Zurück
OTS-MeldungJürgen-Moll-Preis/Leipziger Buchmesse/Raphael M. Bonelli/Terminvorschau/Veranstaltung/Sprache/Auszei

Raphael M. Bonelli erhält Jürgen-Moll-Preis 2025

Österreichischer Psychiater wird für verständliche Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet

17. März 2026 um 09:22
Teilen:

Der Neurowissenschaftler und YouTube-Star Raphael M. Bonelli wird auf der Leipziger Buchmesse mit dem renommierten Jürgen-Moll-Preis geehrt.

Der österreichische Neurowissenschaftler und Psychiater Raphael M. Bonelli erhält den mit 5.000 Euro dotierten Jürgen-Moll-Preis für verständliche Wissenschaft. Die Auszeichnung wird ihm am 21. März 2025 auf der Leipziger Buchmesse verliehen, wo er für seine besondere Fähigkeit geehrt wird, komplexe wissenschaftliche Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wissenschaftler mit großer Reichweite

Dr. Raphael M. Bonelli, 1968 in Schärding am Inn geboren, hat sich als Psychiater und systemischer Therapeut einen Namen gemacht. Neben seiner klinischen Tätigkeit ist er Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen im Bereich der Neuropsychiatrie. Besonders bekannt wurde Bonelli jedoch durch seinen YouTube-Kanal, auf dem er regelmäßig psychologische Fragestellungen behandelt und dabei eine beeindruckende Reichweite von 269.000 Abonnenten erreicht hat.

Diese digitale Präsenz macht Bonelli zu einem Pionier der modernen Wissenschaftskommunikation. In einer Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse oft in Fachsprache verschlossen bleiben, gelingt es ihm, komplexe Zusammenhänge der Neuropsychiatrie und Psychiatrie verständlich zu erklären. Seine Videos erreichen Menschen, die sonst keinen Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten hätten.

Engagement für freie Meinungsäußerung

Bonelli ist nicht nur als Wissenschaftskommunikator aktiv, sondern engagiert sich auch gesellschaftspolitisch. 2020 gehörte er zusammen mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer und dem Kabarettisten Dieter Nuhr zu den Erstunterzeichnern des "Appells für freie Debattenräume". Dieses Engagement für offene Diskussionskultur spiegelt sich auch in seinen jüngsten Buchprojekten wider.

In seinem 2025 erschienenen Buch "Tabu: Was wir nicht denken dürfen und warum" analysiert Bonelli die Bruchlinien einer Gesellschaft, die sich selbst als frei und tolerant versteht, aber dennoch keinen Raum für abweichende Meinungen lässt. Das Werk beleuchtet die Mechanismen, die zu gesellschaftlicher Selbstzensur führen und hinterfragt kritisch die Grenzen des Sagbaren in der modernen Diskussionskultur.

Neue Publikation über Emotionalisierung der Öffentlichkeit

Im April 2025 folgt mit "Kopflos: Warum wir den Verstand verloren haben" ein weiteres Werk, das sich einem hochaktuellen Phänomen widmet. Bonelli untersucht darin, warum in der öffentlichen Diskussion zunehmend Gefühlsausbrüche sachliche Argumentationen ablösen. Diese Beobachtung trifft den Nerv der Zeit, in der emotionale Reaktionen oft wichtiger erscheinen als rationale Analyse.

Die Wahl Bonellis als Preisträger erscheint vor diesem Hintergrund besonders passend. Er verkörpert genau das, was der Jürgen-Moll-Preis honoriert: die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur verständlich zu vermitteln, sondern dabei auch gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen.

Tradition der Auszeichnung verständlicher Wissenschaft

Der Jürgen-Moll-Preis wurde nach dem Unternehmer Dr. Jürgen Moll (1941-2013) benannt und von dessen Sohn Dr. Sebastian Moll ins Leben gerufen. Das Anliegen des Preises ist es, ein Herzensanliegen des Namensgebers fortzuführen: die Förderung verständlicher Sprache in der Wissenschaft. Diese Mission ist heute wichtiger denn je, da die Kluft zwischen wissenschaftlicher Forschung und öffentlichem Verständnis oft unüberbrückbar erscheint.

Seit 2017 wird der Preis gemeinsam von der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache und der Sprachzeitung DEUTSCHE SPRACHWELT vergeben. Die Auszeichnung würdigt Wissenschaftler, die es schaffen, ihre Forschung in einer besonders gut lesbaren und verständlichen Sprache zu präsentieren. Im Vorjahr 2024 erhielt der Wirtschaftswissenschaftler und Spieltheoretiker Christian Rieck den Preis für sein Werk "Lichtblick statt Blackout".

Feierliche Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse

Die Preisverleihung findet im Rahmen des renommierten Programms "Leipzig liest" statt, das zur Leipziger Buchmesse gehört. Am Samstag, 21. März 2025, um 12:30 Uhr wird Bonelli den Preis im "Forum Sachbuch: Wissen" in Halle 2 (C601/D600) entgegennehmen. Die Laudatio wird Christian Rieck halten, der Preisträger des Vorjahres, wodurch eine schöne Kontinuität in der Preistradition geschaffen wird.

Diese Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung der Leipziger Buchmesse als wichtigstes deutschsprachiges Forum für Literatur und Wissenschaftskommunikation. Das "Forum Sachbuch: Wissen" bietet dabei die perfekte Plattform für die Ehrung eines Wissenschaftlers, der die Brücke zwischen Forschung und Öffentlichkeit auf exemplarische Weise schlägt.

Bedeutung für die österreichische Wissenschaftslandschaft

Für Österreich ist diese Auszeichnung von besonderer Bedeutung. Bonelli zeigt, dass österreichische Wissenschaftler auf internationalem Niveau nicht nur forschen, sondern auch kommunizieren können. Seine Arbeit macht deutlich, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht im Elfenbeinturm zu belassen, sondern aktiv in den gesellschaftlichen Dialog einzubringen.

Die Tatsache, dass ein österreichischer Wissenschaftler diesen prestigeträchtigen deutschen Preis erhält, unterstreicht auch die grenzüberschreitende Bedeutung guter Wissenschaftskommunikation im deutschsprachigen Raum. Bonellis Erfolg könnte anderen österreichischen Forschern als Inspiration dienen, ihre Arbeit ebenfalls einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zukunft der Wissenschaftskommunikation

Die Auszeichnung Bonellis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Wissenschaftskommunikation vor neuen Herausforderungen steht. Digitale Medien, Soziale Netzwerke und die Demokratisierung des Zugangs zu Informationen verändern fundamental, wie Wissenschaft vermittelt und diskutiert wird. Bonellis Erfolg auf YouTube zeigt exemplarisch, wie moderne Wissenschaftskommunikation funktionieren kann.

Gleichzeitig warnt seine Arbeit vor den Gefahren einer zunehmend emotionalisierten öffentlichen Debatte. Der Jürgen-Moll-Preis an Bonelli ist daher nicht nur eine Anerkennung für vergangene Leistungen, sondern auch ein Signal für die Zukunft: Verständliche, sachliche und gleichzeitig engagierte Wissenschaftskommunikation ist gefragter denn je.

Mit der Ehrung von Raphael M. Bonelli setzen die Preisverleiher ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung verständlicher Wissenschaftssprache in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung. Seine Arbeit zeigt, dass es möglich ist, gleichzeitig wissenschaftlich präzise und allgemein verständlich zu sein – eine Fähigkeit, die in unserer komplexen Welt unverzichtbar geworden ist.

Schlagworte

#Jürgen-Moll-Preis#Raphael Bonelli#Leipziger Buchmesse#Wissenschaftskommunikation#Österreich

Weitere Meldungen

OTS
Museen

Osterferien im Museum Niederösterreich: Kreative Abenteuer warten

17. März 2026
Lesen
OTS
ORF

ORF zeigt inspirierende Doku über blinde Menschen in Vorarlberg

17. März 2026
Lesen
OTS
ORF

Braunschlag kehrt zurück: Kultserie bekommt Fortsetzung

17. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen