Abgeordneter Mölzer fordert klare Regeln vom Bildungsminister
Die FPÖ thematisiert religiöse Spannungen im Schulalltag und verlangt Klarstellungen zu Umgang mit Ramadan-bedingten Problemen.
Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Wendelin Mölzer hat eine parlamentarische Anfrage an NEOS-Bildungsminister Wiederkehr eingebracht, die sich mit den Auswirkungen des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf den österreichischen Schulbetrieb beschäftigt. Die Anfrage benennt verschiedene Aspekte religiöser Praktiken im Schulalltag und deren mögliche Auswirkungen auf Schüler und Unterricht.
"Der schulische Alltag in Österreich muss sich an den Bedürfnissen der Kinder und an einem geordneten Unterricht orientieren, nicht an religiösen Vorschriften einzelner Gruppen", betonte Mölzer in seiner Begründung. In der Anfrage wird auf Medienberichte verwiesen, die auf Konflikte und Probleme im Zusammenhang mit religiösen Praktiken während des Ramadan an österreichischen Schulen hinweisen.
Besonders kritisch bewertet der FPÖ-Abgeordnete Berichte über fastende Kinder im Volksschulalter, obwohl Minderjährige nach religiösen Regeln grundsätzlich vom Fastengebot ausgenommen sind. Lehrkräfte würden über Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und körperliche Beschwerden bei betroffenen Schülern berichten, was den Unterricht erschwere.
Ein zentraler Punkt der Anfrage betrifft Berichte über sozialen Druck innerhalb von Schulklassen. Schülerinnen und Schüler würden demnach teilweise von Mitschülern dazu gedrängt, während des Ramadan weder zu essen noch zu trinken. "Wenn Kinder beschimpft oder gemobbt werden, nur weil sie während der Schulzeit essen oder trinken, dann ist eine klare Reaktion der Schule notwendig", stellte Mölzer klar.
Der Abgeordnete fragt, welche Maßnahmen Lehrkräfte ergreifen sollen, wenn Kinder berichten, dass sie wegen Essens oder Trinkens während des Ramadan unter Druck gesetzt oder beleidigt werden, und welche Vorgaben bestehen, um die individuelle Freiheit von Schülern zu schützen.
In der Anfrage werden Berichte über pädagogische Maßnahmen an einzelnen Schulen thematisiert, wonach Schüler aufgefordert worden sein sollen, ihr Essen außerhalb des Sichtfelds fastender Mitschüler zu konsumieren oder dieses zu verbergen. Mölzer erkundigt sich, ob dem Minister solche Fälle bekannt sind.
"Es darf nicht sein, dass sich Kinder in Österreich dafür rechtfertigen müssen, wenn sie während der Schulzeit etwas essen oder trinken", so die Position des FPÖ-Politikers. Die Anfrage will klären, ob und wie solche Situationen erfasst und bewertet werden.
Ein weiterer Aspekt der parlamentarischen Anfrage betrifft die Verteilung von Informationsmaterialien über den Ramadan an Schulen. Mölzer fragt, ob solche Materialien verteilt wurden, in denen Kinder dazu ermutigt werden, sich mit dem Fasten auseinanderzusetzen oder es selbst auszuprobieren, und äußert Bedenken hinsichtlich möglichen Gruppendrucks.
Der Abgeordnete möchte wissen, wie der Minister sicherstellt, dass Schüler nicht zu religiösen Praktiken gedrängt werden und welche Maßnahmen vorgesehen sind, um Gruppendruck im Klassenzimmer zu verhindern.
Mölzer will in Erfahrung bringen, wie viele Vorfälle im Zusammenhang mit dem Ramadan in den letzten fünf Jahren an Schulen gemeldet wurden, in welchen Bundesländern diese aufgetreten sind und welche konkreten Maßnahmen daraufhin ergriffen wurden.
Er fragt zudem, ob solche Konflikte systematisch erfasst oder dokumentiert werden und welche Daten dem Ministerium dazu vorliegen.
Ein Teil der Anfrage beschäftigt sich mit der Rolle und Unterstützung der Lehrkräfte. Mölzer fragt nach Fortbildungsangeboten zum Umgang mit religiös motivierten Konflikten im Klassenzimmer sowie nach der Anzahl solcher Schulungen, den entstehenden Kosten für Lehrkräfte und den finanziellen Aufwendungen des Staates.
Weiterhin erkundigt er sich, welche Weisungen es für Schulen im Umgang mit dem Ramadan gibt und ob bundesweite Handlungsleitfäden für Schulleitungen und Lehrer bestehen, wenn religiös motivierte Spannungen zwischen Schülern auftreten.
Mölzer erkundigt sich, ob der Bildungsminister bereits Gespräche mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich über den Umgang mit dem Ramadan im schulischen Kontext geführt hat und ob Richtlinien oder Empfehlungen geplant sind, um Konflikte während religiöser Fastenzeiten zu vermeiden.
"Unsere Schulen müssen Orte der Bildung, der Freiheit und des respektvollen Zusammenlebens sein. Der Staat hat die Verantwortung, Kinder vor sozialem oder religiösem Druck zu schützen und einen störungsfreien Unterricht sicherzustellen", führte Mölzer aus.
Der Bildungsminister müsse darlegen, welche Regeln gelten und wie er sicherstellen will, dass religiöse Praktiken nicht zum Problem für den Schulalltag in Österreich werden. Die parlamentarische Anfrage soll hierzu Antworten liefern.