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Klimt trifft Medizin: Sonderausstellung im Josephinum

Neue Perspektiven auf Gustav Klimts Werk durch medizinhistorische Betrachtung

18. März 2026 um 09:00
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Das Josephinum zeigt ab März 2026 erstmals die Verbindung zwischen Klimts Kunst und der Wiener Medizinischen Schule um 1900.

Gustav Klimt neu entdeckt: Wenn Kunst auf Medizin trifft

Eine außergewöhnliche Ausstellung im Wiener Josephinum verspricht eine völlig neue Sichtweise auf einen der bedeutendsten österreichischen Künstler: Gustav Klimt. Die Schau "Gustav Klimt und die Medizin. Bilder zum Fluss des Lebens" beleuchtet erstmals umfassend die vielfältigen Verbindungen zwischen Klimts Werk und den revolutionären medizinischen Entwicklungen der zweiten Wiener Medizinischen Schule um 1900.

Die Ausstellung öffnet am 26. März 2026 ihre Pforten und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie sehr die intellektuelle Atmosphäre der Jahrhundertwende – geprägt von bahnbrechenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und innovativen medizinischen Methoden – das Denken und Schaffen Gustav Klimts beeinflusste.

Das verlorene Meisterwerk kehrt zurück

Herzstück der Ausstellung ist das legendäre Fakultätsbild "Die Medizin", das 1945 zerstört wurde und als eines der umstrittensten, innovativsten und zugleich visionärsten Werke des österreichischen Künstlers gilt. Durch eine aufwändige, wissenschaftlich gestützte KI-Rekonstruktion im Rahmen eines Projektes des Belvedere mit Google Arts and Culture aus dem Jahr 2024 können Besucher nun einen farbigen Eindruck von Klimts monumentaler Komposition erhalten.

Das rekonstruierte Werk ist bereits großformatig an der Fassade des Anna Spiegel Forschungsgebäudes auf dem Gelände des MedUni Campus AKH zu bewundern und wird nun in der Ausstellung in seinem kunsthistorischen Kontext präsentiert.

Seltene Originalzeichnungen im historischen Ambiente

Im historischen Hörsaal des Josephinums werden 25 originale Klimt-Zeichnungen ausgestellt, die aus renommierten österreichischen Institutionen und Sammlungen stammen. Besonders wertvoll sind dabei Leihgaben von Privatsammlern, deren Werke bislang selten öffentlich zugänglich waren.

Diese Zeichnungen veranschaulichen Klimts Arbeitsprozesse und seine intensive Auseinandersetzung mit anatomischen Studien und Zellstrukturen. Sie zeigen auch seine tiefgreifende Beschäftigung mit der Darstellung von Geburt, Leben, Krankheit und Tod – Themen, die sowohl die Medizin als auch seine Kunst prägten.

Wenn Wissenschaft zur Kunstinspiration wird

Die Ausstellung macht deutlich, wie sehr Gustav Klimt von den medizinischen Fortschritten seiner Zeit inspiriert war. Wien um 1900 war ein Zentrum medizinischer Innovation: Die zweite Wiener Medizinische Schule revolutionierte das Verständnis von Krankheit und Heilung, neue diagnostische Methoden wurden entwickelt, und die Anatomie erlebte durch verbesserte Untersuchungstechniken einen Aufschwung.

Diese wissenschaftlichen Entwicklungen spiegelten sich in Klimts Werk wider. Seine Darstellungen des menschlichen Körpers, seine Auseinandersetzung mit Lebensprozessen und seine visionären Interpretationen des Lebenszyklus zeigen eine tiefe Verwurzelung in den medizinischen Erkenntnissen seiner Zeit.

Interdisziplinärer Dialog der Jahrhundertwende

Die Ausstellung verdeutlicht auch den besonderen Geist der Wiener Jahrhundertwende: den offenen Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen. Künstler, Mediziner, Philosophen und Naturwissenschaftler tauschten sich intensiv aus und befruchteten sich gegenseitig in ihren Arbeiten.

Diese interdisziplinäre Atmosphäre ermöglichte es Klimt, medizinische Erkenntnisse in seine künstlerische Sprache zu übersetzen und dabei Werke zu schaffen, die sowohl ästhetisch als auch inhaltlich wegweisend waren.

Renommierte Kuratierung und wissenschaftliche Begleitung

Die Ausstellung wird von Tobias G. Natter kuratiert, dem ehemaligen Direktor des Leopold Museums und Autor des aktuellen Werkverzeichnisses aller Klimt-Gemälde. Seine Expertise garantiert eine wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig zugängliche Präsentation.

Begleitet wird die Schau von einem reich illustrierten Katalog mit Fachbeiträgen aus Philosophie, Kunstgeschichte und Medizin. Das 240 Seiten starke Werk erscheint im renommierten Prestel Verlag und verspricht, die Erkenntnisse der Ausstellung auch über deren Laufzeit hinaus verfügbar zu machen.

Medizinhistorische Exponate ergänzen die Präsentation

Die Klimt-Werke werden durch medizinhistorische Exponate aus der Sammlung des Josephinums ergänzt. Diese Objekte verdeutlichen die medizinischen Entwicklungen der Zeit und helfen dabei, Klimts Werk in seinem historischen Kontext zu verstehen.

Das Josephinum selbst bietet als medizinhistorisches Museum den idealen Rahmen für diese außergewöhnliche Präsentation. Die historischen Räumlichkeiten schaffen eine authentische Atmosphäre, in der die Verbindung zwischen Kunst und Medizin besonders eindrucksvoll erlebbar wird.

Pressetermin und Ausstellungsdetails

Am 25. März 2026 um 10:30 Uhr findet zur Eröffnung der Ausstellung ein Pressegespräch mit anschließender Presseführung statt. Anwesend sein werden Markus Müller, Rektor der MedUni Wien, Christiane Druml, Direktorin des Josephinums, und Kurator Tobias G. Natter.

Die Ausstellung läuft vom 26. März bis zum 28. Juni 2026 und ist mittwochs bis samstags von 10:00 bis 18:00 Uhr sowie donnerstags von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Das Josephinum befindet sich in der Währinger Straße 25 im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Bedeutung für die österreichische Kulturlandschaft

Diese Ausstellung stellt einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Kulturlandschaft dar. Sie zeigt nicht nur neue Facetten eines der bekanntesten österreichischen Künstler auf, sondern verdeutlicht auch die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Wissenschaft und Kunst.

Für Kunstinteressierte bietet die Schau die seltene Gelegenheit, Klimts Werk aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Medizinhistorisch interessierte Besucher erhalten Einblicke in die revolutionären Entwicklungen der Wiener Medizinischen Schule und deren kulturelle Auswirkungen.

Die Ausstellung "Gustav Klimt und die Medizin. Bilder zum Fluss des Lebens" verspricht somit, sowohl für Kunst- als auch für Medizinbegeisterte zu einem unvergesslichen Erlebnis zu werden und neue Erkenntnisse über einen der faszinierendsten Künstler Österreichs zu vermitteln.

Schlagworte

#Gustav Klimt#Josephinum#Medizinische Universität Wien#Ausstellung#Medizingeschichte

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