Suizidpräventionsprogramms SUPRA. Ausgelobt wird er vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) gemeinsam mit der österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS), der Wiener Werkstätte für Suizidforschung, dem Verein Kriseninterventionszentrum Wien, dem Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien sowie dem Österreichischen Presserat.

Die Auszeichnung ist nach der Figur Papageno aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" benannt. In der Oper kann Papageno seine anfänglichen Suizidgedanken mit Hilfe von anderen überwinden – ein Sinnbild für die positive Wirkung, die Medien haben können.

Erfolgreiche Suizidprävention in Österreich

Seit den 1980er-Jahren ist in Österreich ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten. Dennoch sterben jährlich noch immer rund 1.200 Menschen durch Suizid – das entspricht etwa dreieinhalbmal so vielen Todesfällen wie im Straßenverkehr. Die Zahl der Suizidversuche wird auf das Zehn- bis Dreißigfache der tatsächlichen Suizide geschätzt.

Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auf die Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen. Österreich war eines der ersten Länder weltweit, das solche Richtlinien einführte. Sie stellen national wie international eine Erfolgsgeschichte der Suizidprävention dar.

Werther-Effekt vs. Papageno-Effekt

Die Medienrichtlinien zielen darauf ab, Medienschaffende auf ihre gesellschaftliche und gesundheitspolitische Rolle hinzuweisen. Eine sorgsame Berichterstattung über das immer noch tabuisierte Thema Suizid mit Fokus auf der Bewältigung von Suizidalität und Krisen wirkt suizidpräventiv ("Papageno-Effekt") und soll Imitationssuizide ("Werther-Effekt") verhindern.

Der Werther-Effekt beschreibt das Phänomen, dass sensationsheischende oder detaillierte Berichterstattung über Suizide zu Nachahmungstaten führen kann. Der Papageno-Effekt hingegen zeigt auf, wie konstruktive Berichterstattung über Bewältigungsstrategien und Hilfsangebote Leben retten kann.

Praktische Informationen zur Einreichung

Die Verleihung des Papageno-Medienpreises 2026 findet am 10. September 2026 im Presseclub Concordia statt – rund um den Welttag der Suizidprävention. Für die Auszeichnung sind Beiträge zugelassen, die im Zeitraum von 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 veröffentlicht wurden.

Einreichungen können sowohl von Autorinnen und Autoren selbst als auch von Dritten vorgenommen werden. Die vollständigen Unterlagen müssen bis 1. Juli 2026 an [email protected] gesendet werden.

Bedeutung für die österreichische Medienlandschaft

Der Papageno-Medienpreis hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Impulsgeber für verantwortungsvolle Berichterstattung etabliert. Durch die Auszeichnung werden Journalistinnen und Journalisten ermutigt, sich intensiver mit den Auswirkungen ihrer Berichterstattung auf vulnerable Personen auseinanderzusetzen.

Die Erweiterung der Einreichkriterien zeigt, wie sich das Verständnis für präventive Kommunikation weiterentwickelt. Nicht nur die direkte Berichterstattung über Suizid, sondern auch die positive Darstellung von Krisenbewältigung kann lebensrettend wirken.

Weitere Informationen zum Papageno-Medienpreis und zur Einreichung sind unter www.sozialministerium.gv.at/papageno-medienpreis verfügbar. Die Initiative zeigt exemplarisch, wie Wissenschaft, Politik und Medien gemeinsam an der Verbesserung der öffentlichen Gesundheit arbeiten können.

Schlagworte

#Papageno-Medienpreis#Suizidprävention#Korinna Schumann#Medienethik#Gesundheit

Weitere Meldungen

OTS
Darmgesundheit

Revolution in der Darmkrebs-Behandlung: Wiener Klinik heilt ohne OP

17. März 2026
Lesen
OTS
Inklusion

Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen steigt dramatisch

17. März 2026
Lesen
OTS
younion

ÖFB-Campus wird zur Karriere-Rettung für vereinslose Profis

17. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen