Nachhaltige Filmproduktion als neuer Branchenstandard etabliert
Das Österreichische Filminstitut zeigt mit seinem Green Filming Report: Umweltschutz in der Filmbranche verursacht nur 0,5% Mehrkosten.
Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) hat auf der Diagonale – Festival des österreichischen Films einen Meilenstein für die europäische Filmbranche präsentiert: den ersten Green Filming Report einer Filmförderstelle auf dem Kontinent. Die umfassende Analyse von Förderdaten zwischen 2021 und 2025 belegt eindeutig, dass nachhaltiges Produzieren in Österreich längst kein Nischenprogramm mehr ist, sondern sich als echter Branchenstandard etabliert hat.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Reports betrifft die oft diskutierte Kostenfrage. Die Befürchtungen der Branche erweisen sich als weitgehend unbegründet: Grünes Produzieren verursacht bei Spielfilmproduktionen durchschnittlich nur rund 0,5 Prozent der Gesamtherstellungskosten. Diese Mehrkosten entstehen hauptsächlich im Personalbereich und sind damit deutlich geringer als vielfach angenommen.
"Grünes Produzieren ist seit 2019 ein Standard für uns, der selbstverständlich ist. Das macht uns nicht nur zu einem Vorreiter in Sachen ökologisch nachhaltiger Produktion, sondern auch zu einem Role Model für viele andere Länder in Europa", erklärt Roland Teichmann, Direktor des Österreichischen Filminstitutes.
Der Report liefert erstmals konkrete Zahlen zu den größten Emissionstreibern in der österreichischen Filmproduktion. Die Analyse zeigt eine klare Rangfolge der Umweltbelastungen:
Diese detaillierte Aufschlüsselung ermöglicht es Filmproduktionen erstmals, gezielt an den wirkungsvollsten Stellschrauben für den Klimaschutz zu drehen. Statt pauschaler Umweltmaßnahmen können nun spezifische Bereiche mit dem größten Einsparpotenzial fokussiert werden.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bereits 82,4 Prozent aller zwischen 2021 und 2025 vom ÖFI geförderten Kinofilmproduktionen wurden nach verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien und -regelungen umgesetzt. Das entspricht insgesamt 169 Kinofilmen, die unter Berücksichtigung ökologischer Standards realisiert wurden.
Ab 2026 werden Green Filming Standards zur Grundvoraussetzung für alle Förderungen des ÖFI. Diese Entscheidung unterstreicht die Vorreiterrolle Österreichs in der nachhaltigen Filmproduktion und setzt ein klares Signal für die gesamte europäische Branche.
Grundlage des wegweisenden Reports ist ein digitales, erweiterbares Monitoring-Tool, das eine transparente und systematische Erfassung nachhaltiger Maßnahmen ermöglicht. Dieses System schafft erstmals eine belastbare Datengrundlage für die klimabewusste Weiterentwicklung der österreichischen Kinofilmproduktion.
Das Tool stellt nicht nur eine technische Innovation dar, sondern revolutioniert auch die Herangehensweise an Nachhaltigkeit in der Filmbranche. Statt vager Absichtserklärungen ermöglicht es konkrete Messungen und kontinuierliche Verbesserungen der Umweltbilanz.
Mit diesem ersten europäischen Green Filming Report einer Filmförderstelle positioniert sich Österreich als Pionier für nachhaltige Filmentwicklung. Das Land zeigt, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg in der Kreativbranche keine Gegensätze sein müssen.
Die Erkenntnisse aus dem österreichischen Modell könnten wegweisend für andere europäische Länder werden, die ebenfalls ihre Filmförderung nachhaltiger gestalten möchten. Der systematische Ansatz und die konkreten Messwerte bieten eine solide Basis für die Entwicklung ähnlicher Programme.
Der vollständige Green Filming Report wird ab dem 18. März 2026 barrierefrei und zweisprachig auf der Website des Österreichischen Filminstitutes unter der Rubrik "FOKUS Green Filming" verfügbar sein. Diese umfassende Zugänglichkeit unterstreicht das Bestreben des ÖFI, Transparenz zu schaffen und andere zur Nachahmung zu ermutigen.
Die Veröffentlichung im Rahmen der Diagonale, dem wichtigsten Festival für österreichischen Film, war symbolisch gewählt. Sie zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht mehr als lästige Pflichtübung, sondern als integraler Bestandteil kreativer Exzellenz verstanden wird.
Der Green Filming Report des ÖFI markiert einen Wendepunkt in der Diskussion um Nachhaltigkeit in der Filmbranche. Die konkrete Datenlage räumt mit Mythen auf und zeigt praktikable Wege für umweltbewusste Filmproduktion.
Die österreichische Filmindustrie hat bewiesen, dass ökologische Standards nicht nur umsetzbar sind, sondern auch wirtschaftlich vertretbar bleiben. Mit nur 0,5 Prozent Mehrkosten für nachhaltige Spielfilmproduktionen wird ein Standard gesetzt, der international Beachtung verdient.
Für die Zukunft verspricht das etablierte Monitoring-System weitere Optimierungen und noch präzisere Steuerungsmöglichkeiten. Das österreichische Modell könnte so zum Blaupause für eine europaweit nachhaltigere Filmbranche werden.